Linthe. Melanie Balzer (SPD) kandidiert für den Landtag. Sie steht auf der Landesliste ihrer Partei auf Platz 16. Außerdem ist sie die SPD-Direktkandidatin für den Wahlkreis 18. Fläming 365 hat sie zu ihrer Kandidatur und ihren Zielen befragt:
Eva Loth: Guten Tag, Frau Balzer, die Landtagswahlen stehen kurz bevor und Sie kandidieren für die SPD. Was qualifiziert Sie als künftiges Mitglied des Landtages?
Melanie Balzer: Ich bin seit ganz vielen Jahren kommunalpolitisch aktiv, mittlerweile seit 17 Jahren, und habe auf verschiedensten Ebenen politische Erfahrung gesammelt. Zum einen in der Gemeindevertretung in Linthe für zwölf Jahre und im Kreistag Potsdam-Mittelmark, jetzt mittlerweile für zehn Jahre. Ich wurde auch vor kurzem wiedergewählt und darf meine Arbeit fortsetzen. Irgendwann merkt man aber, dass man an seine Grenzen stößt, Dinge durchzusetzen. Und deswegen fand ich es richtig toll, dass die SPD jetzt mich nominiert hat, um dann im Landtag wirken zu dürfen und dort mein Engagement fortsetzen zu können.
Eva Loth: Damit treten Sie ja in relativ große Fußstapfen.
Melanie Balzer: Wohl wahr.
Eva Loth: Wie wollen Sie jetzt mit Ihren Wählern und insbesondere mit den Nichtwählern im Gespräch bleiben? Denn es ist ja immer noch so, dass die Prognosen für die SPD im Moment nicht so sind, wie Sie sich das vermutlich wünschen würde.
Melanie Balzer: Da haben Sie recht. Die Prognosen sehen noch nicht so gut aus. Aber wir haben bei der letzten Landtagswahl gemerkt, dass es in den letzten Wochen dann doch immer noch mal einen Umschwung gibt. Das liegt aus meiner Sicht vor allem daran, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht wollen, dass eine Änderung eintritt. Die Wählerinnen und Wähler wollen, dass das Land in demokratischen Händen bleibt. Und das wird ihnen insbesondere in den letzten Tagen vor der Wahl bewusst. Mir ist es ganz wichtig, ob in der Kommunalpolitik oder jetzt im Landtagswahlkampf, mit den Wählerinnen und Wählern im Austausch zu sein. Das heißt, ich führe sehr viele Gespräche und bin im ganzen Wahlkreis ständig unterwegs, um mich mit den Bürgerinnen und Bürgern zu treffen. Und sie dürfen natürlich mir immer schreiben oder mich anrufen. Ich bin immer für Sie da.
Eva Loth: Welches Thema wollen Sie als erstes für das Land Brandenburg angehen?
Melanie Balzer: Für das Land Brandenburg ist es mir besonders wichtig, das Thema Gesundheit zu bespielen. Wir wissen, dass auch dort die Ebenen sich verschränken. Da haben wir quasi alle Bereiche, die davon betroffen sind, die Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum, das kommunale Krankenhaus, dann die Landesebene mit dem Gesundheitsministerium, aber auch die Krankenhausreform auf Bundesebene. Das ist ein Thema, das aus meiner Sicht gleich angegangen werden muss.
Eva Loth: Und was wollen Sie während Ihrer Legislatur für Ihren Wahlkreis erreichen, falls Sie gewählt werden?
Melanie Balzer: Ich bin Bürgerin des ländlichen Raums. Mir ist es ganz wichtig, dass es gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Wahlkreis, im ganzen Landkreis, im ganzen Land Brandenburg gibt. Und das ist eins der Politikthemen, für die ich mich immer eingesetzt habe und das auch weiterhin tun werde.
Eva Loth: Jetzt war kürzlich die Europawahl, und die war für viele ein Schock. Wird diese Europawahl Einfluss haben auf die Landtagswahl in Brandenburg?
Melanie Balzer: Ich glaube nicht. Ich glaube, dass die Wählerinnen und Wähler ganz genau unterscheiden zwischen den verschiedenen Wahlen. Und sie wissen, dass sie am 22. neu und fürs Land Brandenburg entscheiden. Deswegen glaube ich, dass das Ergebnis der Europawahl bei der Landtagswahl keine Rolle spielen wird und die Wählerinnen und Wähler noch mal neu entscheiden.
Eva Loth: Was müssen eigentlich die großen Volksparteien tun, um dem Rechtstrend entgegenzuwirken? Denn es ist ja schon erschreckend, dass außer in Potsdam-Mittelmark in allen Landkreisen die AfD stärkste Kraft geworden ist.
Melanie Balzer: Was ich in den Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern höre, ist, dass sie das Gefühl haben, sie werden alleingelassen. Sie haben das Gefühl, es wird ihnen nicht zugehört. Und das höre ich nicht bloß einmal. Das höre ich ganz viele Male. Und wenn viele Bürgerinnen und Bürger mir immer wieder das Gleiche sagen, dann scheinen wir nicht genug bei den Menschen zu sein. Und wenn das der Schlüssel ist, dann ist es doch erste Aufgabe, weiter rauszugehen und zuzuhören.
Günter Baaske (in dessen Bad Belziger Büro das Gespräch stattfindet): Noch mal einiges, was Volksfeste und ähnliche Veranstaltungen angeht. Da sind wir gerade wie Hase und Igel, immer wenn ich irgendwo hin komme, war Melanie schon da. Und genau das ist der Punkt. Wir erwarten nicht, dass die Leute zu uns hier in das Büro kommen, sondern es macht wesentlich mehr Sinn, rauszufahren, zu den Festen zu gehen und mit den Menschen zu reden. Melanie war bei vielen Veranstaltungen und die Wochenenden davor auch schon. Und das ist eine super Sache.
Melanie Balzer: Ja, und vor allem, wenn man auf die Leute zugeht. Gerade bei Festen oder so sind die Menschen bei weitem offener. Die reden über Sachen, bei denen sie vielleicht, wenn sie jetzt ins Büro kommen würden, sich irgendwie beengt oder eingeschränkt fühlen.
Und es geht nicht immer um die große Politik, sondern es sind vielmehr die alltäglichen Dinge, die die Bürgerinnen und Bürger bewegen. Und dort zuzuhören und dann gemeinsam Lösungen zu suchen ist wichtiger denn je. Das ist doch eigentlich total einfach, und das kann auch jeder.
Günter Baaske: Die meisten Leute wissen, dass man in Brandenburg nicht über Krieg und Frieden in der Ukraine entscheidet und dass es nicht darum geht, wer in Amerika Präsident wird. Es geht um konkrete Dinge, wie zum Beispiel Radwege in Brandenburg.
Eva Loth: Hat Dietmar Woidke eine neue Chance?
Melanie Balzer: Selbstverständlich.
(Melanie Balzer ist Kandidatin der SPD für den Brandenburger Landtag im Wahlkreis 18 (Beelitz, Bad Belzig, Michendorf, Seddiner See, Treuenbrietzen, Mühlenfließ, Niemegk, Planetal, Rabenstein/Fläming, Schwielowsee, Wiesenburg))
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