Schmerwitz. Der Exile Media Hub in Schmerwitz ist nicht nur Zufluchtsort und neue Heimat für geflüchtete Medienschaffende, sondern auch ein Ort der Begegnung.

Hier finden nicht nur verschiedene Workshops statt, sondern auch immer wieder Veranstaltungen. Und zu diesen können alle kommen. „Es ist uns wichtig, dass die Menschen in Begegnung kommen“, sagt Denise Schumann, Sozialarbeiterin für Integration der Gemeinde Wiesenburg/Mark. So gab es bereits in den „Wochen gegen Rassismus“ ein Begegnungsfest und zum Jahresende 2024 ein „Winterfest“ im Exile Media Hub. Da in den meisten Herkunftsländern der Geflüchteten Weihnachten nicht wie bei uns gefeiert wird, wurden die christlichen Symbole außen vor gelassen.
Kürzlich fand erstmals ein Sommerfest statt, obwohl die Temperaturen fast an Herbst erinnerten. „Ein Sozialarbeiter vom SAM e.V. wollte unbedingt ein Sommerfest für die Kinder machen“, erzählt Ingeborg Lehmann, die Heimkoordinatorin. Das Fest wurde bewusst an den Ferienanfang gelegt, damit ein Kontakt der geflüchteten Kinder oder Kinder mit Migrationshintergrund zu den Dorfkindern hergestellt werden kann. Die Idee war goldrichtig, denn viele Kinder aus Schmerwitz waren mit dabei.
Inzwischen hat sich auch die Situation im Dorf beruhigt. Da drei große Familien aus der Dorfmitte weggezogen sind, ist es ruhiger geworden. Man muss dabei aber auch bedenken, dass die Menschen in anderen Ländern eine ganz andere Lebensweise haben. Da ist für die Kinder nicht um 19 Uhr Zapfenstreich. „Es ist so typisch deutsch – Kinder soll man sehen, aber nicht hören“, schmunzelt Denise Schumann. An dieses Leben müssen sich die Geflüchteten erst gewöhnen, und das braucht seine Zeit.
Da hat der Exile Media Hub einen zusätzlichen Vorteil, es gibt einen arabisch sprechenden Mitarbeiter des Wachschutzes. Dieser hat schon oft mit Übersetzungen unterstützt. Wichtig sei es, bei Problemen sofort zu reagieren, so Ingeborg Lehmann. Aber auch andere Bewohner helfen, wo sie können. Einige Frauen aus der Ukraine unterstützen oft ehrenamtlich. Nicht nur jetzt beim Sommerfest, sondern auch in der Woche. Sie helfen beim Deutsch lernen, aber auch bei Arztbesuchen oder Behördengängen. Auf dem Sommerfest unterhielt eine Ukrainerin mit Gesang.
Das Fest ist eine Kooperation des SAM e.V. mit dem Familienzentrum der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Im Innenraum gab es Bastelangebote, Glitzertattoos und Kinderschminken. Auf der überdachten Terrasse wurde gegrillt, dazu gab es Kaffee, Kuchen, Obst, Zuckerwatte vom Schulförderverein und andere Leckereien. Besonders die Kinder beobachteten interessiert, wie aus Maiskörnern fertiges Popcorn aus der kleinen Maschine sprang.
Die nächste größere Veranstaltung ist wieder das Integrationssportfest vom Familienzentrum in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund am 10. Oktober 2025 in Schmerwitz.
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