Wiesenburg. Wir alle merken es, es regnet zu wenig und der Fläming wird immer trockener. Dies bringt auch für den eigenen Garten viele Herausforderungen mit sich.

Die Werkstatt für lebenswerte Zukunft, angegliedert an Neuland21, führt dazu verschiedene Workshops durch. Nachdem kürzlich eine Regenwasserzisterne angelegt wurde, ging es am vergangenen Wochenende in den Garten.
Neben Grundlagen der naturnahen Gartengestaltung wurde auf das Wachstum des Gemüses eingegangen und wie dieses sich durch verschiedene Arten der Bewässerung beeinflussen lässt. Auch lernten die zahlreichen Teilnehmer den Einfluss des Bodens kennen und wie dieser zu einem Wasserspeicher entwickelt werden kann.
Ziel des Workshops war es, einen Einblick in die vielen Möglichkeiten zu geben, wie sich durch einfache Tricks viel Wasser im Garten und Gemüseanbau einsparen lässt und sich der eigene Garten im Einklang mit der Natur entwickeln und aktiv zum Natur- und Artenschutz beitragen kann. Dazu hatte man einen Fachmann eingeladen. Dozent Jan-Philipp Jansen ist nicht nur Agrarökologe und Umweltpädagoge, er gärtnert selbst auch mit Leidenschaft.
Der Einfluss von Boden und Wasser
In einem Garten in der Wiesenburger Hasenheide, der von zukünftigen Bewohnern des KoDorfes gepachtet wurde, konnten sich alle auf anschauliche Art und Weise ansehen, was Boden und Wasser für einen Einfluss auf das Gärtnern hat. Dabei gibt es nie die EINE Lösung, wie Jan-Philipp Jansen erklärt. Es hängt viel vom Boden selbst und von der Lage des Gartens ab. So interessierte die Teilnehmer vor allem, wie man Wasser im Boden halten kann, wie man den Boden verbessern kann und auch, welche Pflanzen sich auf bestimmten Standorten eignen. Denn schon bei der Vorstellung kam zur Sprache, dass einige Gemüse- und Obstsorten an einigen Stellen nicht wachsen.
Der Boden gibt den Rahmen vor

Das A und O ist der Boden, dieser gibt den Rahmen vor, erklärt Jan-Philipp Jansen. Dazu hatte er ein Loch ausgehoben und erklärte den Teilnehmern die verschiedenen Bodenschichten. Daran konnte man deutlich sehen, wie tief das Wasser eingedrungen und wie tief der Boden durchwurzelt ist. So fühlt sich jede Bodenschicht anders an und man kann den Boden sogar hören, wenn man eine Handvoll ans Ohr hält und ihn dann reibt. Mit einer einfachen Methode kann man auch die Inhalte des Bodens feststellen. Ein Glas wird mit Erde gefüllt und dann mit Wasser aufgefüllt. Nach einer gewissen Zeit setzen sich die verschiedenen Böden ab, der Sand sinkt nach unten, die Schichten darüber sind Schluff und Ton.
Wie kann man mehr Wasser im Boden speichern?
Aber wie kann man nun den Boden verbessern und die Speicherkapazität erhöhen? Gängige und wirksame Methoden sind Kompost und Mulch. Für letzteres eignet sich auch der Rasenschnitt. Das Anlegen eines Hügelbeetes ist ebenfalls sehr wirksam. Innen mit Laub, Holz und Ästen versehen funktioniert es im Laufe der Zeit wie ein Schwamm, das hält fünf bis acht Jahre. Terra Preta ist ebenfalls gut geeignet, jedoch sollte man auf den Anbieter achten. Er sollte keine unverarbeitete Pflanzenkohle verwendet haben, denn das verarmt den Boden. Auch Schaffellpellets von guter Qualität, nicht aus dem Baumarkt, kann verwendet werden.
Wässern will gelernt sein

Bei der Wasserversorgung für Fruchtpflanzen ist auch einiges zu beachten, denn die Pflanzen sollten tief wurzeln. Tägliches Gießen ist gar nicht so gut, das erzeugt Trockenstress. Dieser bewirkt, dass tiefere Wurzeln gebildet und Kraft in den Nachwuchs, also Samen und Frucht, gesteckt wird. Besser ist, seltener gießen, dann aber viel. Bäume wässert man immer im Kreis der Fläche der Krone, nicht nur am Stamm. Salat sollte man immer feucht halten, er soll ja nicht schießen. Wenn frühmorgens die Blätter hängen, dann muss gewässert werden. Ständiges Wässern verwöhnt die Pflanzen, wir wollen sie ja erziehen, um mit der Trockenheit klar zu kommen. Tröpfchenbewässerung ist gut, aber nicht täglich. Zum Schutz vor Wind und Austrocknung kann man eine Hecke in der Hauptwindrichtung anlegen, wie aus Liguster, Weißdorn, Felsenbirne, Sanddorn oder Mirabelle. Regenwasser sollte man in Tonnen oder einer Zisterne sammeln. Man kann es auch mit einer Plane auf abschüssigem Gelände ins Beet leiten.
Fazit
Viel gelernt, hieß es zum Abschluss von allen. Und wenn nur einige dieser Tipps und Hinweise beachtet werden, steht einem erfolgreichen neuen Gartenjahr nichts mehr im Wege.
Views: 159



