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Windpark ja oder nein – Diskussionen auch im Hauptausschuss Bad Belzig

Bad Belzig. Auch in Bad Belzig diskutiert man seit langem über die Errichtung eines Windparks nördlich des Ortsteils Lübnitz zwischen Bad Belzig und dem Gemeindeteil Weitzgrund.

Der Stadtverwaltung liegt der Antrag zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens eines Projektentwicklungsbüros für die Errichtung vor. Eine erste Präsentation des Vorhabens erfolgte im Ortsbeirat Lübnitz bereits am 30. September 2025 sowie im Regionalentwicklungsausschuss am 16. Oktober 2025. Das Vorhaben wurde im Regionalentwicklungsausschuss kontrovers diskutiert und die Entscheidungsfindung vertagt. Eine Überarbeitung der Planung sollte erfolgen. Im Dezember 2025 hat der Vorhabenträger einen überarbeiteten Antrag eingereicht. Die Planung umfasst die Errichtung von bis zu 13 Anlagen. Ursprünglich waren 20 Anlagen auf 577 ha Fläche vorgesehen.

Nach reger Diskussion gerade im Ortsbeirat Lübnitz wurde das Vorhaben nun auf eine Fläche von 393 ha reduziert. Der Abstand der einzelnen Anlagen zur Ortslage Lübnitz wurde entsprechend den Vorstellungen des Ortsbeirats Lübnitz erhöht. Die Stadt Bad Belzig kann finanziell gemäß § 6 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit 0,2 Cent je Kilowattstunde eingespeister Strommenge beteiligt werden. Weiterhin ist gemäß dem Gesetz zur Zahlung einer Sonderabgabe für Windenergie- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen an Gemeinden im Land Brandenburg mit 5.000 Euro je Megawatt installierte Leistung und Jahr zu rechnen.

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noch gibt es einen freien Blick auf die Landschaft bei Lübnitz

Dies könnte Einnahmen für die Stadt in Höhe von voraussichtlich 928.000 Euro pro Jahr generieren. Der Zeitraum der Teilhabe ist auf 20 Jahre festgesetzt. Für die fünf Anlagen auf kommunalen Flächen ist zudem mit einer Pacht zu rechnen. Diese beläuft sich auf mindestens etwa 106.000 Euro pro Anlage und Jahr. Zur Umsetzung des Vorhabens ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes notwendig.

Für die klamme Haushaltskasse der Stadt wäre das natürlich ein Segen. Aber auch im Hauptausschuss sind die Meinungen geteilt. Die Bürgerinitiative hat inzwischen Akteneinsicht beantragt. Sie möchte den Bau verhindern, da die Flächen im Naturpark liegen. Auch auf der Sitzung kamen verschiedene mögliche Probleme und Auswirkungen zur Sprache. Gibt es einen Konflikt mit dem Bau der internationalen Reha-Klinik? Hat es Einfluss auf den Status Kurstandort? Beide Sachverhalte werden nach Aussage von Bürgermeister Robert Pulz im Bebauungsplanverfahren geprüft und einem Abwägungsprozess unterzogen. Nach erster Rücksprache mit dem Investor der internationalen Reha-Klinik bestehen bisher keine Einwände.

Viele sehen aber auch eine Verantwortung für kommende Generationen, ihnen wollen sie einen unbebauten Naturpark hinterlassen. Für die Stadt ist der finanzielle Aspekt wichtig, hat sie doch jetzt schon Probleme, die freiwilligen Leistungen zu bezahlen. Deshalb müsse man zusehen, Geld in die Kasse zu bekommen, so Robert Pulz. Man muss genau abwägen, sagte auch Gustav Horn. Es sei sicher ein Eingriff in die Natur. Aber man müsse auch sehen, dass zum Beispiel dringend in die Therme investiert werden muss. Diese ist ein Aushängeschild für die Stadt. Ohne das Geld könnte die Therme auf der Kippe stehen. Und man müsse auch auf die leisen Stimmen hören, die sich nicht explizit öffentlich äußern und einfach nur preiswerte grüne Energie haben wollen.

Im Moment besteht kein finanzielles Risiko für die Stadt. Mit dem Beschluss ist noch nichts in Stein gemeißelt. Es wird lediglich darüber entschieden, ein Prüfungsverfahren einzuleiten, ob der Bau überhaupt möglich ist. Mit zwei Gegenstimmen geht die Beschlussvorlage nun in die Stadtverordnetenversammlung.

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