Stadt Treuenbrietzen, Rietz. Der Rietzer Marcel Block ist neu in der Stadtverordnetenversammlung Treuenbrietzen. Mit dem 36-Jährigen Familienvater, Ortsvorsteher und fußballbegeisterten Immobilienfachmann sprach Jonathan Summer für Fläming 365 über seine kommunalpolitischen Erfahrungen und die Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung Treuenbrietzen.
Jonathan Summer: Herr Block, seit Februar 2026 sind Sie Stadtverordneter in Treuenbrietzen für die CDU, da Josephine Päpke ihr Mandat zurückgegeben hat. Kam die Gelegenheit überraschend für Sie, oder haben Sie schon länger mit dem Gedanken gespielt und konnten sich darauf vorbereiten, Stadtverordneter zu werden?
Marcel Block: Die Gelegenheit kam tatsächlich etwas kurzfristig, dennoch war das Thema Kommunalpolitik für mich kein Neuland. Durch meine Tätigkeit als Ortsvorsteher in Rietz bin ich bereits intensiv in lokale Themen eingebunden, sodass ich mich gut vorbereitet gefühlt habe, Verantwortung auch auf Stadtebene zu übernehmen.
Jonathan Summer: Zur Kommunalwahl 2024 haben Sie im Ortsteil Rietz der Stadt Treuenbrietzen auf der Liste „Wir in Rietz“ (WiR) die meisten Stimmen geholt und sind Ortsvorsteher geworden. Sie bringen demnach schon kommunalpolitische Erfahrung mit. Sehen Sie sich als der verlängerte Arm von Rietz in der Stadtverordnetenversammlung?
Marcel Block: Ich sehe mich definitiv als starke Stimme für Rietz, aber nicht ausschließlich. Mir ist wichtig, die Interessen aller Ortsteile im Blick zu behalten und ausgewogene Entscheidungen für die gesamte Stadt Treuenbrietzen zu treffen. Gleichzeitig ist es natürlich meine Aufgabe, die Anliegen aus Rietz klar zu vertreten.
Jonathan Summer: Sondervermögen, Haushaltsplanung, Windenergie – Nicht immer geht es harmonisch in der Stadtverordnetenversammlung zu. Wie waren die ersten Sitzungen für Sie?
Marcel Block: Die ersten Sitzungen waren intensiv, aber auch sehr spannend. Es wird sachlich, aber durchaus auch kontrovers diskutiert, was ich grundsätzlich positiv finde. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass bei allen unterschiedlichen Meinungen am Ende konstruktive Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger gefunden werden.
Jonathan Summer: Die Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD in der Stadtverordnetenversammlung hat in der Vergangenheit nicht nur Begeisterung ausgelöst (Fläming365 berichtete). Wie wollen Sie mit den anderen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung zusammenarbeiten und was ist ein NoGo?
Marcel Block: Mir ist eine sachorientierte und respektvolle Zusammenarbeit mit allen demokratischen Fraktionen wichtig. Dabei ist es für mich zweitrangig, aus welcher Fraktion ein Vorschlag kommt. Entscheidend ist allein, ob er sinnvoll für unsere Stadt ist. Persönliche Angriffe oder ideologisch motivierte Blockaden sind für mich ein klares No-Go. Im Mittelpunkt sollte immer die beste Lösung für Treuenbrietzen stehen.
Jonathan Summer: Sie sind selbständig in der Immobilienbranche tätig und passend dazu sitzen Sie im Ausschuss für Stadt- und Ortsteilentwicklung‚ Energie und Klimaschutz, kurz: Bauausschuss. Was sind die Vorteile Ihrer beruflichen Tätigkeit, die Sie in die Stadtpolitik einbringen?
Marcel Block: Durch meine Tätigkeit in der Immobilienbranche habe ich einen sehr praxisnahen Blick auf Themen wie Bauen, Flächenentwicklung und Wirtschaftlichkeit. Ich kenne die Herausforderungen von Bauherren, Investoren und auch Behördenprozessen und kann diese Erfahrungen gezielt in die politische Arbeit einbringen.
Besonders wichtig ist mir dabei, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es vor allem jungen Familien ermöglichen, sich hier anzusiedeln und Wohneigentum zu realisieren. Gleichzeitig habe ich stets die Entwicklung unserer Ortsteile im Blick, damit diese lebendig und attraktiv bleiben.
Jonathan Summer: Könnte es aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit Interessenskonflikte bei der Ausübung Ihres Mandates geben, z.B. wenn ein neues Baufeld für Einfamilienhäuser erschlossen wird?
Marcel Block: Das Thema nehme ich sehr ernst. Transparenz und eine klare Trennung zwischen beruflichen und politischen Entscheidungen sind für mich selbstverständlich. In Fällen, in denen ein möglicher Interessenskonflikt bestehen könnte, würde ich mich entsprechend enthalten.
Gleichzeitig sehe ich in meiner Tätigkeit vor allem große Chancen für die Regionalentwicklung. Wenn ich beispielsweise in die Jahnstraße in Treuenbrietzen schaue, erfüllt es mich mit Stolz zu sehen, wie viele meiner ehemaligen Bauherren heute hier leben, Familien gegründet haben und sich aktiv sowie ehrenamtlich in Treuenbrietzen und den Ortsteilen engagieren.
Genau solche Entwicklungen stärken unsere Region nachhaltig, wirtschaftlich, gesellschaftlich und im Zusammenhalt. Dafür möchte ich mich auch politisch weiter einsetzen.
Jonathan Summer: Was sind Ihrer Einschätzung nach die größten Herausforderunge für die Stadtverordneten bis zum Ende der Wahlperiode?
Marcel Block: Die größte Herausforderung wird eine solide Haushaltsführung sein. Klar gesagt: Wir brauchen Einnahmen.
Dafür ist es entscheidend, dass wir unsere Stadt wirtschaftlich weiterentwickeln, neue Wohn- und Gewerbeflächen schaffen und dadurch zusätzliche Wertschöpfung generieren. Gleichzeitig müssen wir Themen wie Energie und Infrastruktur sinnvoll weiterentwickeln.
Am Ende geht es darum, wirtschaftliche Vernunft und eine nachhaltige Entwicklung unserer Stadt in Einklang zu bringen.
Jonathan Summer: Welches Vorhaben oder Projekt in Treuenbrietzen ist Ihnen besonders wichtig, dass es umgesetzt oder vorangetrieben wird?
Marcel Block: Mir ist besonders wichtig, dass wir unsere Ortsteile weiter stärken und lebendig halten, sowohl infrastrukturell als auch in der Lebensqualität. Dazu gehört für mich auch, attraktiven Wohnraum zu schaffen, damit gerade junge Familien hier bleiben oder sich bewusst für unsere Region entscheiden.
Ein Beispiel ist der neue Edeka, dessen Baustart jetzt erfolgt. Solche Projekte sind wichtig für die Versorgung und zeigen, dass sich unsere Stadt weiterentwickelt.
Als Rietzer ist mir aber vor allem ein Thema eine echte Herzensangelegenheit: der Neubau unserer Feuerwehr und die Weiterentwicklung des Dorfgemeinschaftshauses. Unser Dorfgemeinschaftshaus ist an fünf von sieben Tagen belegt, das zeigt, wie stark der Zusammenhalt und das Engagement im Ort sind. Dafür brauchen wir auch die passenden Rahmenbedingungen. Unsere Feuerwehr und die Dorfgemeinschaft haben es mehr als verdient, hier modern und zukunftsfähig aufgestellt zu werden: idealerweise mit einem schönen Dorfplatz als Mittelpunkt.
Hier möchte ich mich mit voller Überzeugung einbringen, die Planungen vorantreiben und gemeinsam Fördermittel auf den Weg bringen.
Und natürlich dürfen wir bei all dem unsere Kitas und Schulen nicht vergessen, denn am Ende geht es immer um die Zukunft unserer Kinder.
Kurz gesagt: Der Bedarf ist groß und genau das ist für mich Antrieb, hier aktiv mitzugestalten.
Jonathan Summer: Sie sind 1990 geboren und gehören damit zu den jüngsten Stadtverordneten. Kann das helfen und oftmals lange Entscheidungsprozesse effizienter und mutiger abzukürzen?
Marcel Block: Ich denke, eine Mischung aus Erfahrung und neuen Perspektiven ist immer wertvoll. Als jüngerer Stadtverordneter bringe ich vielleicht eine etwas andere Herangehensweise und Entscheidungsfreude mit, gleichzeitig ist mir der Austausch mit erfahrenen Kollegen sehr wichtig.
Jonathan Summer: Wenn Sie nicht als Ortsvorsteher oder Stadtverordneter aktiv sind, was ist Ihr größtes Hobby?
Marcel Block: Neben meiner beruflichen und politischen Tätigkeit verbringe ich meine Zeit am liebsten mit meiner Familie. Meine beiden Kinder sind vier und sechs Jahre alt. Sie stehen ganz klar im Mittelpunkt und sorgen auch dafür, dass man immer geerdet bleibt. Meine Frau ist Krankenschwester und hält mir im Alltag oft den Rücken frei, dafür bin ich sehr dankbar.
Darüber hinaus bin ich sehr sportinteressiert. Wenn es die Zeit zulässt, fahre ich gerne zu meinem Fußballverein FC Energie Cottbus. Dort unterstütze ich nicht nur die erste Mannschaft, sondern engagiere mich auch für den Nachwuchs und bin als Pate aktiv.
Auch meinem Heimatverein Grün-Weiß Niemegk bin ich eng verbunden. Generell gehören Fußball, Tischtennis und Radfahren zu meinen liebsten Ausgleichen im Alltag. Zudem interessiere ich mich sehr für wirtschaftliche Themen. Das begleitet mich auch über den Beruf hinaus.
Und wenn der Tag geschafft ist, darf zum Feierabend auch mal ein Kaltgetränk nicht fehlen.
Abschließend ist mir wichtig zu sagen, dass ich dieses Mandat mit viel Respekt und Verantwortung wahrnehme. Treuenbrietzen und seine Ortsteile liegen mir sehr am Herzen: hier lebe ich, hier ist meine Familie zu Hause.
Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass sich unsere Stadt positiv weiterentwickelt und auch für die nächsten Generationen ein lebenswerter Ort bleibt. Dabei freue ich mich über den offenen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern – denn gute Politik lebt vom Miteinander.

Jonathan Summer: Einer Ihrer Lieblingsorte in Rietz ist der Backofen. Was verbinden Sie mit diesem Ort?
Marcel Block: Mit diesem Backofen verbinde ich den Duft von frischem Brot, Kuchen, Pizza und viele gute Gespräche. Er steht für gemeinsame Zeit, für Lachen und für das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.
Einmal im Monat kommen wir hier zusammen, lachen, reden und backen miteinander. Jung und Alt, Frauen und Männer, Rietzer und Gäste – hier spielt es keine Rolle, wer man ist, sondern dass man zusammenkommt.
Dieser Ort zeigt, was möglich ist, wenn wir gemeinsam anpacken. Darauf können wir in Rietz stolz sein und darauf bauen wir unsere Zukunft.
Jonathan Summer: Vielen Dank für das Interview.
(Jonathan Summer)
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