Automatenladen

Treuenbrietzen: Freibadsanierung, Radweg oder Jugendscheune – Neun Projekte aus der Nuthe-Nieplitz-Region bewerben sich um LEADER-Förderung

Treuenbrietzen. Neun Projekte aus Beelitz, Treuenbrietzen, Michendorf und Nuthetal bewerben sich um die Förderung aus dem europäischen LEADER-Fördertopf. Die engagierten Bürger und Kommunalbeamten stellten ihre Projekte am 21. April 2026 in der „Alten Feuerwache“ in der Sabinchenstadt Treuenbrietzen vor.

Insgesamt haben sich 50 Projekte aus dem Gebiet der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel um eine Förderung beworben. Bei dem aktuellen Aufruf stehen rund 5,0 Millionen Euro zur Verfügung. Der Förderbedarf der eingereichten Projekte beträgt mit 11,0 Millionen Euro mehr als das doppelte der zur Verfügung stehenden Summe. Aus dem Hohen Fläming möchten 19 und aus dem Bereich des Havellandes 22 Projekte gefördert werden. Für die beiden Regionen folgen in dieser und der kommenden Woche die Vorstellungsrunden.

Die Liste der Projekt reicht von einer Obstbaumpflanzung im Beelitzer Ortsteil Reesdorf bis zur Errichtung eines Automatenladens in Treuenbrietzen.

Bürgermeisterin Claudia Nowka
Bürgermeisterin Claudia Nowka

Die Reesdorfer wollen eine alte Obstbaumallee wiederbeleben. Die Neupflanzung soll rund 20.000 Euro kosten, die Förderung würde 13.500 Euro betragen. Wesentlich mehr wünscht sich die Gemeinde Michendorf. Bürgermeisterin Claudia Nowka stellte das Projekt vor. Das alte Feuerwehrgebäude in Stücken soll zu einem Mehrvereinshaus ausgebaut werden. Kosten 790.000 Euro, Förderung etwas über eine halbe Million Euro.

In Nuthetal wünscht man sich einen Radweg zwischen Tremsdorf und Gröben. Eine ehemalige Landesstraße soll für 525.000 Euro auf einer Länge von 2,2 Kilometern und einer Breite von 3,00 Metern ausgebaut werden. Damit will man das gute Radwegenetz in der Gemeinde weiter ausbauen und eine Verbindung in den benachbarten Landkreis Teltow-Fläming schaffen.

Marzahna
Fussboden in Marzahna

Gleich sechs Projekte aus der Stadt Treuenbrietzen und deren Ortsteilen stellten sich vor. So möchte Sportverein in Marzahna die Erneuerung der Sporthalle fortführen und den Hallenboden für rund 25.000 Euro sanieren. Der Verein hat 120 Mitglieder und ist mit viel Energie sowie Eigenleistung bei der Sache.

Das Freibad in Dietersdorf hat einen weitaus höheren Förderbedarf und soll in mehreren Schritten saniert werden. Den neuen Verein „Schwimmbad Dietersdorf e.V.“, der das Bad gepachtet hat, gibt es seit dem Jahr 2025. Für die Sanierung geht man von einem Bedarf von circa 350.000 Euro aus. Dabei soll die technische und energetische Sanierung der Wasseraufbereitung als erstes erfolgen. Danach ist der Einbau von Poolliften vorgesehen, um auch mobilitätsbehinderten Menschen einen Zugang zu ermöglichen. Auch die Sanitäranlagen sollen erneuert werden.

Pfarrerin Simone Lippmann-Marsch
Pfarrerin Simone Lippmann-Marsch

Die Kirchengemeinde Zauche-Nieplitz möchte eine Scheune zum Jugendklub ausbauen. Pfarrerin Simone Lippmann-Marsch rechnet mit Kosten in Höhe von 525.000 Euro und will die Jugendlichen an den Planungen beteiligen.

Das Familienzentrum der Sabinchenstadt will Senioren zur mehr Bewegung animieren. Deshalb soll am Pauckertring einen Bewegungsparcours aufbauen, um Senioren zur mehr Bewegung verbunden mit sozialem Austausch und Gesundheitsprävention zu motivieren. Der Aufbau soll rund 100.000 Euro kosten.

Auch die Kita „Spielkiste“ benötigt einen Spielplatz und dort vor allem neue Geräte. Ein Spielturm, Kletterkombinationen und weitere Geräte sollen die maroden ersetzen, dabei soll der Spielplatz erweitert werden. Auch hier geht die Stadt Treuenbrietzen von einem Bedarf in Höhe von 100.000 Euro aus.

Schon zum zweiten Mal wurde das Projekt Automatenladen in der Treuenbrietzener Großstraße vorgestellt. Dort sollen etwa zehn Automaten aus den unterschiedlichsten Warenbereichen aufgestellt und rund um die Uhr zugänglich sein. Der Betreiber rechnet mit Kosten von etwa 10.000 Euro je Automat.

Zwei Projekten aus anderen Regionen wurde die Möglichkeit gegeben sich vorzustellen, da sie an den eigentlichen Terminen verhindert sind.

Die Künstlerin und Kulturmanagerin Marie Golüke stellte ihr Projekt „Digitales Dorfmuseum Dahnsdorf“ vor. In einem ihr gehörendem alten LPG-Stall soll ein Archiv zur Dorfgeschichte etabliert werden. Die Materialien sollen digital erfasst werden und in wechselnden Ausstellungen soll auch Gegenständliches zu bewundern sein. Sie rechnet mit Kosten von rund 45.000 Euro.

Ein junges Paar hat einen Vierseithof im Werderaner Ortsteil Töplitz erworben, möchte perspektivisch dort ihr Zuhause schaffen und will die ortsbildprägende Fassade erhalten. Dafür bewirbt es sich um Förderung der Maßnahme. Die Sicherungsmaßnahme an dem Altteilerhaus aus dem Jahr 1867 soll etwa 70.000 Euro kosten.

(Artikelfoto: Vortrag zum Automatenladen)

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