Bad Belzig. Wenn das Technische Hilfswerk im Einsatz ist, muss jeder Handgriff sitzen.
Das gilt besonders für die Fachgruppe Elektroversorgung des THW-Ortsverbandes Bad Belzig. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, bei größeren Stromausfällen wichtige Einrichtungen mit elektrischer
Energie zu versorgen. Dabei kommt es nicht nur auf die Arbeit innerhalb der eigenen Einheit an, sondern auch auf die Abstimmung mit anderen Fachgruppen und Organisationen.
Der Einsatz beim großen Blackout in Berlin Anfang des Jahres hat gezeigt, wie wichtig diese Zusammenarbeit und eine möglichst realitätsnahe Ausbildung sind. Dort war die Fachgruppe Elektroversorgung aus Bad Belzig mit im Einsatz und versorgte unter anderem ein Seniorenheim, einen Katastrophenschutz-Leuchtturm sowie den Bereich am Bahnhof Wannsee mit Strom. Gerade bei größeren Leistungsanforderungen kann es notwendig werden, mehrere Netzersatzanlagen verschiedener Einheiten zusammenzuschalten und gemeinsam zu betreiben. Das stellt besondere Anforderungen an Technik und Einsatzkräfte und muss entsprechend regelmäßig trainiert werden.
„Solche Einsätze zeigen uns immer wieder, dass sich reale Einsatzlagen nur bedingt im Lehrbuch abbilden lassen“, sagt Daniel Pfitzner von der Fachgruppe Elektroversorgung. „Wir haben dort viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Genau solche komplexen Situationen müssen wir trainieren können, damit wir beim nächsten Einsatz noch besser vorbereitet sind.“
Gerade für die Fachgruppen Elektroversorgung ist es allerdings schwierig, solche komplexen Situationen regelmäßig und realitätsnah zu trainieren. Dafür braucht es entsprechende elektrische Anlagen und Komponenten, an denen unterschiedliche Einsatzszenarien praktisch geübt werden können.
Es gibt 668 Ortsverbände in Deutschland. Für die Grundausstattung ist der Bund zuständig und dieser muss natürlich Prioritäten setzen, was finanziert werden kann und muss. Die Ortsverbände haben mitunter auch zusätzliche Wünsche für bestimmte Materialien oder Ausbildungsmöglichkeiten. Das ergibt sich meist aus den Erfahrungen einzelner Einsätze. Deshalb will die Fachgruppe Elektroversorgung in Bad Belzig eine eigene Übungsstrecke einrichten. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Einheiten, die für die Elektroversorgung verantwortlich sind. Große Unterstützung erhält sie dabei von E.DIS, die bereits einiges an Material zur Verfügung gestellt hat. All das kostet natürlich Geld.

Unterstützt wird der Ortsverband dabei auch von seinem Helferverein, der „Vereinigung der Helfer und Förderer des Technischen Hilfswerks in Belzig“. Der Verein unterstützt den Ortsverband und insbesondere die Jugendgruppe und hilft dabei, Projekte und Anschaffungen zu ermöglichen, die nicht aus Bundesmitteln finanziert werden können.
„Für unsere Ausbildungsstrecke haben wir die Spendenaktion „Helfen beginnt mit Ausbildung!“ gestartet. Wir haben schon einiges geschafft, aber bis wir die Strecke so aufbauen können, wie wir sie für eine wirklich realistische Ausbildung brauchen, liegt noch ein ordentliches Stück vor uns“, so Daniel Pfitzner. Deshalb ist man nun auf der Suche nach weiteren Sponsoren.
Die Übungsstrecke soll direkt auf dem Gelände im Gewerbepark Seedoche entstehen. Einige ausrangierte Schaltkästen sowie einen Transformator hat E.DIS bereits zur Verfügung gestellt. Diese Komponenten müssen nun für Übungszwecke hergerichtet und teilweise entsprechend bestückt werden. Auch Strommasten sollen aufgestellt werden, denn ab und zu müssen die Kameraden auch in luftiger Höhe arbeiten.
Wer unterstützen will, kann unter folgender Kontonummer spenden:
www.gofundme.com/f/helfen-beginnt-mit-ausbildung
oder
Mittelbrandenburgische Sparkasse
IBAN: DE05 1605 0000 1000 9479 27
BIC: WELADED1PMB
Fotos von der Ausbildung © THW Bad Belzig
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