Groß Briesen. Fläming 365 und Zauche 365 fragen 30 Menschen, was sie aktuell besonders bewegt. Unser Ziel ist eine Momentaufnahme des Denkens und Fühlens der Menschen in der Region, insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der in der Folge auftretenden Probleme und Konflikte. Wir wollen Leserinnen und Leser zum eigenen Nachdenken anregen.
Interviewpartnerin bei diesem Interview ist Gisela Popp. Sie ist im Bad Belziger Ortsteil Groß Briesen daheim. Die 75jährige Rentnerin hat bis vor kurzem den Seniorenklub im Ort geleitet.
Was bewegt sie gerade?
Persönlich bewegen mich die Gedanken um meine Gesundheit, denn ich habe eine schwere Krankheit überstanden und blicke durchaus optimistisch, aber auch vorsichtig in die Zukunft. Auch die Gedanken darüber, wie lange ich es schaffe Haus und Garten eigenständig zu bewirtschaften, drängen sich immer wieder auf. Im Augenblick arbeite ich an einem Buchprojekt über unser Dorf mit, und deshalb bewegt mich gerade auch die Geschichte von Groß Briesen. Mit dem Blick auf die Weltpolitik macht mir der Ukraine-Krieg Sorgen, denn die Zukunftsaussichten sind dadurch ungewiss. Die Preise steigen.
Haben sie Kontakt zu Ukraine-Flüchtlingen?
Nein, keinen persönlichen oder privaten. Ich finde allerdings, dass ihnen geholfen werden muss. Am besten so, dass sie befähigt werden, arbeiten zu gehen und auf eigenen Beinen zu stehen. Sozusagen als Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei sollten jedoch die nicht vergessen werden, die bei uns im Land ebenfalls Hilfe brauchen. Aber trotzdem möchte ich noch einmal betonen, es muss geholfen werden, denn ein Krieg ist etwas Schreckliches, das, wie ich glaube, niemand von uns erleben möchte.
Als eine der Folgen des Krieges wird wieder über fossile Energieträger nachgedacht. Gerät dadurch der Versuch, den Klimawandel zu verlangsamen, in den Hintergrund?
Vielleicht, denn die Politik redet viel, handelt aber zu zaghaft. Allerdings glaube ich, dass jeder von uns seinen Teil beitragen kann. Man muss nicht zweimal am Tage duschen, nur um ein Beispiel zu nennen. Muss man denn zwei oder dreimal im Jahr in den Urlaub fliegen? Die großen Kreuzfahrtschiffe gehören eigentlich als Umweltschweine verboten und ebenso die großen Autos. Muss man die fahren? Ich finde man sollte sparsam mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen. Ich finde, wir sind sehr verwöhnt und sollten uns durchaus bescheiden. Allerdings muss ich zugeben, dass ich wenig Verständnis für die Proteste der jungen Leute habe, die sich auf der Straße festkleben. Diese Art des Protests wäre nicht die meine.
Vielen Dank für das Gespräch.
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