Potsdam-Mittelmark: Schulsozialarbeit vorerst gesichert – Landrat Köhlers Einsatz beim Bildungsminister wohl erfolgreich

Potsdam-Mittelmark, Bad Belzig. Die Schulen im Fläming und in der Zauche können aufatmen, zumindest bis zum Schuljahresende bleiben die Sozialarbeiter an Bord.

Durch das Auslaufen des Förderprogramms „Aufholen nach Corona“, drohten acht der zwölf Schulen im Landkreis Potsdam-Mittelmark aus dem Programm zu fallen.

„Der Grund: diese Schulen unterrichten seit vielen Jahren nach der Richtlinie des Landes „Gemeinsames Lernen“ und führen für Kinder, die aufgrund ihrer Behinderung einen besonderen Bedarfen haben, keine Förderverfahren mehr durch. Somit sind sie nunmehr nicht weiter förderfähig, da der vom Land gesetzte Sozialindex für diese Schulen keinen gesonderten Bedarf an Schulsozialarbeit sieht“, teilt der Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert mit.

Das sah man im Landratsamt anders. Sowohl Landrat Marko Köhler als auch Jugenddezernentin Anne Baaske haben beim Bildungsministerium interveniert. „Gemeinsames Lernen und Aufwachsen geht nur, wenn ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen. Ich möchte verhindern, dass wir nach jahrelangem Werben für eine Beschulung ohne Stigma wieder eine Rolle rückwärts machen und die Schulen des Gemeinsamen Lernens zu Verlierern werden. Schulsozialarbeit ist hier ein echter Gelingensfaktor – ich hoffe sehr, dass das Ministerium mit uns in den fachlichen Dialog geht und die StartChancen-Richtlinie anpasst“, sagt Baaske und weiß sich mit Köhler auf einer Linie.

Zwischen dem Jugenddezernat und dem Ministerium wurde dazu die Diskussion geführt. Zuletzt wendete sich Landrat Marko Köhler im November 2024 noch einmal mit einem Appell an Bildungsminister Steffen Freiberg und bat darum, auch diejenigen Schulen über eine Anschlussförderung zu unterstützen, die bereits über die Richtlinie „Aufholen nach Corona“ gefördert worden waren.

„Nun erreichte den Landkreis am 13.12.2024 die Nachricht von Minister Steffen Freiberg, das man dem Landkreis zusätzliche Mittel befristet bis 31.07.2025 zur Verfügung stellen würde“, so Schwinzert.

Landrat Marko Köhler wertet dies als Signal, dass das Land die fachlichen Argumente des Landkreises Potsdam-Mittelmark aufgenommen hat:

„Ich freue mich sehr, dass die zahlreichen Gespräche auf verschiedenen Ebenen und nicht zuletzt mein persönlicher Appell zu einer Bewegung im Bildungsministerium geführt haben. Unser gemeinsames Anliegen und Ziel muss es sein, Schulsozialarbeit zu stärken und nicht diejenigen Schulen zu bestrafen, die der Forderung des Landes nach inklusivem Lernen mit behinderten Kindern nachgekommen sind“.

Diese frohe Botschaft kurz vor den Weihnachtsferien dürfte an den betroffenen Schulen für ein Aufatmen gesorgt haben, denn damit sind die Stellen bis zum Schuljahresende im Juli 2025 gesichert.
Dabei handelt es sich um die Grundschulen in Fichtenwalde, Dippmannsdorf, Brück, Niemegk sowie die Geschwister-Scholl-Schule in Bad Belzig und die Rochow-Grundschule in Golzow, dazu das Schulzentrum Ziesar und die Oberschule Brück.

(Artikelfoto: Grundschule Brück)

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