Wiesenburg. Auch nach 20 Jahren gehen den Menschen im Fläming die Ideen nicht aus. So trafen sich am vergangenen Samstag wieder viele Interessierte aus nah und fern in der Kunsthalle Wiesenburg, um Ideen und Vorhaben zu diskutieren und Mitstreiter zu finden. Nur die Themen haben sich im Laufe der Zeit verändert, obwohl einiges auch nach 20 Jahren noch aktuell ist.
Vielfältige Themen

Vielen ist inzwischen unter anderem die Nahversorgung der Bürger wichtig. In den meisten Orten gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten mehr. Man muss in den nächstgrößeren Ort fahren. Das ist besonders für diejenigen, die nicht mobil sind, eine Herausforderung. Der ÖPNV passt nicht immer zu den Vorhaben wie Einkauf oder Arztbesuch. So standen die verschiedensten Vorschläge zur Diskussion. Dazu gehörten Sammelbestellungen mit Abholung in den Dorfgemeinschaftshäusern, ein Lebensmittelbus ähnlich den Bäckereiautos oder auch ein Kleinstmarkt, der vielleicht auch digital als Kiosk sein kann. Oft verhindern die hohen Hygieneauflagen Vorhaben engagierter Bürger. Ebenso vermisst man die kleinen Dorfgaststätten, die früher auch Treffpunkte nicht nur für das Feierabendbier, sondern auch für Gespräche waren. Auch bienenfreundliche Gärten waren ein Thema.
Zukunft des Lokaljournalismus‘
Ganz wichtig für alle Einwohner ist die Versorgung mit lokalen Informationen aus der Region. Die erscheinenden Zeitungen werden immer überregionaler, so dass die Menschen sich nicht mehr wiederfinden. Dabei kann man den Printmedien keinen wirklichen Vorwurf machen, denn viele Entscheidungen hingen an extrem gestiegenen Kosten. Und diese bekommen auch Abonnenten zu spüren. Im Gegensatz dazu sind BRAWO und die Online-Portale Fläming 365 und Zauche 365 für alle kostenfrei zugänglich. Die BRAWO versucht, regionale Berichterstattung nach ihren Möglichkeiten aufzunehmen. Aber dort haben Werbekunden natürlich Vorrang, da die Zeitung sich so finanziert. Die beiden Online-Portale stehen immer wieder vor der Herausforderung einer Finanzierung. Verschiedene Projekte wurden und werden von der Medienanstalt Berlin Brandenburg (mabb) gefördert, vieles machen die wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ehrenamtlich. Das derzeitige Projekt und somit die Finanzierung laufen Ende des Jahres aus. Auch sind einige der Lokaljournalisten im Rentneralter und werden sich in absehbarer Zeit zurückziehen. Man braucht also sowohl Mitarbeiter, als auch eine gesicherte Finanzierung, sonst steht die wohl letzte lokale Berichterstattung vor dem Aus. Als erste Maßnahme wird es im Frühsommer ein Treffen mit Lokaljournalisten aus der Region geben. Dann wird über weitere Möglichkeiten gesprochen, und es werden hoffentlich Lösungen gefunden. Interessenten für diese Arbeit können sich jetzt schon melden bei Andreas Trunschke unter: kontakt@webfischerei.de und Dorothee Bornath unter: mail@bornath.de.
Treffen von „Wiederholungstätern“
Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Samstag waren „Wiederholungstäter“, andere waren zum ersten Mal dabei. Sie schätzten besonders die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und sich zu vernetzen. Die Gespräche wurden sachlich geführt, auch wenn man nicht einer Meinung war. Gänsehaut rief bei vielen der kleine Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre hervor. Alle Teilnehmer sind nun gespannt, was aus den Projektideen wird.
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