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Pflege der Feucht- und Nasswiesen in Bad Belzig und im Planetal

Bad Belzig, Raben, Rädigke. Am Fuße der Burg Eisenhardt in Bad Belzig können Naturfreunde auf einem 2 km langen barrierefreien Naturerlebnispfad wunderschöne Natur genießen. Mitmach-Stationen am Weg informieren spielerisch über die Landschaft und sind auch für Rollstuhlfahrer leicht zugänglich, da sie unterfahrbar sind. Der Spaziergang führt die Besucher durch das Quellgebiet des Belziger Baches durch Erlenwälder und an bunten Wiesen vorbei.

Die sogenannten Burgwiesen gehören zum europäischen Schutzgebiet „Belziger Bach“ und herbergen heute noch viele seltene Pflanzenarten, wie Orchideen, Fieberklee oder Bachnelkenwurz. Ohne regelmäßige Pflege der Wiesen würden sie mit Schilf oder Gebüschen zuwachsen und die seltenen Pflanzen verschwinden. Einst wurden sie mosaikartig von den Bauern und Kleintierhaltern aus den angrenzenden Siedlungen und Dörfern mit schonender Sensentechnik gemäht. Durch die zunehmende Trockenheit und das fehlende Wasser, den Rückgang der Kleintierhaltung und der damit ausbleibenden Pflege drohen die einst so artenreichen Wiesen zu verschwinden.

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Orchideen Belziger Burgwiesen © Andrea Künnemann

Auch das Planetal zwischen Raben und Rädigke beherbergt noch viele dieser artenreichen Feucht- und Nasswiesen. Zu Fuß können Naturinteressierte diese abwechslungsreiche Landschaft auf dem Bergmolchwanderweg entdecken. Das Quellgebiet der Plane umfasst eine vielfältige Natur und steht als Naturschutzgebiet unter Schutz. Auch hier verschwinden durch das fehlende Wasser und die ausbleibende Pflege langsam diese wertvollen Biotope.

Daher finanziert das Landesamt für Umwelt Brandenburg auf ausgewählten, artenreichen Flächen im Planetal und in den Burgwiesen die bodenschonende Mahd wertvoller Feucht- und Nasswiesen über Vertragsnaturschutz-Gelder. Die Naturparkverwaltung Hoher Fläming koordiniert die Pflege mit geeigneten Dienstleistern. Ein wichtiger Partner bei der praktischen Umsetzung der Wiesenpflege ist der NABU Regionalverband Belzig.

Die Mahdtermine variieren und hängen immer vom Aufwuchs und der Witterung ab. Da einige Flächen bereits vergrasen und eine dicke Filzschicht am Boden bilden, werden die seltenen und lichtliebenden Arten zunehmend unterdrückt. Daher wurde in diesem Jahr auf den stark mit Süßgräsern bewachsenen Flächen schon mit einer frühen Mahd Ende Mai begonnen. Flächen, die noch ausreichend nass und artenreich sind, werden erst nach dem Abblühen der Orchideen Ende Juni/Anfang Juli gemäht. Die Wiesen im Quellgebiet der Plane und des Belziger Baches sind grundsätzlich noch sehr nass. Daher muss hier mit bodenschonender Technik oder gar von Hand gearbeitet werden, um Verdichtungen des empfindlichen Bodens zu vermeiden. Auch das Beräumen der Flächen nach der Mahd ist enorm wichtig. So bekommen die seltenen Pflanzen genügend Licht und Platz zum Gedeihen. Die Mahd wird von einem sogenannten Monitoring begleitet. Alle zwei Jahre werden an festgelegten Punkten die Pflanzenbestände genau dokumentiert, um die erfolgte Pflege beurteilen zu können.

Ein Aufwand für den Erhalt eines einzigartigen Lebensraums in unserer Kulturlandschaft, der sich lohnt. Und die seltenen Blüten bieten einen wunderschönen Anblick.

(Artikelfoto: Mahd der Belziger Burgwiesen © Andrea Künnemann)

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