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Bürger fahren für Bürger – Bürgerbus stellt Arbeit ein

Bad Belzig. 6.800 Schichten, 80.000 Fahrgäste und 1,25 Millionen Kilometer – das ist das Ergebnis aus 20 Jahren Bürgerbus im Hohen Fläming. Mit dem seit dem 1. Juni 2026 gültigen neuen Fahrplan für den ÖPNV in Potsdam-Mittelmark wurde das bisher vom Bürgerbus realisierte Rufbusangebot in den regulären Linienbetrieb aufgenommen. Nach fast 20 Jahren stellt damit der Bürgerbus Hoher Fläming e.V. seine Arbeit aufgrund des Erfolges seines Angebotes ein. Zeit, Danke zu sagen.

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20 Jahre Bürgerbus im Hohen Fläming

So trafen sich alle Beteiligten zu einer kleinen Dankeschönveranstaltung im Bad Belziger Rathaus.

„Ihr seid sozusagen Opfer des eigenen Erfolgs“, beschrieb Landrat Marko Köhler die Situation sehr treffend – und ist gleichzeitig stolz und dankbar über das Erreichte. Beeindruckt hat ihn vor allem, dass Bürger nicht nur schimpfen, sondern selbst etwas tun. Und so ist es der politische Wunsch des Landkreises, dass der Verein auch weiterhin aktiv bleibt. Gemeinsam mit regiobus will man Lösungen erarbeiten, wie es mit dem Bürgerbus weitergehen kann. Und das obwohl der Landkreis finanziell mit dem Rücken zur Wand steht. Es stehen Überlegungen an, was man im urbanen Bereich einsparen kann, um den ländlichen Raum nicht abzuhängen. „Es gibt Menschen in Orten, die nicht einmal wissen, wie Bus geschrieben wird“, so Makro Köhler. Die Aussage ist natürlich symbolisch gemeint.

Das sieht auch Martin Grießner, Geschäftsführer von regiobus, genauso. Seit fünf Jahren begleitet er das Projekt in dieser Funktion und dankte für eine sehr angenehme Zusammenarbeit. Auch Roland Ernicke, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Bad Belzig, würdigte die Arbeit des Vereins. „Er hat dafür gesorgt, dass der ländliche Raum mit einem besonderen Angebot glänzen kann“, sagte er. Besonders attraktiv war das Angebot an den Wochenenden und für ältere Menschen, aber auch zunehmend für Touristen. Letzterem stand eine Zeitlang entgegen, dass der Bürgerbus nicht im Internet zu finden war. Später war er dann im Fahrplan zu erkennen, so dass sich auch Besucher der Region im Vorfeld informieren konnten.

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Kleine Präsente gab es für die Fahrerinnen und Fahrer

Geboren wurde die Idee eines Bürgerbusses 2005. Die ersten ihrer Art fuhren bereits 1985 in NRW. 2005 nahm der erste Bürgerbus in Gransee seine Fahrten auf. Warum also nicht auch im Fläming? Auf einer Informationsveranstaltung im November war man sich einig – es soll ein Verein gegründet werden. Dieser Gedanke wurde im Januar 2006 in die Tat umgesetzt.

Die praktische Umsetzung erforderte jedoch noch viel Arbeit, denn der Bürgerbus sollte Lücken füllen zum regulären Fahrplan und zu den Schülerbussen. Außerdem musste geschaut werden, was der Bürgerbus schaffen kann. Am 8. September fand die Jungfernfahrt statt als Linie 555. Anfangs entwickelten sich die Fahrgastzahlen nur zaghaft, das Angebot musste erst breitgestreut werden. Zehn Fahrer waren zu Beginn im Einsatz, geschult von der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB). Im April 2007 warn es bereits 18 Fahrerinnen und Fahrer. Anfangs war die östliche Route in Richtung Niemegk stärker frequentiert, was sich jedoch im Verlauf der Zeit änderte. Da war dann die Strecke Wiesenburg mehr nachgefragt. Immer wieder wurden die Strecken angepasst, und auch die Fahrzeuge wurden moderner. Hocherfreut war man 2012 über die Ausstattung mit einem Ticketautomaten, der die Arbeit der Fahrerinnen und Fahrer extrem erleichterte. Auch wurden die Fahrzeuge immer behindertengerechter, so dass die Mitnahme von Rollstuhlfahrern, Rollatoren und Kinderwagen kein Problem mehr waren. Auch das Ein- und Aussteigen war mit moderner Technik leichter geworden. Letztlich stieß der Kleinbus immer wieder an Kapazitätsgrenzen, so dass regiobus einzelne Fahrten mit dauerhaft hoher Nachfrage übernahm.

Wie es nun weiter geht mit dem Verein, wird gemeinsam beraten. Man ist sich sicher, es werden sich neue Aufgaben finden. Das gemeinsamen Erinnerungsfoto vor dem Bus war noch einmal etwas Bewegendes. Dieser wurde von Lars Holzapfel zum Rathaus gesteuert. Das außergewöhnliche ist, Lars Holzapfel hatte als ehrenamtlicher Fahrer beim Bürgerbus begonnen und diese freiwillige Tätigkeit letztlich zum Beruf gemacht.

Zum Abschied gab es für alle Vereinsmitglieder kleine Geschenke, sowohl vom Landkreis, als auch von regiobus und dem VBB, für den Kai Dahme als Abteilungsleiter Planung anwesend war.

(Artikelfoto: Erinnerungsfoto vor dem Bürgerbus)

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