LINKEN-Politikerinnen Anke Domscheidt-Berg und Claudia Sprengel waren bei APM in Niemegk

Niemegk. Anke Domscheit-Berg interessiert sich für alles, was in ihrem Wahlkreis passiert. Als Netzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE natürlich vor allem auch dafür, wie weit die Digitalisierung im ländlichen Raum vorangeschritten ist und wie die Einwohner, vor allem die Kinder und Jugendlichen, aber auch Unternehmen mit den neuen Möglichkeiten umgehen. Auf ihrer Sommertour besuchten sie und die Direktkandidatin für den Wahlkreis 18, Claudia Sprengel, deshalb am Mittwoch die Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark (APM) und das neue Familienzentrum in Niemegk.

APM, Anke Domscheidt-Berg, Claudia Sprengel, Thomas Wendenburg, Volker Grävert
v.l.n.r.: Volker Grävert, Anke Domscheidt-Berg, Astrid Rabinowitsch, Thomas Wendenburg

Geschäftsführer Thomas Wendenburg gab zunächst einmal einen Überblick über sein Unternehmen. An seiner Seite Mona Belz, die für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist, sowie Volker Gävert, der u.a. den IT-Bereich verantwortet. „Haben Sie acht Stunden Zeit“, reagiert Wendenburg auf die beiden Anliegen der Politikerinnen. Insbesondere die EDV ist im Unternehmen weit entwickelt. Einzelne betriebliche Prozesse sind vernetzt, ebenso die Zusammenarbeit mit den Ämtern, für die die APM auch die Gebühren erfasst. Aber, und da sind sich die Politikerinnen und der Unternehmer einig, entscheidend ist, wie die Kunden die Verwaltung erleben, ob es Stress gibt oder ob alles funktioniert.

„Wenn wir Feierabend machen, müssen die Tonnen von der Straße sein“, beschreibt Wendenburg die Herausforderung für sein Unternehmen. Wenn jemand mal vergessen hat, seine Tonne rauszustellen, ist es ihm lieber, der sagt das ehrlich, als es seinen Leuten in die Schuhe zu schieben, die hätten ausgerechnet seine Tonne vergessen:

„Dann suchen wir nach einer Lösung.“

Mit der Müllmann-App erinnert man Kunden sogar an die Abfuhrtermine. Manche andere technologische Zukunftslösungen wie z.B. die Brennstoffzelle hält er dagegen zwar für interessant, aber noch nicht für den ländlichen Raum geeignet:

„Der Teufel steckt doch im Detail.“

Denkbar und wohl auch schon machbar sind Sensoren, die feststellen, was alles in die Mülltonne geworfen wird. „Aber wollen wir wirklich, dass die einzelne Mülltonne so personenbezogen überwacht werden kann“, fragte Wendenburg und fand die Zustimmung der Netzaktivistin Domscheidt-Berg.

Insgesamt bewältigt APM im Jahr etwa 22.007 Tonnen (Link zur Abfallbilanz: https://www.potsdam-mittelmark.de/fileadmin/Redakteure/PDF/Formulare_Fachbereiche/FB_Umwelt_Landwirtschaft_Verbraucherschutz/oerE/Abfallbilanz_2017.pdf ) Hausmüll. „Und es wird nicht weniger“, bestätigte Wendenburg den LINKEN-Politikerinnen.

Hinzu kommt, dass der Erdölpreis gegenwärtig gering ist, dass es für die Entsorger bzw. Verwerter günstiger ist, die Inhalte der gelben Säcke ebenfalls zu verbrennen, als sie werkstofflich zu verwerten. Die im gelben Sack enthaltenen Metalle können nach dem Verbrennen auch aus der Schlacke separiert werden.

APMDer anschließende Rundgang durch das Unternehmen führte Domscheidt-Berg und Sprengel auch zu Thomas Schulze. Der ehemalige Drahtzieher aus Wiesenburg zerlegt Computer in die Einzelteile, so dass diese weiter verkauft werden können. Fünf bis zwölf Minuten braucht er für einen durchschnittlichen Computer. Am Tag schafft er so 30 bis 40. Immerhin kommen ja auch noch zahlreiche Arbeiten drum herum dazu.

Besonders angetan waren Domscheidt-Berg und Sprengel von den Motiven auf den Müllautos. Sie wurden von der Firma Art-Efx aus Potsdam gestaltet. Für die schmucken Müllautos wurde APM auf der Fachmesse für Abfallentsorgung, der Umweltmesse IFAT in München im letzten Jahr mit dem Kreativpreis ausgezeichnet.

APM, Anke Domscheidt-Berg, Claudia Sprengel

Zum Abschluss des Besuchs muss Wendenburg noch ein Kompliment in Richtung der Kreisvorsitzenden der LINKEN, Astrid Rabinowitsch, die mit dabei war:

„Ihre Fraktion im Kreistag ist immer gut informiert, liest wirklich die Berichte und zeigt ein hohes Interesse.“

Anschließend fuhren Domscheidt-Berg und Sprengel weiter ins neue Familienzentrum Niemegk.

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