Wiesenburg: Barrierefreundlicher Parkzugang in Aussicht

Wiesenburg. Der Zugang zum Wiesenburger Park ist für viele Behinderte, Rollstuhlfahrer und auch ältere Menschen oft ein Balanceakt. Ebenso das Areal vor dem Schloss. Mit Hilfe von Förderungen aus dem LEADER Programm soll jetzt Abhilfe geschaffen werden, auch wenn man keine völlige Barrierefreiheit hinbekommen wird. Da habe der Denkmalschutz ein erhebliches Wort mitzureden, erklärt Landschaftsarchitekt Gunnar Lange aus Bad Belzig auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Er hat den Kommunalvertretern seine Pläne vorgestellt. „Zumindest können wir alles generationsgerecht herrichten“, so Lange.

Drei Teilprojekte zum Park Wiesenburg

Ursprünglich war alles ein großes Gesamtprojekt. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, wenigstens für einen Teil Fördermittel zu bekommen, wurde es geteilt. Deshalb standen nun drei Beschlüsse für Fördermittelanträge auf der Tagesordnung. Sie betreffen den Vorschlossbereich, die Eingänge zum Park und das Teehäuschen.

Pro Rollstuhlfahrer

Gleichzeitig wurden einige zwingend notwendige bauliche Dinge mit eingearbeitet. Wie der aus Holz bestehende Zugang zum Quergebäude. Im Bereich vor dem Schloss soll ein Granitband angelegt werden. Auf diesem läuft und fährt es sich mit dem Rollstuhl bequemer als auf dem derzeitigen historischen Pflaster. Gleichzeitig werden damit auch die einzelnen Gebäude angebunden. Im Fall des Schlosses erst einmal nur bis zum Beginn der Brücke, da das Schloss in Privatbesitz ist. Für den Parkzugang an der Remise konnte mit dem Denkmalschutz ein Kompromiss gefunden werden. Dieser erklärte sich mit einem Kleinsteinpflaster einverstanden.

Problem Regenwasser

Ein Problem stellte immer wieder das Regenwasser dar, welches bei Starkregen unkontrolliert in den Park lief. Da wird nun mit entsprechenden Rinnen Abhilfe geschaffen, die das Wasser in die Teiche und Gräben leiten. Auch die Wege im Park werden so entwässert.

Der schmale Asphaltweg vom Teehäuschen in den Park wird ebenfalls mit Granitplatten gestaltet. Die Stufen unterhalb der Fürstenkrone können im Moment nur von zwei auf drei Stufen geändert werden. Somit reduziert sich die Höhe der Stufen. Mehr ließ die Denkmalbehörde im Moment nicht zu. Gunnar Lange hätte am liebsten einen kleinen Parallelweg angelegt, was jedoch momentan nicht möglich ist.

Die kleine Grotte ist ebenfalls mit einem Rollstuhl nicht zu erreichen. Das bemängelte auch Steffen Teuber. „Wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, sollte da eine Lösung gefunden werden“, so Teuber, „sonst bleiben Kinderwagen und Rollstühle außen vor.“ Auch für einen barrierefreien Zugang zum Teehäuschen gibt es noch keine allerletzte Lösung. Dieses liegt ziemlich hoch, da muss noch einmal intensiv nachgedacht werden. Der Zugang von den Neubauten zum Park soll für den Publikumsverkehr wieder geschlossen werden, um beide Haupteingänge zu stärken. Die Poller werden dazu wieder entfernt.

Instandsetzung des Teehäuschens im Park Wiesenburg

Etwas mehr Fragen warf die gleichzeitig geplante Instandsetzung des Teehäuschens auf. Kommunalvertreter Gerd Metzger scheint die veranschlagte Summe relativ hoch. Aber es gibt an dem denkmalgeschützten Häuschen auch viel zu tun. Zwingend notwendig ist dort die Erneuerung der Elektroanlagen und der bisher noch bestehenden Einfachverglasung. Mit Gas könnte es vom Quergebäude her mit erschlossen werden. Auch die Küche muss zwingend erneuert werden. Für Betreiberin Simone Rosse wären die Maßnahmen eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und damit auch ihres Geschäftes. Die Attraktivität für die Gäste wird erheblich gesteigert. Die Renovierung muss jedoch etwas langfristiger geplant werden. Derzeit sei es unheimlich schwer, Firmen für die Arbeiten zu finden, erklärte Gisela Burmeister. Die Arbeiten am Teehäuschen würden immerhin etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Auch wird man versuchen, weitere Fördertöpfe anzuzapfen. Das Teehäuschen gehöre einfach zum Wiesenburger Park dazu. Und da waren sich die Gemeindevertreter einig – es ist unser aller Park. Die überwiegende Mehrheit der Kommunalvertreter stimmte für die Beschlüsse, die notwendigen Förderanträge zu stellen.

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