Wiesenburg/Mark: Neue Kita-Beitragssatzung wird diskutiert

Wiesenburg/Mark. Mehr Fragen als Antworten wirft im Moment die Kitabeitragssatzung der Gemeinde Wiesenburg/Mark auf. Die Vorsitzende des Sozialausschusses, Daniela Rabinowitsch drängt schon lange darauf, diese zu überarbeiten. Dazu kommen die vom Land festgelegte Entlastung einkommensschwacher Familien und die Beitragsfreiheit für Kinder von drei bis sechs Jahren. Das Geld muss nun von den Kommunen aufgebracht werden. Die Pauschalzahlungen des Landes seien dafür bei weitem nicht ausreichend, informiert Bürgermeister Marco Beckendorf. Inhalt der neuen Satzung soll außerdem die komplette Essensversorgung sein, also auch Frühstück und Vesper. Hier sind in den meisten Einrichtungen momentan noch die Eltern gefragt. Und diese haben Erwartungen.

Zur Erarbeitung und Kalkulation hat die Gemeinde Gespräche mit Benjamin Wagner vom Institut für Public Management geführt. Dieses hat bereits die Abwasserkalkulation erarbeitet. Die Gemeinde stellt nun dem Institut alle notwendigen Daten zur Verfügung, aus denen dann ein Vorschlag als Diskussionsgrundlage erarbeitet wird. Mit diesem wird aber wohl erst im Februar 2020 zu rechnen sein.

Derweil wurden bereits die Eltern in den Kitas zur Versorgung befragt. Das sei aber etwas unglücklich gelaufen, berichtet Doreen Selent, Mitglied des Sozialausschusses. Es hingen vorgeschlagene Essenspläne von verschiedenen Caterern aus, die jedoch nicht den Vorstellungen der Eltern entsprachen. Zudem fehlten den Eltern Informationen zu den Kosten. Deshalb war für den Januar eine Informationsveranstaltung mit dem Landkreis geplant. Auf dieser sollten die Eltern über ihre Rechte und Möglichkeiten informiert werden. Diese stieß jedoch beim Rathauschef auf keine Zustimmung. Er bemängelte, dass die Gemeinde nicht informiert wurde. Auch befürchtet er, nach der Veranstaltung von den Eltern mit Forderungen „überrannt“ und mit Fragen konfrontiert zu werden, die er ohne einen vorliegenden Satzungsentwurf nicht beantworten kann. Zusätzlich gibt es in der Gemeinde sehr unterschiedliche Einrichtungen, in denen bei einigen noch an der Konzeption gearbeitet wird. Denn Wiesenburg möchte sie alle erhalten. Ginge es nach dem Landkreis, müssten Reppinichen und Medewitz auf Grund der geringen Kinderzahlen bereits geschlossen werden. Das ist für den Bürgermeister jedoch keine Option. Erst sollte ein Satzungsentwurf vorliegen und dann eine Veranstaltung mit dem Landkreis stattfinden.

Die anwesenden Eltern befürworten zwar diese Veranstaltung, sehen sich aber kaum in der Lage, Entscheidungen zu treffen, da einfach viele notwendige Informationen fehlen. So sollten zuerst alle befragt werden, wie sie sich die Essensversorgung vorstellen. Und das kann von Kita zu Kita wieder unterschiedlich sein. In den kleineren Einrichtungen wie Reppinichen werden Frühstück und Vesper individuell in der Kita zubereitet.

Es muss also schnellstmöglich eine Lösung her. Sowohl Eltern als auch Gemeinde wollen unter gegenseitiger Beteiligung ihre Wünsche und Visionen darstellen. Dann kann darüber gesprochen werden. Dazu sollten auch noch einmal Elternversammlungen einberufen werden, möglichst in Anwesenheit eines Vertreters der Verwaltung, schlug Marion Gante vor. Das sahen auch die Eltern so, viele kannten die Voraussetzungen gerade mit den beiden kleinen Kitas nicht. Ebenso war die Bildung einer Elterngruppe mit Vertretern aus jeder Kita im Gespräch.

Das Wichtigste ist jedoch erst einmal eine rechtskonforme Satzung. Nebenbei kann dann der Prozess geführt werden, was von den Eltern gewünscht wird. Das beides gleichzeitig geschafft wird, hält der Rathauschef für so gut wie nicht machbar.

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