Wiesenburg/Mark: “Neuland Hoher Fläming” – es geht vorwärts – trotz Corona

Wiesenburg/Mark. Die Corona Krise hatte auch die Aktivitäten des Projektes Neuland Hoher Fläming für eine Weile auf Eis gelegt. „Jetzt sind wir sozusagen wieder aufgewacht im analogen Bereich“, so Dorothee Bornath auf einem kürzlich stattgefundenen Pressegespräch schmunzelnd. Dieser Begriff wurde einst von Walter Boll aus Reetz geprägt und so zum geflügelten Wort. Denn jetzt finden wieder regelmäßige Stammtischtreffen in Mal´s Scheune in Wiesenburg statt. Und auch in diesem Jahr wird es wieder eine Mitmachkonferenz geben. Diese ist für den 24. Oktober geplant. Gleichzeitig wird auch wieder der Fläming-Initiativpreis ausgelobt. Mit dem Preis werden Projekte und Initiativen geehrt, die sich im Sinne der Veranstaltung  „Fläming aktiv – gemeinsam gestalten“ bei der Entwicklung der Region Hoher Fläming beteiligen. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 30. September eingereicht werden.

Durch das Projekt „Neuland Hoher Fläming“ bekommen Interessierte einen guten Einblick in die Region. Im guten Miteinander von „Alteingesessenen“ und „Zugezogenen“ wird die Entwicklung der Dörfer weiter gedacht und gemeinsam Zukunft gestaltet. Die Initiative geht auf Barbara Klembt zurück, die mit Hilfe einer Förderung der Bosch Stiftung zwei Jahre als Neulandgewinnerin mit ihrem Team aktiv ist. Als ehemalige Bürgermeisterin von Wiesenburg/Mark weiß sie um den großen Mehrwert des ländlichen Raumes, den es zu erhalten und zu entwickeln gilt. Hier wird „Neuflämingern“ Unterstützung und Orientierungshilfe beim Ankommen und Hierbleiben geboten. Es gibt Informationen und Tipps, die es ihnen erleichtern, im Hohen Fläming heimisch zu werden.

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Neues Mitglied im Kernteam

Mit dem Neustart nach Corona gibt es auch ein neues Mitglied im Kernteam. Nele Nopper arbeitet bei Smart Village und besitzt so beste Voraussetzungen und Kontakte für eine nutzbringende Zusammenarbeit. „Wir freuen uns über etwas junges und vor allem digital affines“, lächelt Dorothee Bornath. Diese Voraussetzungen können für das neue Projekt der Initiative besonders wichtig sein. Die Förderung von Neuland Hoher Fläming läuft zum Jahresende aus. Aber man möchte bis dahin noch etwas Dauerhaftes schaffen. Zum einen wird eine Projektwebsite mit allen Informationen entwickelt. Eine größere Herausforderung ist jedoch die Entwicklung einer Interaktiven Karte für den Fläming, die auch zum Mitmachen einlädt. Die Idee dazu ist schon über 10 Jahre alt. Jetzt steht man vor der Herausforderung, die Finanzierung zu klären und Mitstreiter für die Programmierung zu suchen. Smart Village wird dabei ein enger Kooperationspartner sein.

Bilanz gezogen

Inzwischen konnte man aber auch Bilanz ziehen. Der regelmäßig stattfindende Stammtisch hat sich etabliert. „Es gibt immer wieder Menschen, die sich für den Fläming interessieren“, so Neulandgewinnerin Barbara Klembt. Aber auch die Zugezogenen informieren sich gern und viel, um heimischer zu werden. Jedoch hätte sich Barbara Klembt mitunter auch mehr Interesse von Einheimischen gewünscht. „Das Wissen von Barbara Klembt anzapfen zu könne, ist toll“, so Claudia Heinz, die sich ja selbst auch als Zugezogene sieht, auch wenn sie schon seit mehreren Jahren hier lebt.

Überrascht waren die Organisatoren immer wieder, wie groß doch das Einzugsgebiet ist. Im Schnitt kamen immer etwa 15 Personen zu den Treffen, die teilweise eine weite Anreise aus Potsdam oder auch Ludwigsfelde auf sich nahmen. Das bestätigt den richtigen Weg des Projektes, den Bekanntheitsgrad über die verschiedensten Vernetzungen zu erhöhen. Aber auch die Mundpropaganda ist nach wie vor wichtig. Und natürlich der Flämingkanal auf YouTube, auf dem man viel Wissenswertes finden kann. Ziel ist es, den Stammtisch auch nach Projektende nicht einschlafen zu lassen.

Aber es gibt natürlich auch noch Reserven. Barbara Klembt spricht da die Ortsentwicklungsplanungen an, die teilweise schon viele Jahre alt sind. Hier hätte sie sich mehr Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern gewünscht, um gemeinsam mit Alteingesessenen und neu Zugezogenen über die Entwicklung der Dörfer zu sprechen. Da gab es nur eine einzige Bitte um Unterstützung. Auch musste teilweise innerhalb des Projektes umgesteuert werden. Bei der Werbung, in den Fläming zu ziehen, stellte man fest, dass es gar nicht so viel freien Wohnraum gibt. So konzentrierte man sich auf die Initiativen, die schon vorhanden waren und stand beratend zur Seite. Und das will man auch weiterhin tun.

Interaktive Karte

Das wichtigste für alle ist im Moment jedoch die interaktive Karte. Auf dieser sollen Besucher Initiativen, Menschen und Institutionen im Fläming finden. Über eine Filterfunktion können diese ganz nach den Interessen des Besuchers ausgewählt werden. Sowas braucht es schon lange, sind alle der Meinung. Bisher mussten sich Gäste alle Informationen  mühsam auf einzelnen Webseiten zusammen suchen. Deshalb sind der Austausch von Erfahrungen und die Kooperationen untereinander besonders wichtig. Der Tourismusverband hat bereits ein technisch funktionierendes Konzept. Das ist besonders wichtig, muss doch die Karten auf allen Betriebssystemen und Geräten funktionieren, also technisch kompatibel sein.

„Wir müssen jetzt mit Akteuren und Nutzern sprechen und zu erfahren, welche Inhalte die Karte haben soll, also was für sie nützlich ist“, so Nele Nopper. Das betrifft nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische. Der Wunsch für die Karte ist, nicht nur Informationen zu vermitteln, sondern auch Menschen und Geschichten darzustellen, also auf der emotionalen Ebene anzusetzen. So geht es jetzt also an das Sammeln von Wünschen und Visionen und an das Suchen von Partnern für die technische Zusammenarbeit.

 

Weitere Informationen gibt es unter:

www.neuland-hoher-flaeming.de

www.flaeming-aktiv.de

Emailkontakte:

mail@bornath.de

barbara.klembt@t-online.de

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