Naturparkzentrum in Raben: Tomatentag in Coronazeiten

Raben. Der Tomatentag im Naturparkzentrum Hoher Fläming in Raben verlief in diesem Jahr etwas anders als gewohnt, aber nicht unbedingt schlechter. Interessenten mussten sich coronabedingt im Vorfeld online oder telefonisch einen Termin buchen. Sämtliche Termine am Sonntag waren ausgebucht. So hatte jeder Gast ein Zeitfenster von etwa 15 Minuten, um sich seine Pflanzen auszusuchen. „Die Reaktion darauf war durchweg positiv“, berichtet Juliane Wittig vom Naturparkzentrum. Die Besucher haben es geschätzt, in Ruhe aussuchen zu können und sich nicht an den Tischen drängeln zu müssen. „Auch für uns war es schön“, so Juliane Wittig:

„Man kam viel besser mit den Leuten ins Gespräch und konnte über die verschiedenen Tomatensorten philosophieren.“

Juliane Wittig
Juliane Wittig

Juliane Wittig und ihre Mitarbeiter haben etwa 80 verschiedene Sorten gesät und pikiert. „Etwa 600 Tomatenpflanzen und etwa 30 Chili- und Paprikapflanzen haben wir auf unseren Fensterbänken zu Hause oder im privaten Gewächshaus vorgezogen“, berichtet Juliane Wittig. Das Angebot wurde so gut angenommen, dass sie letztendlich nur 10 Pflanzen pro Person herausgegeben hat, damit alle welche abbekommen. „Wir können gar nicht so viele heranziehen, wie nachgefragt werden“, so Wittig.

Bemerkenswert ist das Interesse an alten und besonderen Sorten. Die Menschen haben einfach Lust, etwas Neues auszuprobieren. Das Saatgut wird selbst gewonnen, aber auch bei zertifizierten Betrieben gekauft. Einer davon ist die Deaflora Aromagärtnerei aus Glindow. Dort kann man Samen vieler Raritäten erwerben. Viel Saatgut wurde auch bei VERN e.V. bestellt. Dieser Verein hat sich den Erhalt seltener Kulturpflanzen auf die Fahne geschrieben. Und so selten wie manche Pflanzen sind auch deren Namen. „Plan 9 from outer Space“ wurde nach einem Science Fiction Kultfilm benannt, andere wie die Ananastomate oder Black Zebra tragen ihre Namen wegen Form oder Aussehen der Früchte.

Katrin Fischer
Katrin Fischer, links

Viele der Besucher sind „Wiederholungstäter“, wie Katrin Fischer aus Wiesenburg. Sie ist seit langem im Email-Verteiler des Naturparkzentrums und besucht gern die verschiedensten Veranstaltungen. Sie setzt voll auf Bio. Schon in früheren Jahren hat sich Katrin Fischer Tomatensamen aus Raben mitgenommen und hatte damit gute Erfolge. „Aber nach einer gewissen Zeit habe ich gemerkt, dass sich die Tomaten von den selbst abgenommenen Samen verändern“, erzählt sie. Deshalb hat sie sich auf den Weg gemacht, um sich neue Pflanzen zu holen. Sie hat auch schon die verschiedensten Sorten probiert. Wenn die Ernte zu reichlich zum sofortigen Verzehr ist, werden die Früchte aufgekocht und als Soße eingeweckt, auch macht sie gern ihr eigenes Letscho. Von den Tomaten aus dem Supermarkt hält sie nicht allzu viel. Zum einen gibt es nur wenige Sorten, zum anderen sind die meisten mit Pestiziden behandelt. Was man dann alles mit isst, gefällt ihr gar nicht, also setzt sie auf Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten.

Im Herbst soll dann, hoffentlich, wieder die Tomatenausstellung stattfinden. Juliane Wittig ist da guter Hoffnung, dass das klappt. Und die Mitarbeiter des Naturparkzentrums haben einen besonderen Anspruch für die Ausstellung – Tomatensorten von A bis Z. Deshalb wurde beim Samenkauf darauf geachtet, auch Sorten mit ungewöhnlichen Anfangsbuchstaben zu bekommen. Dazu gehört auch Uluru Ochre – womit das U schon mal abgedeckt ist.

(Artikelfoto: Juliane Wittig)

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