Apfel im Mittelpunkt

Raben. Schon zur Tradition sind die Apfeltage im Naturparkzentrum Hoher Fläming geworden. Und in diesem Jahr auch bei herrlichstem Spätsommerwetter, nachdem das Wochenende im vergangenen Jahr völlig verregnet war. „Das haben wir uns auch verdient nach dem letzten Jahr“, sagt Juliane Wittig erleichtert. Immerhin hängen viele Vorbereitungen an dem Fest.

So gaben sich in diesem Jahr die Besucher sozusagen den „Apfel“ in die Hand. Viele kamen auch von weiter her, wie Familie Hermann aus Potsdam. Sie hatten Enkel Bela aus Berlin dabei um ihm zu zeigen, woher die Äpfel und vor allem der leckere Apfelsaft kommen. Dafür waren sie extra auf einer Plantage zum Äpfel pflücken. Und nun durfte Bela die Äpfel selbst in den Behälter zum Schnitzeln werfen. Die Schnitzel kamen dann in die Saftpresse. In dieser befindet sich ein Ballon, welcher mit Luft gefüllt wird und so den Saft auspresst. Aufmerksam beobachtete Bela den Vorgang und freute sich über den ersten Saft.

Über dem Eingang zum Naturparkzentrum bewunderten viele einen wunderschönen Herbstkranz. Brigitte Thäle, Wanderführerin, hat ihn aus Hortensien, fetter Henne und getrockneter Jungfer im Grünen gebastelt. Und natürlich durfte auch der Apfel nicht fehlen. „Ich hab ein Händchen für sowas und auch für den Garten einen grünen Daumen“, schmunzelt sie. Sie und  Ehemann Rolf engagieren sich für den Naturpark, auch, um andere zu motivieren.

Auf der Streuobstwiese und dem Hof stand alles im Zeichen des Apfels. Obwohl die goldgelben Quitten ihm fast die Show stahlen. Ulrich Wichmann, Inhaber einer Baumschule in Steckby bei Zerbst, hatte die verschiedensten Apfelsorten mitgebracht. „Ich bin sozusagen mit dem Apfel in der Hand groß geworden“, lacht er. Durch seine Arbeit in der Baumschule hat er verschiedene Lehrgänge besucht, denn die Kunden wollten natürlich etwas mehr über das Apfelbäumchen wissen, was sie kaufen. So konnte er auch in Raben vielen Besuchern bei der Bestimmung ihrer Sorten helfen, die sie mitgebracht haben. Zusätzlich gab es Tipps für die Lagerung. Denn nicht jede Apfelsorte eignet sich dafür. Besonders Temperaturschwankungen machen dem Obst zu schaffen.

Während sich einige Gäste mit dem „Baumlesen“ beschäftigten, genossen andere den leckeren, selbst gebackenen Apfelkuchen mit einer guten Tasse Kaffee. An den Apfelbäumen auf dem Hof hingen kleine Plakate mit Hinweisen auf Sorte, Anbau und Geschmack. Natürlich hatte auch der Hofladen geöffnet und es gab, wie jedes Jahr, leckeren Flammkuchen mit Äpfeln. Dafür war, wie immer, Heiko Bansen verantwortlich. Daneben gab es am Grill bei Wanderwegpate Rolf Thäle leckere Bratwürstchen vom Wildhandel aus Reckhan.

Zusätzlich wurde am selben Tag auch die Sonderausstellung über Wildbienen eröffnet. Dr. Hannes Petrischak von der Heinz-Sielmann-Stiftung hielt einen kleinen Vortrag über die kleinen pelzigen Wesen. Dabei informierte er auch darüber, welche Arten es bei uns in Brandenburg gibt und was jeder einzelne tun kann, um die Insekten vor dem Aussterben zu bewahren. Denn, man mag es kaum glauben, haben Wildbienen einen höheren Anteil an der Befruchtung von Obst und Gemüse als Honigbienen.

(Artikelfoto: Familie Herrmann und Enkel Bela produzierten ihren eigenen Apfelsaft)

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