Fläminger Mitmachkonferenz: Neuerungen, Diskussionen und ein Preis

Wiesenburg. Auf der diesjährigen Mitmachkonferenz in der Wiesenburger Kunsthalle, gefördert von der „Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ im Rahmen des Programms „Engagiertes Land“, war einiges anders als sonst.

Jugendinitiativpreis ging an die Fläming Füchse

Zum einen wurde erstmals ein Jugendinitiativpreis verliehen. Diesen erhielten die Fläming Füchse, das sind die Juniorranger des Naturparks Hoher Fläming. „Eigentlich gab es noch zwei weitere Bewerber“, erklärte Mitorganisator Florian Görner. Diese sind jedoch kurz vorher abgesprungen, sie hatten Angst vor der Präsentation. „Aber das braucht man nun wirklich nicht“, so Görner. Niemand erwartet von den jungen Leuten eine professionelle Darstellung, sie sollen einfach nur sagen, was sie so machen.

Die Juniorranger hatten mit Hilfe der Naturparkmitarbeiter und Eltern einen kleinen Film erstellt, in dem sie ihr Jahr Revue passieren ließen. Die 6 bis 18 jährigen engagieren sich in verschiedenen Bereichen des Naturschutzes. Sie begeben sich auf Spurensuche um zu schauen, welche Tiere im Fläming leben, kontrollieren die Sommerquartiere von Fledermäusen oder helfen beim Aufstellen und Kontrollieren der Amphibienschutzzäune. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. So gibt es jedes Jahr ein Sommercamp. Dafür werden die mit dem schönen Pokal, den der kleine Luke stolz in den Händen hielt, überreichte finanzielle Zuwendung von 200 Euro gut gebraucht. „Die wird für das Camp im kommenden Jahr verwendet“, so Marina Czepel, die sich um die kleinen Ranger kümmert. Zusätzlich erhielten die Kinder und Jugendlichen Kinogutscheine für das Hofgartenkino in Bad Belzig. Und Hosentaschenmonster. Was das ist? Es sind kleine Glaskugeln mit Gesichtern, angefertigt von der Glaskünstlerin Wiebke Matthes.

Fläming-Initiativ-Preis neu gestaltet

Womit wir bei der nächsten Neuerung sind, denn es gibt einen neuen Wanderpokal. Bereits auf dem ersten Vorbereitungstreffen wurde angeregt, dass die Mitmachkonferenz nach vielen Jahren einen neuen Preis braucht. Iris Seraphin nahm die Anregung mit zu den Wiesenburger Glastagen, wo sich jährlich Glaskünstler präsentieren. So entstand quasi ein Gemeinschaftsprojekt. Der dänische Glaskünstler hatte die Idee, Füße darzustellen. Sie sollen das „immer weiter Gehen“ zeigen, aber auch den Fußabdruck, den wir hinterlassen. Er schuf den hohl geblasenen Fuß des Preises, was schon eine hohe Kunst der Glasbläserei ist. Den zweiten Fuß stellte Wiebke Matthes her, die übrigens auch den Jugendpreis schuf. Iris Seraphin blieb dann die schöne Aufgabe, die Fußabdrücke zu prägen und alles zusammen zu fügen. Und es ist ein schöner Preis geworden. Den „alten“ darf Vorjahresssieger Dieter Wankmüller nun behalten und in den Räumen des OELALA Vereins ausstellen. „Aber jeder darf kommen und ihn streicheln, denn das gibt Energie“, schmunzelt er.

Neue Ideen

Aber natürlich wurde auch wieder diskutiert, informiert und neue Ideen geboren oder weiter entwickelt. Besonders interessant für die Wiesenburger Region, es gibt einen neuen Besitzer der Waldhotels „Alte Hölle“. Der Verein „Das ist Kunst e.V.“ will dort einen nachhaltigen Ort mit lokaler und überregionaler Anziehungskraft zu schaffen, an dem Kreativität und Innovation gefördert werden. Damit sollen sowohl lokale als auch überregionale Kunst- und Kulturschaffende, Initiativen und Gewerbetreibende angesprochen werden. Hier können sie Projekte verwirklichen und ihr Wissen und ihre Ressourcen teilen.

„Auf dem Gelände wird viel Raum für Projekte und Workshops bereitgestellt, den wir den lokalen Anwohner:innen, überregionalen Gruppen und Einzelpersonen projektbezogen anbieten. Damit kommen wir unserem Bildungsanspruch nach, und stärken gleichzeitig die Attraktivität des Ortes und der Region für Arbeitsgruppen, die intensiv an kreativen, experimentellen und innovativen Projekten arbeiten wollen“ ist auf der Homepage des Vereins www.hausprojekt.org zu lesen.

Auch das zukünftige Kodorf am Wiesenburger Bahnhof präsentierte sich, ebenso das Coconat mit dem Smart Village Projekt. Hier konnten alle ihre Fragen loswerden, aber auch Gedanken und Vorschläge einbringen. Thema waren auch wieder die Mitfahrbänke. Die Idee ist auf einer vorangegangenen Mitmachkonferenz entstanden und wurde zumindest schon teilweise umgesetzt. Derzeit stehen in der Gemeinde Wiesenburg/Mark drei dieser Bänke, die mit viel Eigeninitiative aufgestellt wurden. Jetzt soll das Projekt aus der Initiativphase heraustreten. Es wird nicht nur im Zusammenhang mit Mobilität gesehen, sondern soll auch den Zusammenhalt fördern. Viele, die sonst allein fahren, sind möglicherweise froh über ein Schwätzchen, dass sie während der Fahrt halten können. Vor allem soll es auch eine Kombination mit der digitalen Entwicklung geben, zum Beispiel durch eine Mitfahrbank-App. Die Initiatoren hoffen, dafür Mittel aus dem Smart-Village-Projekt zu bekommen.

Fläming-Initiativ-Preis ging nach Baitz

Für den diesjährigen Fläming-Initiativ-Preis kamen drei Projekte in die engere Auswahl:

  • Die Baitzer Heizer, die mit ihrer Genossenschaft und der Errichtung eines Heizhauses das Dorf zu einem großen Teil ökologisch mit Energie versorgen,
  • das Projekt „Fläming, Deine Chance“, welches das berufliche Potenzial von Migrantinnen und Migranten mit regionalen Unternehmen zusammenbringt und
  • die Kreativsause im Coconat, die analoges und digitales in der verschiedensten Bereichen verknüpft.

„Wir hatten drei grundverschiedene Projekte als Bewerbung“, stellte Günter Baaske in seinen Worten fest. Er hat es sich nicht nehmen lassen, wieder die Preise zu überreichen und hat  auch einen gewissen Anteil an dem Baitzer Projekt, bei dem er sich vehement für die Fördermittelvergabe einsetzte. Deshalb trägt der große Kessel im Heizhaus auch seinen Spitznamen – Hugo.

Fläminger Mitmachkonferenz 2021

Dementsprechend knapp war auch das Ergebnis. Viele der Anwesenden konnten sich nicht wirklich entscheiden und teilten ihre Punkte. So gewannen die Baitzer Heizer mit 28 1/3 Punkten vor „Fläming Deine Chance“ mit 23 2/3 Punkten. Dritter wurde die Kreativsause mit 16 ¾ Punkten. Für jeden gab es zusätzlich 100 Euro, die aus Spenden auf den Veranstaltung gesammelt wurden. Und die Baitzer Heizer freuten sich über den schönen neuen Pokal.

Musikalisch umrahmt wurde die Verleihung von Alina Gabriel und Maria Todtenhaupt. Nur eins hat nicht richtig funktioniert, die Online-Abstimmung. Genaue Gründe konnte auch Florian Görner noch nicht sagen. „Das ist auf alle Fälle noch ausbaufähig“, resümierte er.

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