Tomatenvielfalt in Raben

Raben. 69 verschiedene Tomatensorten hatten die Mitarbeiter des Naturparkzentrums zur Tomatenausstellung vorsichtig ins Stroh gelegt und beschriftet. Es gibt mindestens eine Sorte je Buchstabe des Alphabets, von A wie Alter Kommunist bis Z wie Zwergenwunder. Neu dabei war in diesem Jahr zum Beispiel Zlatava, eine tschechische Sorte, die als “Blutorange” daherkommt. Und zumindest eine neue Sorte wird im kommenden Jahr wohl dazu kommen. Juliane Wittig hat nämlich eine ganz neue Tomate geschenkt bekommen. Mitgebracht hatte sie Dr. Wanda Born, die an diesem Tag einen Vortrag hielt wie es mit der Samengewinnung bei Tomaten am besten klappt. Die Tomate hat den schönen Namen „Marmorosa“ und wird ihren Platz im Garten von Juliane Wittig finden. Und vielleicht auch als Samen  in anderen Gärten.

 

Das Interesse, Tomaten selbst im eigenen Garten zu ziehen, ist groß. Heiko Bansen kam mit dem Heraussuchen der Samentütchen kaum hinterher. Sie gingen weg wie warme Semmeln, so dass er schon in die Reservetüte greifen musste.  Nebenbei beantwortete er viele Fragen der Gäste, kann er doch aus eigenen Erfahrungen sprechen. Seit vielen Jahren baut er gemeinsam mit Ehefrau Juliane Wittig seltene und alte Tomatensorten im eigenen Garten an.

Großen Zuspruch fanden die kleinen Anleitungszettel und die Liste mit den verschiedenen Tomatensorten. Wie bei Erika Moritz aus Grabow. Sie zieht ihre Tomaten schon länger selbst und holt sich in Raben immer wieder Anregungen. Über 10 verschiedene Sorten hat sie in ihrem Garten, probiert aber auch gern Neues aus. Über das Internet hat sie samenfeste Sorten gefunden. Das ist wichtig, denn die Hybriden, die es zu kaufen gibt, eignen sich nicht zur Vermehrung. Diese Erfahrung hat sie selbst gemacht, aus einem Hokkaido Kürbis wurde dann ein großer, fester, der nicht zu genießen war.

Anna Stühle aus Borkheide hat die Info über die Tomatenausstellung im Internet gefunden, als sie gezielt nach Ausflugszielen suchte, wo sie ihren Hund mitnehmen kann. „Sonst wäre ich mit ihm hier gewandert, hätte ich ihn nicht mit reinnehmen dürfen“, lächelt sie. Sie ist zum zweiten Mal in Raben. „In diesem Jahr wuchsen meine Tomaten wie verrückt“, erzählt sie. Anna Stühle ist in ihrem Garten sehr experimentierfreudig und probiert vieles aus. Und sie entdeckt immer mehr Tomatensorten. Sie hat festgestellt, dass man diese auch gut über Stecklinge vermehren kann. Und sie versucht, eigentlich einjährige Gemüsepflanzen zu überwintern. Mit einer Paprika ist ihr das bereits gelungen, an dieser hatte sie 4 Jahre lang Freude und Ertrag. Auch die Keimlinge von Kartoffeln setzt sie in Töpfe und pflanzt sie im Frühjahr aus. Man braucht jedoch dazu viel Platz auf den Fensterbänken. Getestet hat sie auch, wie sie die Tomaten am besten nachreifen lassen kann. Sie schneidet sehr lange Stängel ab und stellt diese in eine Vase mit Wasser. „So hatte ich fast bis Weihnachten immer wieder rote Tomaten“, erzählte sie.

Es gibt also viele Tricks und in Raben können sich die Tomatenfreunde immer wieder austauschen. Im Frühjahr wird es auch wieder eine Pflanzentauschbörse geben. 

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