Bad Belzig. Schon seit Jahren gibt es in Bad Belzig die Diskussion, wie der Markt besser genutzt werden kann.
Seit dem 11. Juni 2026 erprobt die Stadt Bad Belzig gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern auf einem Drittel des Marktplatzes einen Aufenthaltsbereich mit mobilen Stadtmöbeln, Bäumen in Kübeln, einem mobilen Brunnen, einer Spielekiste und Sonnenschirmen. Die temporäre Umgestaltung führt zwar zum Wegfall von sechs Parkplätzen, wird aber von Bürgern und Gästen gut angenommen. Das beweisen Zählungen und Umfragen. Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Regionalentwicklung wurde nun erste Bilanz gezogen.
An 22 Messtagen wurden 2.946 Aufenthalte von mindestens fünf Minuten gezählt. Am meisten los ist an den Markttagen Dienstag und Donnerstag, am Wochenende deutlich weniger. Der Markt ist also attraktiver, wenn es ein gastronomisches Angebot oder auch Veranstaltungen gibt. Der Platz wurde aber auch oft für Mittagspausen genutzt.
Eine Mehrheit bewertet das Reallabor positiv. Bei allen elf Bewertungsfragen gibt es mehr positive als negative Antworten. Am besten schneiden die Bäume, eine dauerhafte Einrichtung im Sommer und die Bänke ab. Inzwischen hat sich eine Gruppe ehrenamtlich engagierter Bürger gefunden, die das ganz mit entworfen und auch betreut hat. Diese Gruppe trifft sich regelmäßig. Es wurden zehn Mietbäume aufgestellt, eine preiswertere Alternative zu einer Neuanpflanzung. Letztere hätte über mehrere Jahre einen erhöhten Pflegeaufwand und somit zusätzliche Kosten verursacht. Deshalb ist angedacht, die Mietvariante beizubehalten.
Der Verbesserungsbedarf ist konkret. Gewünscht werden vor allem Gastronomie, mehr Grün und mehr Schatten. Die Parkplatzfrage bleibt der Kernkonflikt. Laut Parkraummessung ist der Marktplatz vor allem zu zwei Spitzenzeiten voll.
Die Stadtmöbel sollen auch 2027 wieder aufgestellt werden. Die Ergebnisse der ersten Saison sprechen dafür, die zweite Saison wie geplant umzusetzen. Erkenntnisse und Daten fließen in die zweite Runde mit ein und werden weiterhin erhoben, um am Ende eine solide Entscheidungsgrundlage für die Stadt bieten zu können.
Aus den Reihen der Ausschussmitglieder kam die Frage, ob man solche Möbel nicht auch woanders aufstellen könnte, sozusagen als wandelnde Sitzmöglichkeiten. Auch kam wieder der Gedanke auf, einen Markttag am Samstag zu machen, denn für Berufstätige sind die Vormittage leider nicht machbar.
Views: 307