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Windpark zwischen Reetz und Reppinichen in Planung

Reetz, Reppinichen. Der geplante Windpark zwischen Reetz und Reppinichen spaltet die Dorfgemeinschaften.

windpark reetz,gemeinde wiesenburg/mark, Kinesis Erneuerbare Energien GmbH,reppinichen, landgut reppinichen, reetzerhüttenWährend einige dafür sind, lehnen andere ihn strikt ab, wieder anderen ist es egal. Auf der kürzlich stattgefundenen Informationsveranstaltung in der Reetzer Feuerwehr konnten sich alle Interessierten über Planung und Stand der Dinge informieren. Denn in Stein gemeißelt ist noch gar nichts.

Der Plan

Es sollen elf Windenergieanlagen entstehen. Laut Planung mit einer Nabenhöhe von 125 bis 175 Metern. Es wird ein anerkanntes Vogelschutzsystem eingesetzt. Geplant wird alles von der Kinesis Erneuerbare Energien GmbH. Flächeneigentümer sind das Landgut Reppinichen sowie private Eigentümer.

Voraussetzung ist jedoch ein Beschluss der Gemeindevertretung, denn da die Flächen kein Vorranggebiet sind, braucht es einen Bebauungsplan. Die Gemeinde hat bereits eine Energie-AG ins Leben gerufen, die sich mit den Plänen beschäftigt. Am Ende entscheiden jedoch die Bürger der betroffenen Orte Reetz, Reetzerhütten und Reppinichen. Es wird eine Bürgerbefragung geben. An dieses Ergebnis wird sich die Gemeindevertretung laut Aussage von Bürgermeister Marco Beckendorf halten.

Pro Windpark

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zukünftiger Anblick? – eine Simulation

Es gibt Dinge, die dafür sprechen, aber auch Dinge, die dagegen sprechen. Dafür sprechen die möglichen Steuereinnahmen für die Gemeinde und Zuwendungen für die betroffenen Orte. Und natürlich die saubere Energiegewinnung. Die vorgestellten Zahlen für Einnahmen sind im Moment Rechenbeispiele. So könnten an die Gemeinde fast 100.000 Euro jährlich fließen. Auch die einzelnen Orte könnten von einer Sonderabgabe profitieren. Ebenfalls steht ein Bürgerbonus im Raum. Ob dadurch auch die Strompreise sinken, steht nicht fest.

An verschiedenen Ständen im Feuerwehrhaus wurden Möglichkeiten und bisherige Ergebnisse der Beratungen dargestellt bis hin zu einer Visualisierung. Dort konnten die Anwesenden sehen, wie das zukünftige Landschaftsbild aussehen würde. Weiterhin wurden Maßnahmen und Pläne aufgezeigt, die ausgleichen sollen. Dazu gehören ortsnahe Naturschutzmaßnahmen, Umgehungsstraßen, Löschwasserbrunnen, Lärmschutzwall, Ortsbegrünung, Pestizidverzicht und Blühstreifen.

Contra Windpark

Das reicht einigen Bürgerinnen und Bürgern nicht. Es hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. „Naturpark statt Windpark“ will den Einwohnern die negativen Auswirkungen des Windparks zeigen. Vieles ist auf der Internetseite: www.naturparkstattwindpark.de nachzulesen. Das Baugebiet liegt mitten im Naturpark. Wird es genehmigt, könnte das ein Türöffner für weitere Projekte dieser Art sein, so die Initiative. Das Landschaftsbild wird sich völlig verändern, Lärm und Infraschall können zu gesundheitlichen Problemen führen, die Naherholung ist nicht mehr wie gewohnt möglich.  Für die Nutzung der Windenergie müsste erst das Stromnetz ausgebaut werden. Und was ist, wenn das Projekt scheitert und die Investoren klagen? Wie hoch werden die Windräder und in welchem Verhältnis stehen sie zum Beispiel zum Reetzer Kirchturm? Fragen über Fragen, mit denen sich die Einwohner und die Gemeinde beschäftigen müssen.

Abwägungen und Bürgerentscheid

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Marco Beckendorf und Christian Grauvogel v.r.

Klar ist zumindest, dass es eine genaue Abwägung braucht und dabei der Bürgerwunsch eine entscheidende Rolle spielt. Deshalb wird es noch mehrere Veranstaltungen dieser Art geben, ehe es zum Bürgerentscheid kommt. Die Gemeinde hat sich zur Entscheidungsfindung Unterstützung der Koop Wind gGmbH geholt, die gemeinsam mit der Verwaltung, der Gemeindevertretung, der Ortsbeiräte und Interessengruppen Rahmenbedingungen erarbeitet. „Es soll das Bestmögliche für die Gemeinde herauskommen“, so Christian Grauvogel, Geschäftsführer der Koop Wind. Deshalb sei es so wichtig, Feedback einzusammeln um zu sehen, worauf die zukünftigen Schwerpunkte liegen.

Am 11. Dezember um 18 Uhr trifft sich erneut die Energie AG. Weitere Verhandlungen mit Kinesis stehen an, Szenarien werden fertig gestellt. Dann müssen die Einwohnerinnen und Einwohner der drei betroffenen Orte entscheiden, wie die Region aussehen soll. Und diese Entscheidung wird nicht einfach.

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