Wiesenburg. Die Palette reichte vom Mufu (Multifunktionsraum) über Stallsanierung bis zu Gehwegbau. 19 Projekte für die nächste LEADER-Förderunde hätten sich am Donnerstag, 23.04.26 in der Wiesenburger Kunsthalle vorstellen können, jedoch haben nicht alle Projektträger die Chance genutzt, ihr Vorhaben vorzustellen. Andere dagegen berichteten ausführlich über Ziele ihres Projekts.
Insgesamt haben sich 50 Projekte aus dem Gebiet der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel um eine Förderung beworben. Bei dem aktuellen Aufruf stehen rund 5,0 Millionen Euro zur Verfügung, der Förderbedarf der eingereichten Projekte beträgt mit 11,0 Millionen Euro mehr als das Doppelte der zur Verfügung stehenden Summe. Aus dem aus dem Bereich des Havellandes möchten 22 Projekte und der Nuthe-Nieplitz-Region neun Projekte gefördert werden.
Auf dem Hagelberg soll aus einem Stallgebäude für rund 200.000 Euro ein Multifunktionsraum werden und die Wiesenburg: Schwimmbad, Scheune, Schule
19 Projekte aus dem Hohen Fläming wollen gefördert werden.
Die Gehwegsanierung in der Briesener Straße in Ragösen wird rund eine halbe Million Euro verschlingen.
Das Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) in Bad Belzig hatte zwei Idee eingereicht. Zum einem soll die Aula ausgebaut werden. Dabei soll der rund 160 m² großer Raum energetisch saniert werden (540.000 Euro) und die Gärtnerei zukunftssicher ausgebaut werden. „Ziel des Vorhabens ist der Ausbau einer zukunftsfähigen, ökologisch ausgerichteten Garten- und Produktionsinfrastruktur zur Stärkung praxisnaher Bildungsangebote, regionaler Lebensmittelproduktion, solidarischer Versorgungsstrukturen und gesicherter Arbeits- und Ausbildungsplätze“, sagten die Antragsteller bei der Vorstellung (rd. 120.000 Euro).
Die Räume der Tanzschule Miersch in der Puschkinstraße in Bad Belzig sollen zu einem Bewegungs- und Sportraum durch die auf dem Gelände beheimatete Freie Schule ausgebaut werden und danach nicht nur für den Unterricht genutzt, sondern auch an Interessierte vermietet werden (180.000 Euro).
Seit 22 Jahren prägt der Verein „Altes Haus“ in Lütte das Vereinsleben. Jetzt soll das Ensemble erweitert werden. Der Verein möchte ein altes Kossätenhaus zum Backhaus ausbauen. „Das Dorfbackhaus schafft zentralen Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen und ermöglicht beim gemeinsamen Backen persönlichen Austausch, Begegnungen und Wissenstransfer zwischen Jung und Alt zur Stärkung der Dorfgemeinschaft“, sagte Gudrun Meißner vom Verein bei der Vorstellung (185.000 Euro).
In der Bad Belziger Sandberger Str. soll ein seit über 20 Jahren leerstehendes Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, wieder bewohnbar gemacht werden. Es soll ein Wohnort für ältere Menschen mit circa acht kleinen Appartements mit Teeküche und Badezimmer als persönlicher Rückzugsort werden. Darüber hinaus sind gemeinschaftlich nutzbare Räume für die Hausgemeinschaft wie Küche, Esszimmer, Meditationsraum, Bibliothek und Plätze im Freien geplant. Die Förderung bezieht sich hauptsächlich auf Zimmermannsarbeiten und die Hüllensanierung (rund 400.000 Euro).
Auch im Bereich des Amtes Ziesar tut sich einiges. Das Görzker Freibad feiert im kommenden Jahr das 90ste Jubiläum. „Wir verlieren täglich sechs Kubikmeter Wasser aus dem Becken“, berichtete die ehrenamtliche Bürgermeisterin Anne Constanze Eilzer. Deshalb hält man in der Gemeinde die Sanierung für dringend notwendig. Insgesamt rechnet man mit Sanierungskosten von 1,6 Millionen Euro.
Gräben wird für sein Parkfest gerühmt, das in diesesm Jahr am 12. Juli stattfindet. Allerdings ist das Dorfgemeinschaftshaus kaum nutzbar, der Schimmelbefall tritt immer wieder in dem Containerbau auf, berichtete die Bürgermeisterin Jutta Debler. Deshalb will man einen Neubau, unter anderem mit Bürgermeisterbüro, einem Jugendklub und Sitzungsraum für die benachbarte Freiwillige Feuerwehr (1,3 Mio. Euro).
Für einen Hackschnitzler in Rottstock (900.000 Euro) sowie eine Stallsanierung in Grebs (64.500 Euro) erhofft man sich ebenfalls Fördergelder. Die 200 Jahre alte Buchholz-Orgel in der Görzker Kirche müsste ebenfalls saniert werden (105.000 Euro).
Das Freibad Golzow gilt als Schmuckstück und wird in der Saison gern besucht, immerhin zählt man hier jährlich knapp 6.000 Besucher. Allerdings besteht dringender Sanierungsbedarf, man rechnet mit Kosten von knapp 2,5 Millionen Euro, wie der Vorsitzende des Kultur- und Dorfvereins, Peter Reinhold, berichtete. Eine Erste Förderzusage gab es schon vom Bund. Aus dem Infrastruktur-Sondervermögen kam die Zusage, dass eine Förderung in Höhe von 1,1 Millionen Euro erfolgt.
Im benachbarten Cammer möchte der Dorf- und Heimatverein eine Bühne an der Bockwindmühle errichten. Seit kurzem gibt es dort eine Theatergruppe, die am 27.06. mit ihrem ersten Stück an der Mühle Premiere feiern wird (16.500 Euro).
Auf dem Sportplatz in Niemegk soll die 100 Meter Laufbahn einen Kunststoffbelag erhalten (260.000 Euro). In der Burg Rabenstein ist eine neue Heizung notwendig (57.000 Euro), und in Arensnest muss man die Scheunendächer neu decken (230.000 Euro).
Alles mit Sicherheit notwendige Maßnahmen, die leider nicht alle eine Berücksichtigung finden werden. Die in Klammern angegebene Summen sind die Gesamtkosten, je nach Antragssteller gibt es einen unterschiedlichen Fördersatz.
Wie der LAG-Geschäftsführer Heiko Bansen vorausblickend mitteilte, wird es in dieser Förderperiode, die 2027 endet, nur noch einen einzigen Aufruf im Herbst 2026 geben. Dann dürfen sich wieder alle bewerben.
(Artikelfoto: Altes Haus Lütte, Frau Meißner)
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