Bad Belzig. Die aktuelle Kita-Bedarfsplanung im Landkreis Potsdam-Mittelmark zeigt mancherorts sinkende Geburtenzahlen, weshalb geplante Kapazitätserweiterungen (wie beim Verein HeilOrt Bad Belzig) vom Landkreis teilweise gestoppt wurden.
Grundsätzlich besteht in Brandenburg ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses wurde den Mitgliedern die Bedarfsplanung für die Zukunft von Vertretern des Jugendamtes vorgestellt.
Auch in Bad Belzig sinken die Kinderzahlen. Der Geburtenrückgang machte sich vor allem durch die Corona Zeit und den Beginn des Ukraine Krieges bemerkbar. So wird es demnächst einen Überhang an Kitaplätzen geben. Das könnte für die Stadt bedeuten, Kapazitäten zu reduzieren bzw. in ganz seltenen Fällen auch Einrichtungen zu schließen. Besonders betrifft es größere Einrichtungen wie zum Beispiel die Kita Tausendfüßler. Nicht nur, dass Räumlichkeiten nicht mehr für den Kitabetrieb genutzt werden, auch das personal müsste angepasst werden. In letzterem sehen die Sozialausschussmitglieder eines der größten Probleme. Denn steigt die Kinderzahl wieder, fehlen diese Fachkräfte. Auch die eventuell zwischenzeitlich anderweitig genutzten Räumlichkeiten in den Kitabetrieb zurückzuführen, ist nicht einfach. Auch wenn man nichts verallgemeinern kann, das Problem ist erkannt. Weniger Kinder bedeutet auch weniger Geld vom Jugendamt. Die Betriebskosten für die Gebäude bleiben jedoch gleich. Das Risiko einer Fehlplanung trägt also die Stadt. Gut wäre es, wegen der Delle bei den Geburtenzahlen den Betreuungsschlüssel zugunsten der Kinder zu ändern, was eine höhere Betreuungsqualität bedeuten würde. Es braucht einfach mehr Flexibilität. Die Grundlagen dafür muss jedoch das Land schaffen. Und so ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Die Kitabedarfsplanung ist ein kommunales Planungsinstrument zur Ermittlung, Sicherung und Steuerung von an den tatsächlichen Bedarf angepassten Betreuungsplätzen für Kinder in Krippen, Kindergärten und Horten. Sie dient der Umsetzung des gesetzlichen Rechtsanspruchs auf Kindertagesbetreuung und hilft Kommunen, Über- oder Unterkapazitäten frühzeitig zu erkennen. Gleiches gilt für die Schulbedarfsplanung, die ebenfalls vorgestellt wurde. Sie ermittelt den künftigen Bedarf an Schulplätzen, Standorten und Gebäudeinfrastrukturen, um ein ausreichendes und wohnortnahes Bildungsangebot im zu sichern. Hier sind die Probleme nicht so gravierend wie bei den Kitas. Aber auch in den Schulen müssen Standorte gesichert und die Ausstattung entsprechen angepasst werden. Eine der Hauptaufgaben ist jedoch, genügend Lehrpersonal zur Verfügung zu haben, um Unterrichtsausfall so gering wie möglich zu halten. Hier hat auch Bad Belzig Nachholbedarf.
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