Bad Belzig. Der Parkplatz am Bad Belziger Flämingbahnhof ist stets übervoll. Etwa 3500 Menschen pendeln von dort zu ihren Arbeitsplätzen in die größeren Städte, aber auch etwas 300 pendeln nach Bad Belzig.

Das Problem ist immer die sogenannte letzte Meile in die Orte der Umgebung. Bisher wurde dafür meist das Auto genutzt, teilweise aber auch das Fahrrad. Aber besonders Inhaber hochwertiger Räder hatten mit den vorhandenen Abstellmöglichkeiten ein Problem, da diese offen zugänglich waren. Wird mein Rad am Abend noch da sein???? Das könnte sich jetzt ändern, denn kürzlich wurde die erste VBB-Mobilstation am Bahnhof in Anwesenheit von Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, eröffnet. Damit werden erstmals Angebote für ein gesichertes Fahrradparken, Bikesharing sowie Bus- und Bahnverkehr an einem Standort verbunden, denn das Parkhaus ist verschlossen. Mit Hilfe einer einfach zu bedienenden App kann es geöffnet werden.
„Wir können damit ein Stück Mobilitätslücke schließen“, sagte Bürgermeister Robert Pulz. Er ist froh, dass die Stadtverordneten grünes Licht für die Mobilstation gegeben haben. „Sowas Modernes hätte sich die Stadt allein nicht leisten können“, so Robert Pulz. Und so zahlte sie gern den Eigenanteil von 10% der Kosten. Die Fördersumme der Anlage betrug rund 479.000 Euro. Der Bau wurde zu 75 Prozent aus dem Sonderprogramm Stadt und Land des Bundes gefördert. Das Land Brandenburg hat diese Förderung im Rahmen des Pilotprojektes zum „modularen Fahrradparken“ um 15 Prozent aufgestockt, so dass sich insgesamt ein Fördersatz in Höhe von 90 Prozent ergibt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 500.000 Euro. Die konzeptionellen Vorarbeiten für die Mobilitätsstation und die digitalen Schlösser für die Leihfahrräder wurden über Fördermittel der Richtlinie „InnoMob“ gefördert.
Die VBB-Mobilstation am Bahnhof Bad Belzig informiert über die Mobilitätsangebote am Bahnhof. Herzstück der Anlage ist der VBB-RadPark mit 59 gesicherten Stellplätzen in einer Sammelschließanlage, darunter vier Stellplätze für Lastenräder. Pendler können ihr Fahrrad am Bahnhof wettergeschützt und diebstahlsicher mit der App „ParkYourBike www.parkyourbike.net abstellen. Die neue Anlage ergänzt die bereits vorhandenen Fahrradstellplätze und wurde im Rahmen des Pilotprojekts „Modulares Fahrradparken“ gebaut. Zusätzlich befindet sich dorrt auch eine Reparatursäule. Diese könnte besonders an Wochenenden wichtig werden. Das sieht auch Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer bei Tourismusverband Fläming e. V., so. „Das Fahrradparkhaus ist ein wichtiges Puzzlestück für den Tourismus“, sagte er. Viele Besucher der Region kämen mit dem Rad, um die Umgebung zu erkunden. Und am Wochenende sei es kaum möglich jemanden zu finden, der bei einer Panne hilft.

Minister Crumbach freute sich über das rege Interesse bei der Eröffnung. Das zeige die große Bedeutung für die Region. Natürlich hatte es seinen Preis, aber schließlich wolle das Land mehr Menschen auf Schiene und Rad bringen. „Gerade im ländlichen Raum ist die gute Verknüpfung von Radverkehr und Bahn entscheidend: Wer sein Fahrrad sicher und bequem am Bahnhof abstellen oder für die letzte Strecke ein Leihrad nutzen kann, steigt leichter auf Bus und Bahn um“, so der Minister.
Christoph Heuing, Geschäftsführer Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, fasste alles so zusammen: „Wir freuen uns sehr, dass die Menschen in Bad Belzig zukünftig gleich doppelt von neuen VBB-Angeboten profitieren. Die Kombination aus VBB-Mobilstation und VBB-RadPark macht den Umstieg zwischen Fahrrad, Sharing-Angeboten und öffentlichem Nahverkehr einfacher denn je. Wer mit dem eigenen Rad anreist, kann es sicher abstellen, und wer keines dabeihat, findet direkt vor Ort ein passendes Leihrad. So stellen wir uns vernetzte Anschlussmobilität vor.“ Für das Digitale ist die Berliner Firma infraVelo zuständig. Das System sei langjährig erprobt und zuverlässig und wird in den Metropolen Tausendfach genutzt, so Michael Fugel, Geschäftsführer von InfraVelo.
Durch die unmittelbare Nähe zur Regionalbahnlinie RE7, zu den Buslinien 570, 572, 581, 582, 588 und 590 sowie zu den Fahrradabstell- und SharingAngeboten entstehen kürzere Wege zwischen den unterschiedlichen Verkehrsmitteln. Besucherinnen und Besucher, die ohne eigenes Rad am Bahnhof Bad Belzig ankommen, können das neue Bikesharing-Angebot des Anbieters „FlämingRad“ nutzen. Zum Start stehen fünf Leihfahrräder in einem gesicherten Bereich des VBB-RadParks bereit. Die Leihfahrräder sind über die App „MOQO“ buchbar. Wie bei allen VBB-Mobilstationen in Brandenburg kann das Sharing-Angebot rund um die Uhr ausgeliehen werden.

Die VBB-Mobilstation in Bad Belzig geht auf ein Mobilitätsstationskonzept des Landkreises Potsdam-Mittelmark aus dem Jahr 2020 zurück, das im Rahmen des Förderprogramms „InnoMob“ des Landes Brandenburg entwickelt wurde. Ziel des Landkreises war es, einen übertragbaren Standard für Mobilitätsstationen zu schaffen, der Planungs- und Umsetzungsprozesse vereinfacht und sich mit möglichst geringem Aufwand auch in anderen Regionen anwenden lässt. Kommunen und Landkreise sollten dabei auf bewährte Konzepte, Gestaltungsstandards und Ausstattungsmerkmale zurückgreifen können, anstatt jede Anlage individuell neu zu planen. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark entwickelte auf dieser Grundlage gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg die Marke VBB-Mobilstation. Der VBB-RadPark ergänzt das Angebot der VBB-Mobilstation in Bad Belzig nun um eine moderne Fahrradabstellanlage und einen integrierten Fahrradverleih.
Im Rahmen des Pilotprojekts „Modulares Fahrradparken im Land Brandenburg“ hat der VBB ein modulares Baukastensystem für insgesamt 13 Standorte entwickelt. Ganz besonders erfreut zeigten sich alle Anwesenden, dass sich das Fahrradparkhaus gut in die Umgebung einfügt, denn es steht zwischen zwei Bäumen. Und man merke auch schon den Effekt, so Robert Pulz, denn es werden Plätze gebucht.
Bilder von der Eröffnung
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