Neue Zitterpartie um Niemegks Freibad

Stadtverodneter Uwe Roßmann (CDU) hielt Wutrede auf die Gehälter im Öffentlichen Dienst/ Neues Betreibermodell wird gesucht

Niemegk. Für die nächste Saison 2019 im Freibad Niemegk muss ein neues Betreibermodell entwickelt werden. Dazu wird zunächst die Gründung eines Freibadvereins favorisiert. Das ist während der Stadtverordnetenversammlung in dieser Woche gesagt worden. Ein neues Betreibermodell wird notwendig, weil sich Renè Hofmeister als privater Pächter aus Krankheitsgründen von der Freizeiteinrichtung zurückziehen wird.

Wie Amtsdirektor Thomas Hemmerling informierte, haben die Johanniter-Unfall-Hilfe, Rettungsschwimmer Thomas, der B.O.S.S.-Kiosk-Service sowie Stadt und Amt Niemegk Bereitschaft erklärt, an einer Lösung zu arbeiten. Das Freibad soll auf breiten Schultern verteilt werden. In ersten Beratungen habe es Konsens gegeben, dass Freibad von Bürgern für Bürger geführt werden soll. Wie das genau gelingen könne, müsse im Einzelnen noch geprüft und erörtert werden. Die Kontaktaufnahme zu Freibadvereinen in Treuenbrietzen und Dietersdorf soll gesucht werden.

Dass der Sportverein Grün-Weiß Niemegk e.V. in die Bresche springt, schloss Eberhard Pulz kategogisch aus. “Das kommt nicht in Frage, solange ich Vorsitzender bin”, sagte der Sozialdemokrat. Kurz danach setzte Uwe Roßmann (CDU) zu seiner Wutrede an.  “Im Öffentlichen Dienst werden alle zwei Jahre die Gehälter erhöht. Der Landrat braucht einen zweiten Stellvertreter. Da spielt überall Geld keine Rolle”, sagte Roßmann. “Es ist zum Kotzen! Und im Freibad soll wieder alles nach Feierabend und im Ehrenamt laufen”, wütete er. Roßmann  erinnerte an die Niemegk-Pleite, die auf dem Titelblatt der “Bild” prangte und schon damals das Freibad zur Disposition stand.  “Damals hat unser DDR-Vizebürgermeister Arno Riedel (SED) einmal gesagt: Im Osten hatten wir auch kein Geld, aber die Badeanstalt stand nicht zur Debatte”, argumentierte der selbständige Elektromeister. Jetzt würde der “schwer arbeitende Öffentliche Dienst” nur zusehen, wie ihm  wieder was auf die Gehälter gelegt werde.

Christian Pietrucha (FDP) war unsicher, ob ein Verein ein Freibad überhaupt betreiben könne. Allein die Haftungsfrage stehe im Raum und etliches zur Organisation. “Das wird echt hart”, meinte der Unternehmer. Hingegen wünschte sich Amtsdirektor Thomas Hemmerling eine eher konstruktive Debatte, in der gemeinsam nach Lösungswegen gesucht werde. “Man kann stundenlang auf die Gehälter wettern. Aber welche Alternativen gibt es?”, fragte der Verwaltungschef in die Runde. Die Vorteile würden klar bei der Gründung eines Vereins liegen.

Ines Maager (Unabhängige Frauen) plädierte dafür, mehr Vereine in die Entwicklung des Freibades einzubeziehen. “Denn ist das Freibad einmal zu, ist es für immer zu!”, warnte die Stadtverordnete, die sich seit Jahren mit anderen Akteuren für das Niemegker Freibad einsetzt.

Auf Vorschlag von Thomas Hemmerling sollen in Workshops alle Möglichkeiten zum Erhalt des Freibades geprüft werden, um am Ende ein tragfähiges Konzept zu verabschieden.

 

 

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