Brandenburger Landpartie auf Gut Schmerwitz

Schmerwitz. „In Benken da treckerts bei Tag und bei Nacht, mehr Trecker im Dorf, als es Haushalte hat“, die Zeilen stammen aus der Benkener Dorfhymne und wurden zur Brandenburger Landpartie auf Gut Schmerwitz in die Tat umgesetzt. Die Benkener Treckerfreunde kamen mit ihren teils historischen Gefährten auf den Gutshof gefahren, viele hatten es sich auf dazugehörigen Anhängern bequem gemacht. Die Traktoren weckten sofort das Interesse den Anwesenden, besonders der Kinder. Der kleine Max aus Görzke ließ sich von Papa Axel Schulze ausführlich die Motoren erklären. Letzterer ist KFZ-Meister, da liegt es nahe, dass sich auch der Sohnemann für Technik interessiert. „Er kennt die Motoren“, so Axel Schulze,“ sowohl die von LKWs als auch die von Traktoren.

In 2 Scheunen steppte am vergangenen Wocheneende der Bär. Das Areal hat sich extrem vergrößert. Neben Handwerk und Informationsständen kam natürlich auch das kulinarische nicht zu kurz. Anett Blasche, Inhaberin der Gärtnerei Köhler aus Reetzerhütten hatte gut zu tun, Blumen für die Kränze zu flechten zurecht zu schneiden. Davon waren besonders die Kinder begeistert. Greta aus Damsdorf war mit Oma Christine Dikall gekommen und konnte sich nun mit einem wunderschönen Blumenkranz schmücken. Aber auch die Erwachsenen, wie Carolin Gedlich, Flämingkönigin 2016, waren voll bei der Sache. AM Stand des Naturparkvereins Raben konnten wieder alle ihr wissen testen und Naturmaterialien „erfühlen“.

„Nach dem Fest ist vor dem Fest“, so Betriebsleitern Rita Neumann. Immerhin lagerten in den Festscheunen bis vor 1 Woche noch 150 Tonnen Hafer und Dinkel. Schließlich sind es Produktions- und Lagerhallen. Da ist das gesamte Team von 15 Festangestellten wochenlang im Einsatz, um alles herzurichten. „Es müssen alle an einem Strang ziehen“, so Rita Neumann, „sonst würde es nicht funktionieren. Unter den Händlern sind viele „Wiederholungstäter“. In den ersten Jahren musste man diese noch anschreiben, ob sie sich auf dem Gut präsentieren wollen, jetzt kommen die Anfragen von ganz allein.

Das diesjährige Highlight war die Neueröffnung des Hofladens. Beim betreten desselben roch es nach frischer Renovierung. Die letzten Handschläge wurden noch am Vorabend der Landpartie erledigt. „Wir bieten regionale Bioprodukte und auch Waren des täglichen Bedarfs in Bioqualität an“, so Leiterin Susann Drogi. Viele Produkte kommen aus eigener Produktion. In der hofeigenen Nudelmanufaktur werden 7 verschiedene Sorten Nudeln hergestellt, 3 mit Dinkel und 4 mit Weizen und Ei. Die Eier sind eh das Premiumprodukt. Im neuen Hühnerstall gibt es Platz für 10.000 Legehennen, die in 4 Herden unterteilt sind. Außerdem gibt es Wurst aus der eigenen Schweinehaltung, sowohl im Glas als auch im Naturdarm. Der Apfelsaft stammt von den Streuobstwiesen des Gutes. Dort wachsen 10 alte Sorten, aus denen der Saft hergestellt wird. Im Moment ist der Hofladen werktags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. „Wir sind noch auf der Suche nach Kollegen“, so Susann Drogi. Allein sei es nicht zu schaffen, erst nach einer Erweiterung des Teams könne man auch an Wochenenden öffnen.

Das Gut Schmerwitz bewirtschaftet 1680 Hektar Land. Es gehört zu den größten Biolandbetrieben Deutschlands. 1991 wurde auf ökologische Wirtschaft umgestellt. Früher war es ein herrschaftliches Gut, später ein volkseigenes und landwirtschaftlicher Zweckbetrieb einer Suchthilfeorganisation. Seit Anfang 2009 ist das Gut Schmerwitz Demonstrationsbetrieb für ökologischen Landbau, seit 2000 anerkannter Ausbildungs- und Praktikumsbetrieb. Auch kann man seine Ferien dort verbringen. Das Gästehaus verfügt über 6 Ferienwohnungen und liegt am idyllischen Dorfteich.

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