Mobile Mosterei in Glien

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Klein Glien. Vielleicht müssen Sascha Gostynski und Boris Papprott bald einen Flug nach Kenia buchen. Die beiden jungen Männer betreiben eine mobile Mosterei auf dem Gutshof Glien. Dort findet gerade ein internationales Seminar statt, an dem auch Yvonne A. Miyonga aus Kenia teilnimmt. Sie betreibt dort die Firma Miyonag Fresh Greens, welche frisches Obst und Gemüse, aber auch verarbeitete Produkte vertreibt und sich engagiert, den Gartenbau in Kenia nachhaltig zu verändern.

91% der kenianischen Bevölkerung sind auf die landwirtschaftliche Produktion angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber viele Produkte gelangen erst gar nicht auf den Markt, weil sie nicht den Anforderungen entsprechen. Wir erinnern uns an die krummen Gurken, die nicht verkauft werden durften. So können auch in Kenia etwa 25% der Ernte gar nicht verwendet werden.

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Als Yvonne A. Miyonga auf dem Hof in Glien Sascha Gostynski und Boris Papprott beobachtete, wie sie ihre Mosterei für den ersten Einsatz herrichteten, war sie sofort Feuer und Flamme. Sie löcherte Boris Papprott mit Fragen, denn ihre Idee ist, diese Mosterei auch in Kenia einzusetzen und so nicht brauchbares Obst und Gemüse zu Säften verarbeiten zu können. So sind die Erfahrungen, die mit der mobilen Anlage gemacht werden äußerst wichtig für sie. Denn es könnte in Afrika etwas problematisch werden, da der Betrieb sowohl von Wasser als auch von einem vorhandenen Starkstromanschluß abhängig ist. Trotzdem wären Sascha Gostynski und Boris Papprott bereit, Entwicklungshilfe zu leisten.

Die Idee der Mosterei stammt eigentlich von den Frauen der Beiden. Diese hatten einmal einen Presseartikel über den Aufbau einer solchen in Thüringen gelesen. Irgendwann ist dieser Gedanke wieder aufgekommen. Freunde bei Usedom hatten auch eine solche Anlage aufgebaut und man ließ sich so die Licht- und Schattenseiten des Betriebes erklären. Da das Thema Natur sich durch das Leben der beiden gebürtigen Berliner zieht, wurde die Idee nun in die Tat umgesetzt. Etwa ein Jahr haben Sascha Gostynski und Boris Papprott gebraucht, bis es nun endlich soweit ist, dass die Mosterei in den ständigen Betrieb gehen kann. Sie bekamen 45 % Förderung auf die Anlage, was gleichbedeutend war mit viel Papierkrieg. In der kommenden Woche ist nun die offizielle Abnahme und dann kann es endlich losgehen.

Etwa 80 % der Mostproduktion wird stationär erfolgen, das heißt, die Leute kommen mit ihrem Obst nach Klein Glien. Fährt man zu den Leuten, muss schon eine gewisse Abfüllmenge erreicht werden, um rentabel zu arbeiten. Außerdem muss ein Starkstrom- und Wasseranschluss vorhanden sein. Auf dem Gutshof selbst können die Leute beim Mosten dabei bleiben und wenn sie wollen, auch selbst mit anpacken. So hat das Ganze ein bisschen etwas von einem Event, was Sascha Gostynski und Boris Papprott auch sehr wichtig ist. Auf dem Gutshof gab es vor vielen Jahren schon einmal eine Mosterei. Bei der Besichtigung der Scheune fand man noch die alten Schilder und die alten Preise. „Die kann man heute natürlich vergessen“, schmunzeln die beiden.

Gebaut hat die Anlage eine österreichische Firma, die seien in der Hinsicht etwas weiter als hier, so die beiden zukünftigen Mosthersteller. Die ganze Geschichte ist nämlich immer noch ein Nischenprodukt. Beim Mosten selbst fällt nach dem Auspressen des Obstes sogenannter Trester an. Diesen kann man gut als Dünger, aber auch als Viehfutter verwenden. Sascha Gostynski und Boris Papprott  würden sich freuen, wenn sich Leute fänden, die diesen brauchen und abholen würden.

In der letzten Augustwoche soll es nun losgehen. Wer sein Obst zu Most verarbeiten lassen möchte, kann unter 0174 – 870 8111 eine Termin vereinbaren.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Mosterei:

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