Offene Gärten im Fläming

Wiesenburg. Die große Trockenheit des vergangenen Jahres hat auch dem Garten von Christian Höhne aus Wiesenburg zugesetzt. Da hat er etwa 200.000 m³ Wasser verbraucht. Obwohl Garten schon fast nicht mehr der richtige Ausdruck ist. Das etwa 5000 m² große Areal ähnelt schon fast einer Parkanlage. Seit etwa 12 Jahren ist Christian Höhne dabei, es nach seinen Vorstellungen zu gestalten.

Zuerst pflanzte er Gehölze, dann Stauden. Unter ihnen sind auch einige Raritäten, für die er einige Anstrengungen in Kauf nimmt. Es gibt viele Pflanzenbörsen, aber auch im Internet wird er oft fündig. Es muss nur aufgepasst werden, dass die Pflanzen auch unser Klima vertragen. Der 39 jährige hat mit dem Gärtnern 2001 begonnen. Es ist ein reines Hobby und vor allem Ausgleich zu seinem Bürojob im Landratsamt. Inzwischen haben sich viele seltene Gewächse angesammelt, wie zum Beispiel Freilandalpenveilchen, die in südlichen Regionen in freier Wildbahn wachsen. Zum Tag der offenen Gärten strömen zahlreiche Besucher in seinen Garten nach Wiesenburg, denn das Kleinod hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber auch sonst erhält er oft Anrufe von Gartenfreunden, die seinen Garten ansehen wollen. Nebenbei wird mit den Gästen gefachsimpelt und es entstehen neue Kontakte. Im Moment haben die Frühlingsblumen noch die Nase vorn. Rhododendren und Schwertlilien in verschiedenen Farben, blühende Sträucher und Stauden. Im hinteren Teil ist auch endlich der Teich fast fertig, der im Herbst noch als Rohbau zu sehen war.

Ganz anders sieht es bei Magda Lilith Brienza aus. Sie möchte die Menschen daran teilhaben lassen, wie ein Garten entsteht. Das Grundstück gehörte früher Gärtner Gebbers, der auch viel für den

gearbeitet hat. So hat Lilith Brienza das Glück gehabt, beim Kauf des Grundstücks auch seltene Gewächse vorzufinden. Vieles soll naturbelassen bleiben. Darüber freuen sich besonders die Tiere. Das Insektenhotel ist bereits bewohnt, Eidechsen fühlen sich im Garten wohl und regelmäßig kommt sogar ein Eichhörnchen bis auf die Terrasse. Die gelernte Floristin arbeitet viel kreativ. Ihre Werke baut sie in den Garten ein, wie verschiedene Windspiele an den Zweigen der Bäume. Inzwischen hat sie im Garten einen kleinen Laden eingerichtet, in dem sie ihre Werke anbietet. Lilith Brienza macht viel Upcycling. So entstehen aus Kerzenresten neue Kerzen, dazu töpfert sie die passenden Untersetzer selbst. Aus Naturmaterialien gestaltet sie Glückwunschkarten – jedes ist ein Original.

Die Kreativität liegt aber auch in der Familie. Von Sohn Valentino hat sie ein Kochbuch mit dem Titel „Moos, Fisch, Rinde, Blatt“ im Angebot. Die Rezepte darin sind nicht nur für Profis gedacht, sondern auch für experimentierfreudige Hobbyköche, die sich gern ihre Zutaten in der Natur suchen. Kleine Kostproben aus dem Glas wie Marmeladen und anderes verbinden sich gut mit der Natur. Man darf gespannt sein, wie sich der Garten zukünftig entwickelt. Ihren Laden möchte Lilith Brienza zukünftig einmal im Monat nachmittags öffnen, aber Interessierte können auch gern anrufen und einen Termin vereinbaren. Außerdem wird sie sich auf der Brandenburger Landpartie auf dem Gut Schmerwitz präsentieren. Einen ganz besonderen Wunsch hat Lilith Brienza noch. Sie möchte gern ein offizielles Schild „Naturgarten“. Dazu gibt es bei der Lenné-Akademie eine Aktion „Natur im Garten“. Verschiedene Kriterien müssen für die Vergabe der Plakette erfüllt sein. Lilith Brienza ist sich sicher, diese erfüllt sie. Demnächst wird sie sich an die Akademie wenden und ihren Garten für eine Besichtigung anmelden.

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