Reppinichen: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – viele schon

Reppinichen. Schwalben haben die Angewohnheit, ihre Nester unter Toreinfahrten und Dächern zu bauen. So auch bei Erhard Schneider in Reppinichen. Als die Vögel vor vielen Jahren immer wieder ihre Hinterlassenschaften auf seinem unter dem Torhaus abgestellten Auto fallen ließen, entfernte er kurzerhand die Nester. Und handelte sich damit prompt den Ärger seiner Mutter ein.

„Das macht man nicht, das bringt Unglück auf den Hof“, sagte diese. Und ein Jahr später bewahrheitete es sich in seinem persönlichen Leben. Also spannte Erhard Schneider eine große Abdeckplane unter das Torhaus und so blieb das Auto sauber.

Die Schwalben hatten es ihm wohl auch nicht übel genommen, denn sie kamen wieder. Und es wurden immer mehr. So begann Erhard Schneider sich mehr und mehr für die Vögel zu interessieren, nicht zuletzt wegen seiner Lebensgefährtin, die sich im NABU engagiert. Von ihr kam dann auch die größere Initiative für seine jetzige Aktion. Inzwischen gibt es sieben Nester von Rauchschwalben unter dem Vorbau.

Erhard Schneider beobachtete jedoch, dass sich an der alten LPG-Küche gegenüber Mehlschwalben redlich abmühten, dort ein Nest zu befestigen. Diese sind seltener als die Rauchschwalben. So gibt es auch Unterschiede, wie beide Arten ihr Nest bauen. Die Mehlschwalben bauen ihres bis an die Decke heran und lassen nur eine kleine Öffnung, durch die sie hinein schlüpfen können. Aber die Nester hielten nicht und fielen immer wieder herunter. Besonders die Trockenheit macht den Schwalben zu schaffen, denn das Baumaterial enthält kaum Feuchtigkeit und kann so nicht kleben bleiben.

Da muss man doch helfen, dachte sich Erhard Schneider. Er informierte sich und fand fertige Nisthilfen, die man beim NABU erwerben konnte. „Ganz billig waren die nicht“, erzählte er. Er sprach mit den Bewohnern des Hauses, die der Anbringung der Nisthilfen zustimmten. Dafür ist Erhard Schneider dankbar. „Das hätte nicht jeder zugelassen“, freut er sich.

Der Naturschutz steckt Erhard Schneider im Blut. Er hat in der Landwirtschaft gelernt und auch schon in der Forst gearbeitet. Seinen Garten mäht der 63 jährige nur eingeschränkt und freut sich, wenn es auf der Blumenwiese summt und brummt. Auch wenn die Nachbarn ihn deswegen belächeln. Man könnte noch viel mehr tun, ist er der Meinung. „Die Anlage von Blühstreifen wäre eine tolle Sache und vielleicht sollte auch die Straßenmeisterei überlegen, nicht bis in den Straßengraben zu mähen sondern nur bis an die Begrenzungspfähle“, ist sein Vorschlag. Denn es gibt immer weniger Insekten, die unser Obst und Gemüse bestäuben, die Vögel finden weniger zu fressen und suchen sich andere Lebensräume, es ist ein Kreislauf, der uns teuer zu stehen kommen kann.

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