Potsdam-Mittelmark: Der Breitbandausbau kann losgehen

Potsdam-Mittelmark. Klaus Benthin, der Leiter der Heimvolkshochschule am Seddiner See, ist sichtlich erfreut darüber, dass die Unterzeichnung des Vertrages zum großangelegten Breitbandausbau in Potsdam-Mittelmark in seinem Hause stattfinde. Im Forum ländlicher Raum, das seine Einrichtung organisiert, steht “jetzt häufig schnelles Internet als wichtigtes Strukturelement” auf der Wunschliste aller Generationen. Ohne schnelles Internet fühlen sich die Menschen auf dem Lande abgehängt: “Schnelles Internet gehört zur Daseinsvorsorge.”

Mit dem heute unterzeichneten Vertrag soll es endlich klappen. Landrat Wolfgang Blasig verspricht:

“Gemeinsam mit der Telekom werden wir aufs Gas drücken.”

Es soll keine weißen Flecken mehr geben, auch wenn der Landrat nicht garantieren will, dass auch das letzte Forsthaus angebunden wird. Aber garantiert ist laut Vertrag, dass alle Schulen und Bildungseinrichtungen sowie alle Gewerbegebiete mit dem schnellen Zugang ins Netz versorgt werden. Etwa 11.500 Haushalte werden an die Glasfaser angeschlossen, “und wenn in der Zwischenzeit noch weitere Häuser gebaut werden, werden wir die auch versorgen”, so der Leiter Technik der Telekom-Niederlassung Ost, Alexander Vogler.

Stolze 4.000 Kilometer Glasfaserkabel will die Telekom als Vertragspartner in den nächsten drei Jahren verlegen und 500 neue Verteilerkästen bauen, wie Vogler, ankündigt. Insgesamt wird die Investition in die digitale Infrastruktur 46,7 Mio. Euro kosten. Nach Voglers Überzeugung ist die Glasfaser eine Lösung für alle Zukunft:

“Wenn wir die Glasfaser in den Häusern haben, haben wir es geschafft.”

Er setzt hinzu:

“Mit der Glasfaser schaffen wir nicht nur die Grundlage für die Digitalisierung, sondern auch die Grundlage für den Ausbau des Mobilfunks.”

Prinzipiell können die Glasfasern bis zu 1 GB/s übertragen. Für den Bereich West erfolgt der Start in Bad Belzig, für den Bereich Ost in Michendorf. Allerdings sind noch einige Monate Vorbereitung erforderlich, bis die ersten Bagger anrücken können. Der Amtsdirektor von Brück, Marko Köhler, will sofort wissen, ob die erforderlichen Baumaßnahmen mit anderen Tiefbaumaßnahmen abgestimmt werden, “damit nicht eine gerade gemachte Straße wieder aufgerissen werden muss.” Vogler erklärt, dass man jetzt in die Feinplanungen einsteige und dabei hofft, genau diese Informationen von den Kommunen zu bekommen.

Welche Bedeutung diese Infrastrukturmaßnahme für die Region hat, zeigt die Anwesenheit zahlreicher weiterer Bürgermeister und Amtsdirektoren bei der Vertragsunterzeichnung. Schließlich haben die Kommunen diese Aufgabe der Daseinsvorsorge nicht einfach nur an den Kreis abgetreten, sondern im Rahmen der Markterkundung auch intensive Zuarbeiten über Nachholebedarfe geleistet.

Kleine Panne am Start: Tatsächlich wurde der Vertrag am Seddiner See nur von einer Seite unterzeichnet. Während Landrat Wolfgang Blasig und sein Vize, Christian Stein, ihre Unterschrift leisteten, musste der Leiter Technik der Telekom-Niederlasung Ost passen. Obwohl er 3.500 Mitarbeiter leitet, darf er nicht unterschreiben. Die unterschriftsberechtigten Telekomvertreter waren aber durch eine Zugpanne verhindert. Ihre Unterschrift wird nachgeholt.

Alexander Vogler erklärt verschiedene Glasfaserkabel

Eine Bitte der Telekom

Um wirklich die Glasfaser in die Häuser verlegen zu können, benötigt die Telekom die Zustimmung jedes einzelnen Eigentümers. Ziel ist es, so viele Unterschriften wie möglich gleich am Anfang zu bekommen, am liebsten 100 Prozent, mindestens aber 80 bis 95 Prozent. Ansonsten müssen später Gehwege und Straßen wieder aufgerissen werden.

Die Telekom appelliert daher an alle Eigentümer, diese Genehmigungen zu unterschreiben. Es entstehen dadurch für diese keine Kosten.

Glasfaserkabel
Vertragsunterzeichnung
Gruppenfoto mit Landrat, Vertretern der Kommunen und der Ämter sowie der Telekom

 

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