Potsdam-Mittelmark: Frauen auf der Flucht, mitten in Deutschland – Die Fraktion DIE LINKE/PIRATEN beriet zum Problem Frauenhäuser

Potsdam-Mittelmark. Auch in Deutschland sind Menschen auf der Flucht – auf der Flucht vor der Gewalt, die von ihrem Partner oder Ex-Partner ausgeht. Fast 150.000 Fälle wurden 2019 registriert. In 81 Prozent sind die Frauen und ihre Kinder die Opfer. Das war der Hintergrund für Iris Bonwsky (LINKE/Teltow), im Wahlkampf 2019 ein Frauenhaus für Potsdam-Mittelmark zu fordern. Die Kreistagsfraktion DIE LINKE/PIRATEN hat sich des Themas angenommen. Anfang September hatte sie nun deshalb Frau Moosdorf, Vertreterin des Frauenhauses aus der Stadt Brandenburg, eingeladen. Das direkte Gespräch mit denen, die die Situation nicht aus Akten, sondern aus eigener Anschauung und Handeln kennen, hat sich in der Arbeit der Fraktion seit vielen Jahren bewährt.

Frau Moosdorf machte deutlich, dass aktuell nicht vordergründig die Zahl der Vorfälle steigt, aber durch Corona, Kurzarbeit und Firmenstillstand die Aggressivität zunimmt. Den betroffenen Frauen ist gerade die Anonymität der Frauenhäuser in den großen Städten Brandenburg und Potsdam wichtig. Das sehen sie im ländlichen Raum nicht gewährleistet. „Hilfreich wären aber mehr wohnortnahe Beratungsmöglichkeiten. Dann könnten die Frauen leichter unbemerkt und frühzeitiger Hilfe bekommen. Dafür braucht es dann mehr erfahrene Sozialarbeiter*innen. Aber auch hier, wo es ganz direkte Hilfe für Menschen in Not ist, wird schlecht bezahlt.“ erläuterte Frau Moosdorf. Auch eine Stelle, wo das viele Geld neu verteilt werden muss.

„Auf der Wunschliste stehen vorrangig zwei oder vielleicht auch drei Notwohnungen außerhalb der Frauenhäuser für die absolute Notfallbetreuung. Dort sollen Frauen – auch mit mehreren Kindern – schnell Unterschlupf finden. Solche Unterbringung ist noch sicherer vor Nachstellungen von Ex-Partnern und kriminellen oder gar mafiösen Netzwerken. Die Fraktion setzt nun nach diesem Gespräch das Thema auf die Tagesordnung des nächsten Sozialausschusses.“ berichtet Astrit Rabinowitsch (LINKE) aus der Fraktionssitzung.

Die Situation soll dort mit allen Fraktionen ausführlich erläutert und nächste, konkrete Schritte beraten werden.

(Astrit Rabinowitsch, Mitglied des Sozialausschusses des Kreistags Potsdam-Mittelmark für DIE LINKE/PIRATEN)

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