Sind Coconat und Smart Village e.V. das Gleiche?

Klein Glien. Was macht Ihr eigentlich und sind Coconat und Smart Village e.V. nicht das Gleiche? Das sind wohl die hauptsächlichen Fragen, die von den Menschen immer wieder gestellt werden. „Ich kann das gut verstehen“, sagt Nele Nopper, „es ist für Außenstehende schon etwas verwirrend.“ Gemeinsam mit Gerrit Van Doorn ist sie Projektleiterin des Vereins Smart Village e.V.

Smart Village: Was oft gefragt wird?

Nele Nopper, Projektleiterin des Vereins Smart Village e.V.
Nele Nopper, Projektleiterin des Vereins Smart Village e.V.

Da immer wieder diese und ähnliche Fragen an sie und die anderen herangetragen werden, wurde nun gemeinsam auf https://smart-village.net/faq/ eine Frage-Antwort-Seite entwickelt, auf der die wichtigsten Fragen beantwortet werden. Ausgewählt wurden die am häufigsten gestellten, zusätzlich kamen weitere Fragen über einen Aufruf bei Facebook. Die Seite entstand in Zusammenarbeit mit Daniela Singhal, Projektleiterin von „WirZuLande“.

Die Fragen wurden thematisch sortiert und sind über ein Aufklappmenü abrufbar, so dass man nicht einen seitenlangen Text vor sich hat. Denn Informationen weiterzugeben über das, was durch Smart Village entstehen soll, ist eine der Aufgaben des Vereins. „Und wir möchten natürlich auch mit vielen Leuten ins Gespräch kommen“, so Nele Nopper. Derzeit geht vieles jedoch nur online. Aber wer weitere Fragen zu Smart Village e.V. hat, darf sich gern unter nele@smart-village.net melden und diese stellen. Bisher stehen auf 21 Fragen Antworten zur Verfügung, der Fragenkatalog kann jederzeit erweitert werden. Neu auf der Startseite des Vereins ist auch eine von der Grafikerin Meike Eitel aus Lüsse gestaltete Übersichtsgrafik über die derzeitigen Projekte. Daran sieht man, dass alles, was passiert untereinander vernetzt und verzahnt ist.

Das heißt also, Coconat und Smart Village sind nicht dasselbe, hängen aber zusammen. Smart Village ist ein eigenständiger Verein und das Coconat ist ein eigenständiges Unternehmen. Jedoch ging die Initiative zur Bewerbung beim Smart Village Wettbewerb der Medienanstalt Berlin Brandenburg aus dem Coconat hervor. Und 2019 hat das Coconat gemeinsam mit der Stadt Bad Belzig, der Gemeinde Wiesenburg/Mark, dem Studio Wiesenburg und dem Medienkompetenzprojekt Wir zu Lande den Verein Smart Village e.V. gegründet. Außerdem waren auch der Naturparkverein Hoher Fläming e.V., die MAZ und Studio Wiesenburg dabei. Einer der Mitgründer und Inhaber des Coconats, Janosch Dietrich, ist der Vorstandsvorsitzende des Smart Village e.V..

COCONAT – a workation retreat im Gutshof Glien

Wer jetzt am Coconat vorbeifährt, wundert sich über das dort verlegte Bahngleis. So schön und nachhaltig eine Zuganbindung wohl auch wäre, diese wird ein Traum bleiben. Aber mit einem Zug hat das Gleis etwas zu tun, genauer gesagt, mit einem S-Bahn Waggon. Und dieser wird bald dort stehen. „Das Projekt Heim[at]office von Neuland 21, welches sich um ortsungebundenes Arbeiten kümmert, hat 20.000 Euro Investitionsmittel zur Verfügung“, erklärt Janosch Dietrich. Man konnte sich mit Ideen bewerben und fand den Gedanken mit einem Waggon passend für das Ziel einer nachhaltigen Mobilität. Durch die weitreichende Vernetzung des Coconat und Anfragen an die verschiedensten Leute wurde der Verein Historische S-Bahn aus Berlin auf die Idee aufmerksam und bot den Prototyp der Berliner S-Bahn zum Kauf an. In diesem Fall nur den Waggon ohne Technik, der Triebwagen mit der Technik steht bereits in einem Museum in München. Nun steht der Waggon rum und muss Platz machen, da die Hallen, in denen er untergebracht ist, für etwas Neues weichen müssen.

Das Coconat hatte gerade das Nachbargrundstück erworben, wo die dortigen Hühnerställe als digitale Arbeitsplätze für lokale Interessenten ausgebaut werden sollen. Man fand so, dass der Waggon sowohl ein toller Blickfang im Eingangsbereich, als auch als Abgrenzung wäre. Auch soll der Waggon ausgebaut werden mit Arbeitsplätzen, Kaffeeecke, Sitzecken und anderem, aber das 50er Jahre Design bleibt erhalten.

„Als wir die Zusage für den Waggon hatten, begann die Überlegung, wohin damit. Immerhin wiegt er 26 Tonnen“, schmunzelt Janosch Dietrich. Also blieb nach Absprache mit Architekt und Statiker nichts anderes übrig, als ein Gleis verlegen zu lassen. Die Deutsche Bahn war sofort bereit, die Arbeit zu einem annehmbaren Preis zu übernehmen. Immerhin kostet der Waggon schon 4000 Euro und der Transport ist auch nicht billig. Der Plan ist, den S-Bahn Wagen in das Projekt Smart City zu integrieren, einem Förderprogramm des Innenministerium über das in den nächsten sechs Jahren Gelder im Bereich Digitalisierung in Bad Belzig und Wiesenburg investiert werden sollen. Mit einem Schwertransport soll nun Anfang Mai der Waggon anrollen. Trotz des großen Rabatts durch die Deutsche Bahn ist man also noch auf Sponsoren angewiesen.

Und auch sonst geht es weiter mit den verschiedensten Projekten in Klein Glien. „Der totale Lockdown war natürlich hart“, bestätigt Janosch Dietrich. Aber man hat die Zeit auch für die Ausarbeitung neuer Ideen genutzt. So steht das Thema nachhaltige Mobilität, besonders per Fahrrad, ganz ober aus der Liste. Da freuen sich alle, wenn in Kürze der neue Radweg ab Bad Belzig eröffnet wird. Auch gibt es Überlegungen, Photovoltaik und Solar aus Dach zu bringen. Und so Corona es will, wird es ab dem Sommer auch wieder die beliebte Pizza geben. Dann kommen auch Spaß und Freude nicht zu kurz.

Derzeit ist man dabei, die Arbeitsplätze im Grünen wieder herzurichten und auch Neues zu schaffen. Und wer das Coconat nach getaner Arbeit wieder verlässt, hat die Gelegenheit zu einem Erinnerungsfoto an der neu gebauten Bilderwand, wie man sie zum Beispiel aus Freizeitparks kennt. Einfach den Kopf durch eine Öffnung stecken und schon ist man jemand ganz anderes. Auch diese Idee entstand während des Lockdowns und wurde von Kresemir Jagiello aus Polen bemalt. Dieser ist ein Freund des Projektes und der Liebe wegen öfter in der Region. Und auch die Medien interessieren sich weiterhin für das Coconat. In der letzten Woche gab es Dreharbeiten für die Samstagssendung RBB Kultur.

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