Nähen in Benken

Benken. „In Benken steht ein Weihnachtsbaum im immergrünen Kleid, ist bunt geschmückt jetzt anzuschaun zur schönen Weihnachtszeit“.  Dass er so toll geschmückt ist, verdankt er der Nähaktion der Benkener.

Durch eine Förderung des Landkreises über das Projekt „Aktiv sein im Alter“ treffen sich seit einiger Zeit Frauen, Männer und Kinder im Dorfgemeinschaftshaus. Dort wird genäht und gebastelt, Karten und Gesellschaftsspiele gespielt. „Das Hauptziel ist, sich wieder zu treffen und nicht allein im stillen Kämmerlein zu hocken“, sagt Roswitha Hoffmann. Sie hat bei der ganzen Sache sozusagen den Hut auf. Seit dem Eintritt ins Rentenalter kann sie wieder mehr ihren Hobbys frönen, den Handarbeiten. So entstand der Gedanke, gemeinsam mit anderen etwas zu machen. „So viel wie in den letzten Wochen habe ich die letzten drei Jahre nicht genäht“, lacht Roswitha Hoffmann.

Benken, Roswitha Hoffmann
Roswitha Hoffmann

Roswitha Hoffmann hat schon früher für ihre Kinder genäht, gehäkelt und gestrickt. Jetzt kann und will die ehemalige Lehrerin an der Bad Belziger Förderschule ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter geben. Und es haben sich viele Interessierte gefunden, die mitmachen. Die Treffen am Freitagabend sind gut besucht, wie auch schon die Infoveranstaltung. Der Antrag auf Förderung war schon im vergangenen Jahr gestellt. Dann kam der Lockdown, so dass nichts möglich war. Aber jetzt hat es endlich geklappt. Mit dem Zuwendungsbescheid konnte Roswitha Hoffmann loslegen und alles Nötige besorgen, angefangen von Scheren, Schneidmatten, Linealen und Stoffen bis hin zu Bastelzeug und Gesellschaftsspielen. Denn die Treffen sollen nicht nur etwas für nähbegeisterte Frauen sein, sondern für die ganze Familie. „Unser großes Ziel ist es, das Gemeindeleben wieder anzuschieben“, so Roswitha Hoffmann, denn auch in Benken gibt es weder Gaststätte noch Einkaufsmöglichkeit, wo man sich treffen könnte. Während also die Frauen nähen, spielen die Kinder Brettspiele, die Männer Karten.

Inzwischen kommen regelmäßig zwischen 10 und 15 Personen. Dabei wird auf die geltenden Corona Regeln geachtet. Jetzt in der Weihnachtszeit ist das Fest natürlich Thema. Es werden Dekorationen und Karten gebastelt. So entstand auch der Schmuck für den Weihnachtsbaum am Festplatz. Kleine Pakete wurden bunt eingepackt, Tannenzapfen angesprüht und Sterne ausgeschnitten und laminiert. Im Eingangsbereich des Dorfgemeinschaftshauses  sind Muster und Vorschläge ausgelegt. Da kann sich jeder aussuchen, was er machen möchte. Anleitung gibt es von Roswitha Hoffmann. Gerade beim Umgang mit der Nähmaschine musste sie oft beim Urschleim anfangen. „Es kommen nämlich auch Leute, die noch nie eine Nähmaschine benutzt haben“, schmunzelt sie.

Da es traurigerweise auch in diesem Jahr keine Rentnerweihnachtsfeier geben wird, haben sich die Näherinnen und der Ortsbeirat etwas Besonderes einfallen lassen. Die Rentner bekommen ein Geschenktütchen mit einem genähten Stern, einer selbst gebastelten Karte und etwas Süßem. Ortsvorsteher Kim Ole Daniels hat als Weihnachtsmann verkleidet die Aufmerksamkeiten zu den Rentnern gebracht.

Im neuen Jahr wird es einen Grundkurs Nähmaschine geben, denn es kam die Nachfrage, auch Bekleidung zu nähen. Auch für einfache Reparaturen an Kleidungsstücken braucht man die Maschine oft. Für das Dorfgemeinschafthaus wollen die Frauen Topflappen herstellen. Und es werden sicher noch viel mehr Ideen geboren, denn die Aktion wird gut angenommen. Alle haben Spaß und das ist das Wichtigste.

(Artikelfoto: Tips von Roswitha Hoffmann, wie es besser geht)

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