Grundschule am Schlosspark in Wiesenburg: Erstes Konzert für Bläserklassen

Wiesenburg. Der Musikunterricht in der Wiesenburger Grundschule findet auf ganz besondere Art statt, nämlich praxisbezogen am Instrument. Vor zwei Jahren hatte sich die Schule für das Bläserklassenprogramm des Landes Brandenburg beworben und bekam einer Zusage. Dafür erhielt sie zwei Instrumentensätze vom Landesverband der Musik- und Kunstschulen. Ein Satz beinhaltet 31 Instrumente und kostet etwa 30.000 Euro.

Wiesenburg, Bläserklassen, Grundschule am SchlossparkMusiklehrer Detlef Metzner ist stolz, auf diese Art unterrichten zu können. Er selbst war Profimusiker und hat erst später Lehramt studiert. „Das war ein toller Start“, sagte er:

„So konnten auch Schüler aus sozial schwächeren Familien ein Instrument lernen, die sich das sonst nicht hätten leisten können.“

Die Bläserklassen beginnen in der Klassenstufe vier, die Schüler behalten ihr Instrument bis zur 5. Klasse. Zu Beginn des Schuljahres gibt es ein „Instrumentenkarussell“. Dort können die Kinder sich ausprobieren. Die Lehrer bewerten dann mit Schulnoten, für wen welches Instrument passen könnte.  Dann dürfen sich die Kinder drei Instrumente aussuchen, auf denen sie zu lernen anfangen. Anhand einer Liste, auf der sozusagen die Begabung für ein Instrument festgehalten wird, können sich Schüler und Lehrer dann orientieren, wer für welches Instrument geeignet ist.

Besonders wird auf die Tuba geachtet, das ist der Bass bei den Bläsern. Wer schon vorher auf der Liste eine 2+ für dieses Instrument hatte, muss schließlich einen bestimmten tiefen Ton erwischen, um weiter zu üben. Da das Instrument für den Transport zu groß ist, bekommen die Tuba-Schüler ein Instrument mit nach Hause zum üben. Viermal wöchentlich wird in der Schule geübt, an den Wochenenden zu Hause. Für den Unterricht bekommt Detlef Metzner einen Tandempartner von der Kreismusikschule „Engelbert Humperdinck“. Es war eine glückliche Fügung, dass Gunnar Heise diese Aufgabe zuteilwurde. „Wir sind auf der gleichen Wellenlänge und haben denselben Humor“, so Detlef Metzner:

„Es hat von Anfang an gepasst.

Auch für die Kinder ist diese Art Musikunterricht viel interessanter. In früheren Jahren hörte man ausschließlich Musik, lernte Biografien von Komponisten, schrieb Noten oder sang Lieder. Jetzt können die Kinder Musik selbst praktizieren, da fällt das Notenlernen viel leichter.

Das erste Jahr der Bläserklassen lief jedoch nicht, wie gewünscht. „Corona hat uns völlig ausgebremst“, sagte Detlef Metzner, da nicht gemeinsam geübt werden durfte. Umso stolzer sind er und auch Schulleiterin Susan Lodge, dass nach einem Jahr Üben das erste große Konzert für die Schüler ansteht. Am 14. Mai dürfen die Kinder gemeinsam mit dem Landespolizeiorchester Brandenburg zum Tag der offenen Tür der Polizei in Potsdam spielen. „Bei uns ist jeder dabei, keiner wird aussortiert, weil er vielleicht nicht ganz so gut ist, wie die anderen“, sagt Schulleiterin Susan Lodge. Und ist froh über ihren engagierten Musiklehrer.

Detlef Metzners große Vision ist es, ein eigenes Schulorchester zu gründen. Deshalb ist die Schule jetzt auf der Suche nach Sponsoren, um weitere Instrumente anschaffen zu können. Das ist nicht nur wichtig für ein Orchester, sonder auch dafür, dass die Kinder ab der 6. Klasse weiter am Instrument Musikunterricht haben können. „Auch die kleinste Spende zählt“, sagt Schulleiterin Susan Lodge. Sie führt die begonnene Arbeit von Ilona Zehnsdorf weiter. Die ehemalige Schulleiterin hatte das Projekt mit eingerührt. Detlef Metzner ist froh, dass er sich damals wie heute auf die Schulleitung hunderprozentig verlassen kann.

Nun freuen sich alle auf den Auftritt in Potsdam. Die Generalprobe auf dem Wiesenburger Blumenmarkt hat schon mal geklappt.

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Der Musikraum

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