Wiesenburg: Jubiläumskalender zum 160. Parkgeburtstag

Wiesenburg. Der Kalender für 2023 ist diesmal etwas ganz Besonderes, denn Dirk Fröhlich widmete ihn dem 160 jährigen Bestehen des Schlossparks. Über Jahre hat er alte Postkarten gesammelt, viele über Ebay oder sonstiges Plattformen im Internet zusammen gesucht. Jetzt ist daraus ein Kalender mit vielen historischen Ansichten entstanden. So kann man nachvollziehen, wie sich der Park im Laufe der Jahre verändert hat.

Im 18. Jahrhundert befand sich südlich des Schlosses ein “Thiergarten” zur waidmännischen Unterhaltung der Schlossbewohner und seiner Gäste. Eine erste gärtnerische Blüte geht auf Luise von Watzdorf  etwa ab den 1830er Jahren zurück, ehe ihr Sohn Curt Friedrich Ernst von Watzdorf ab 1863 mit Übernahme der Herrschaftsgewalt umfangreiche Gestaltungsmaßnahmen durchführte und die heutige Parkanlage schuf.

Im Wesentlichen ist diese bis heute so erhalten. Ihm zu verdanken sind auch die Teppichbeete im Parterre, die jährlich von vielen fleißigen Helfern nach alten Vorlagen bepflanzt werden. Mit dem frühen Tod von Curt Friedrich Ernst von Watzdorf 1881 war die intensive Zeit der Veränderungen beendet. Seine Schwester Elisabeth von Fürstenstein und ihr Sohn, sowie ab 1930 Graf Enzio von Plauen führten die Pflege und Entwicklung des Parks fort, nahmen jedoch nur noch zum Teil Veränderungen vor.

Insbesondere nach dem 2. Weltkrieg – das Schloss wurde als erweiterte Oberschule mit Internat genutzt – verschlechterten sich Pflege und Zustand des Parks. Ab den 1960er Jahren wurde es dramatisch. 1986 bekam die Gemeinde als Eigentümer des Parks die notwendige Unterstützung und begann mit der Restaurierung des schlossnahen  Parkteils. Der sich anschließende Waldpark konnte bisher, auch aufgrund der mangelnden historischen Quellen, nur mit einzelnen kleineren pflegerischen Eingriffen weiterentwickelt werden. So wurde beispielsweise die 1970 mit einer Lärchenschonung geschlossene Sichtachse im Dezember 2003 wieder geöffnet. Mitten im unteren Teil des Parks steht aber auch ein ganz besonderer Baum, nämlich der älteste der ganzen Anlage. Es ist eine Douglasie. Die wurde nachweislich 1869 gepflanzt.

Die Entwicklung des Parks kann man nun anhand des Kalenders bestaunen. Wie jedes Jahr gibt es 200 Exemplare. Und auch wie jedes Jahr gehen sie weg wie warme Semmeln. Zumal es in diesem Jahr noch ein Schmankerl obendrauf gibt. Dirk Fröhlich hat extra eine Briefmarke drucken lassen. Auf ihr ist ein Aquarell aus dem Jahr 1878 abgebildet. „Die wenigsten kaufen sie, um sie auf einen Brief zu kleben“, so Fröhlich, „für die meisten ist es einfach eine Erinnerung.“ Auch Karin Sauerbier kam in den „Landhandel“ in der Görzker Straße in Wiesenburg, um einen Kalender zu erstehen. Er ist für ihre Schwester gedacht. Und es gibt auch wieder ein Kalenderrätsel. „Diesmal ist es wohl recht einfach“, schmunzelt Dirk Fröhlich. So haben auch ortsunkundige eine gute Chance. Zu gewinnen gibt es wieder einen Gutschein für den Landhandel im Wert von 30 Euro.

Auf Grund der Besonderheit des Kalenders sollten sich Interessenten beeilen. Von den Briefmarken sind nicht mehr viele vorrätig.

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