Bundesweiter Vorlesetag in Wiesenburg

Wiesenburg. Aufgeregt warteten die Kinder der Wiesenburger „Grundschule am Schlosspark“  trotz Wind und Schneegriesel auf dem Schulhof auf Bibliothekarin Irina Seeger. Am bundesweiten, nunmehr 19. Vorlesetag, hatte diese wieder viel für die Schülerinnen und Schüler vorbereitet. An verschiedensten Orten bekamen die Kinder von den Vorlesern eine Vielfalt an Geschichten zu hören. „Die Idee ist, dass die Geschichte immer einen Bezug zum Vorleser oder zur Örtlichkeit hat“, erklärte Irina Seeger.

Die Vorbeitung

Zwei Jahre musste die Veranstaltung coronabedingt ausfallen. Die Vorbereitungen sind nicht ganz einfach. Zum einen muss Irina Seeger die Klassenstärke beachten, denn nicht jede Location eignet sich für große Klassen. Außerdem sollen die Klassen, wenn möglich, nie an denselben Ort oder zum selben Vorleser gehen. „Da muss man ganz schön aufpassen“, schmunzelt Irina Seeger. Zusätzlich bereitet sie die Dankeschön-Urkunden für die Vorleser vor und die Überraschungsumschläge. Denn die Kinder erfahren erst kurz vorher, an welchen Ort und zu welchem Vorleser sie gehen. So durften die Klassensprecher einen Umschlag in Empfang nehmen, in dem ihr Vorleseort stand, ebenso ein kleines Dankeschön für die Vorleser. Und dann ging es quer durch den Park zu ihrer Location.

Vorleser und Leseorte

Vorlesetag, WiesenburgViele der Vorleser sind schon traditionell seit Jahren dabei, wie Harald Slibars, Ulrich Jarke, Bürgermeister Marco Beckendorf und die evangelische Kirche. Da es in dieser doch recht kalt war, hatte Gemeindepädagogin Christina Zesche, die dort kindgerechte Bibelgeschichten vorlas, extra heißen Tee mitgebracht. Ulrich Jarke konnte sozusagen in seinem Wohnzimmer vorlesen, in der Orangerie. Dabei erzählte er den Kindern auch, was das ist und wozu sie genutzt wird. Nämlich zum Überwintern der frostempfindlichen Pflanzen. Bei ihm hörten die Kinder Sagen aus dem Fläming. Marco Beckendorf nutzte die ehemalige Touristeninformation im Schlossturm. Hier kämpften die vier Musketiere für Recht und Freiheit. Im Schloss gab es von Harald Slibars Geschichten vom kleinen Drachen Kokosnuss. Bei Urs Bastian im Schlosscafé ging alles rund um die Schokolade, bei Anke Eilert in der Feuerwehr natürlich um Feuerwehrgeschichten. Franziska Mommert, die neue Schulsozialarbeiterin las im Quergebäude vor.

Beim Familienzentrum hat Irina Seeger darauf geachtet, dass die Jüngsten dort zu Gast waren, Immerhin sind sie auch das Klientel für andere Veranstaltungen. In der Kunsthalle hatte Steffi Jeserich von der Verwaltung ein „sprechendes“ Buch dabei. Das konnte nicht nur deutsch, sondern auch andere Sprachen. Und was war wichtig, waren doch in dieser Klasse auch Kinder aus anderen Ländern. Irina Seeger empfiehlt den Vorlesern verschiedene Bücher, aus denen diese dann wählen können.

Jeder Tag ein Vorlesetag

„Eigentlich sollte jeder Tag ein Vorlesetag für Kinder sein“, sagte Irina Seeger. Die gemeinsame Zeit mit Eltern und Großeltern sei so wichtig, meint sie. Gerade in der heutigen Zeit sei es schwer, gegen die digitalen Medien anzukommen. Aber mit ihren Ideen macht die Bibliothekarin immer ein Erlebnis aus diesem Tag. Und der Vorlesetag ist auch darum etwas Besonderes, weil prominente Wiesenburger sich die Zeit nehmen, vorzulesen.

„Vorlesen ist immer ein Geschenk“, so die Meinung von Irina Seege:

„Es ist wohl auch mein Lieblingsevent.“

Eine weitere Überraschung erwartete die Kinder bei ihrer Rückkehr in die Schule. Es gab knackige Bio- Äpfel. Schon seit vielen Jahren bestellt die Schule diese bei beim Biofrucht Senst Handel in Tornau. Bisher wurden sie über ein Projekt zur gesunden Ernährung finanziert. „Das klappte auf Grund der vielen Bewerbungen in diesem Jahr nicht“, erklärte Schulleiterin Susan Lodge. Also bat sie den Schulförderverein um Hilfe, der die Finanzierung übernahm. So konnten die Klassenlehrer vier Kisten leckerer Kinderäpfel verteilen. „Dafür wollen wir uns auch öffentlich ganz herzlich bedanken“, so die Schulleiterin.

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