Niemegk: Fortschritte bei der Sanierung von Großkopfs Mühle

Niemegk. Bereits seit über zwanzig Jahren setzt sich die Urenkelin des Erbauers der Großkopf Turmwindmühle für den Erhalt dieses historischen Gebäudes ein. Unterstützt wird Sabine Wendt durch ihren Ehemann Andreas, ihren Kindern und dem 2008 gegründeten Verein. Es ist ein langer und steiniger Weg, der gepflastert ist mit Bürokratie, unentbehrlichem Fachwissen und viel Geld. Die im Jahre 1906 errichtete Mühle ist ein komplexer Turm aus Technik und alter Handwerkskunst, die nicht mehr viele Menschen beherrschen beziehungsweise bauen können.

Umso schwieriger war und ist die Suche nach geeigneten Handwerkern. Die Mühle steht seit 1998 unter Denkmalschutz. Dadurch stehen der Familie Wendt und dem Verein Fördermittel zur Verfügung. „Unser Ziel ist es, die Mühle und das historische Müllerhandwerk für die Nachwelt zu erhalten. Und wir möchten sie im Fläming als touristisches Ziel etablieren“, so Sabine Wendt:

„Die Untere Denkmalschutzbehörde steht uns mit Beratungen zur Seite. Die Zusammenarbeit läuft gut.“

Allerdings erfordern Fördermittel des Bundes oder des Landkreises viele Anträge und Formulare, Kostenvoranschläge der Handwerker und lange Bearbeitungszeiten.

Dennoch konnten sich Sabine und Andreas Wendt im letzten Jahr über neue Fortschritte der Sanierung freuen. So zum Beispiel erhielten die ersten zwei der insgesamt vier Etagen einen neuen Innenputz. Die Vorarbeiten leistete Andreas Wendt selbst, in dem er den alten Putz entfernte und ihn entsorgte. 5000 Eeuro steuerte der Landkreis Potsdam-Mittelmark bei. Der restliche Betrag von 15.000 Euro musste selbst aufgebracht werden. Durch Spenden und Beiträge der Vereinsmitglieder, durch die Vermietung der nebenstehenden Ferienwohnung und die Umnutzung des alten Kornspeichers zu einem Veranstaltungsraum wird die Vereinskasse aufgefüllt.

Zu jährlichen Veranstaltungen wie dem Knutfest im Januar, dem Mühlentag zu Pfingsten oder dem Tag des Denkmals im September lädt Familie Wendt Anwohner und Gäste zu einem Besuch in die Mühle und einem leckeren, selbst gebackenen Kuchen aus dem Holzbackofen ein. „Viele nutzen diese Tage, um die Fortschritte der Sanierung zu sehen. Wir bekommen dadurch auch positives Feedback zurück“, freut sich Sabine Wendt.

Ein weiterer Fortschritt ist die Restaurierung der Transmission, ein historisches Riemengetriebe, was sich zwischen dem Motor und der Mühlentechnik befindet. Des Weiteren wurde der große, schwere Mahlstein geschärft. Hierbei unterstützte der Müller der historischen Mühle aus dem Park Sanssouci in Potsdam, Frederic Schüler. Der Verein Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg ist eine große Stütze für Familie Wendt. Durch Workshops und Beratungen durch Gleichgesinnte mit großem Erfahrungsschatz erfahren sie viel Hilfsbereitschaft und Unterstützung bei der komplexen Mühlentechnik. „Wir sind keine gelernten Müller. Wir mussten so viel lernen und lernen immer noch. Der Beruf eines Müllers beinhaltet so viel mehr als nur das Korn zu mahlen“, sagt Sabine Wendt.

2023 wird ebenfalls nicht geruht in der Mühle. Der neue Plansichter wird installiert.

(Artikelfoto: Sabine und Andreas Wendt)

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