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Erste Frauenkonferenz in Wiesenburg

Wiesenburg. „Frauen treffen Frauen“ hieß es kürzlich in der Kunsthalle in Wiesenburg/Mark.

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Ankommen in der Kunsthalle

Monatelang hat die kleine Wiesenburger Landfrauengruppe ihre zweite Großveranstaltung nach dem Backofenfest vorbereitet. Schon auf der Initiativkonferenz im vergangenen Herbst entstand die Idee, ein Frauentreffen währen der 34. Brandenburger Frauenwoche zu veranstalten. Eine gute Idee, denn der Erfolg gab ihnen recht. Die bange Frage, was wäre, wenn nur 10 Frauen kommen, hatte sich schon am Eingang erledigt. Es waren über den Tag verteilt über 60 Frauen dabei. Das blieb auch dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg nicht verborgen. Dessen Staatssekretärin Dr. Antje Töpfer ließ es sich nicht nehmen, den anwesenden Frauen persönlich ihre Grußworte zu überbringen. „Frauen sollten viel öfter die stolze Rose, als das sittsame Veilchen sein“, sagte sie in Anlehnung an einen früher typischen Spruch in einem Poesiealbum.

Zu Beginn erhielten alle Ankommenden ein Kärtchen von Nina Maria Stemberger für ein „Vernetzungsprojekt“. Frauen mit demselben Kärtchen sollten ihr Mittagessen gemeinsam einnehmen, um nicht allein zu sein und Gesprächspartner zu finden – aber natürlich völlig zwanglos, tauschen war erlaubt. Auch die Kennenlernzeremonie war besonders. In vier Ecken verteilt gingen alle als Antwort auf bestimmte Fragen auf die Mitte der Kunsthalle zu. So konnten die Frauen sehen, wer in der Region geboren ist, wer selbstständig und wer ehrenamtlich aktiv. Claudia Heinz eröffnete schließlich mit einem Song zum mitmachen.

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Gerlinde Kempendorff

Um Diskussionsstoff zu bekommen, wurden durch Moderatorin Gerlinde Kempendorff vom KleinKunstWerk fünf Frauen der Region vorgestellt. Pfarrerin Christiane Moldenhauer, Kreistagsabgeordnete und langjährige Leiterin vom Gut Schmerwitz Rita Neumann, Martina Breyer, Leiterin vom Gut Krahne, Andrea Feinbier vom Landmarkt e.V. und Glaskünstlerin Iris Seraphin von der Alten Schule Wiesenburg erzählten über ihre Erfahrungen als Frau in Beruf und Leben.

Immer wieder stach hervor, dass ihnen als Frau der Job nicht zugetraut wurde. „Geben sie mir doch bitte mal den Chef“, bekam Andrea Feinbier in den Anfangsjahren oft zu hören. Von der Politik wünschten sich alle mehr Konkretes und nicht nur allgemeine Aussagen. Ein aktives auf sich Zukommen wäre toll, oftmals wisse man nämlich nicht genau, wohin man sich wenden soll. Es werden niederschwellige Angebote gewünscht, man will arbeiten und nicht tagelang über Förderanträgen und Abrechnungen sitzen.

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Gruppengespräche

Bei den Themengruppen für die Nachmittagsgespräche gab es auch eine Gruppe “Außerdem”, für die, die sich bei den vorgegebenen Themen Kommunalpolitik, Jugend und Soziales, Wirtschaft und Tourismus, Kunst und Kultur nicht beteiligen wollten. Alle Gespräche waren sehr intensiv und angeregt.

Bei der Präsentation der Gesprächsergebnisse durch die Moderatorinnen gab es auch Ergänzungen und Statements aus dem Publikum. Es wurde viele Gedanken und Ideen geäußert, auch ungewöhnliche wie die eines Gemeindebusses oder Rentenpunkten für ehrenamtliche Tätigkeit und Möglichkeiten aufgezeigt. Wobei hervorsticht, dass es immer nur gemeinsam geht, Vernetzung also eine entscheidende Rolle spielt. Als Beispiel wurde Fredersdorf genannt, wo die Zusammenarbeit hervorragend klappt und so junge Menschen im Ort bleiben oder zurück kommen.

Für die musikalische Auflockerung sorgten ebenfalls Frauen aus der Region. Die Musikerinnen bekamen begeisterten Applaus. Julia (18, aus Mützdorf, Gitarre) und Anna (17, aus Bad Belzig, Gesang) habe fünf Cover Songs vorgetragen. Von 16:00 bis 17:00 Uhr gab es ein Konzert  von einem Frauen-Duo von Folk for Future: Anne Römpke und Peggy Luck (Brück/Leipzig), boten ein buntes Programm mit Gitarre und Mandoline, Klarinette und Akkordeon und zweistimmigem Gesang und luden mit einer eigens für den Tag entwickelten Geschichte und ihrer Musik sowohl zum Bewegen als auch zum Träumen ein.

Das köstliche Abschlussessen im Quergebäude wurde von Gabi Sußdorf zubereitet. 35 Frauen haben es genossen. Nina Maria Stemberger hat auch hier die Frauen eingeladen, sich anhand der verteilten Bildkarten an den schön vorbereiteten Tischen zu verteilen und kennenzulernen. Auch beim Essen ging der Gesprächsstoff nicht aus.

Die Feedbacks von den Teilnehmerinnen an die 9 Organisatorinnen der Frauenkonferenz waren durchweg positiv – vielleicht Anreiz für eine Neuauflage?

Hier stichpunktartig einige der Ergebnisse:

Wirtschaft und Tourismus:

  • immer zusammen denken
  • demographische Entwicklung beachten sowie Auswirkung auf Kunden und Anbieter
  • Wie kann die Attraktivität der Innenstädte erhalten werden?  z.B. Kombination von Laden und Kneipe, geringe Ladenmieten durch öffentliche Unterstützung
  • Interesse besteht, sich weiter zu treffen

Politik:

  • Spirit von heute weitertragen
  • Weiter Vernetzung pflegen – es könnte einen Stammtisch geben
  • Kinder- und  Jugendbeirat in PM?!
  • Gleichstellungsbeauftragte  wird gebraucht
  • noch hinschauen

Vereine und Ehrenamt:

  • Strukturen nutzen um Frauen zu gewinnen in die Politik zu gehen, auch vor allem im Finanzbereich
  • mutige Frauen stärken und unterstützen
  • wie spricht man Frauen an um sie zu gewinnen – Klinken putzen

… Außerdem:

  • Begegungsräume erhalten und schaffen
  • Gesundheit: Es braucht Angebote und Räume für Menschen die pflegen … so viele Frauen sind da aktiv!!!
  • Für Kommunen gibt es ein „Pflege vor Ort Budget” Es gibt einen Pflegestrukturplan für PM
  • Ehrenamt unterstützen vor allem kostenlose Räumlichkeiten!!!
  • GemeindeBus – wär prima!
  • Rentenpunkte für Ehrenamtliches Engagement wär mal sinnvoll!
  • Vernetzung der Generationen ist ein Bedürfnis

Jugend und Soziales:

  • Stereotypen werden durch soziale Medien befeuert … Frauen als Hausfrauen/nicht arbeitend
  • Diversität ist wichtig und geschlechtsspezifische Beispiele
  • Altersunabhängige Angebote sind gewünscht und es ist schwer sie zu füllen
  • in Fredersdorf bleiben die jungen oder sie kommen zurück – Dorffeste werden generationsnübergreifend organisiert – Laufzettel gehen durch die Nachbarschaft
  • Langfristige Angebote sind wichtig
  • niederschwellige Angebote
  • Tanzveranstaltungen für alle Altersstufen (14+)

Kunst und Kultur:

  • Lebensreichtum + der Mehrwert ist vielfach
  • Sichtbar werden – dafür vernetzen … Corona hat die Kunst sehr zurückgeworfen
  • Kunst und Kultur ist Lebensmittel
  • niederschwellig zu betretende Kreativräume – Kunst muss man sich leisten können
  • wir Künstlerinnen müssen in aller Munde sein
  • miteinander reden ist auch auch Kultur
  • Kunst ist das menschlichste was es gibt …
  • „Wanderkneipe“ (Uckermark) – immer woanders treffen
  • Resilienz schaffen durch Kunst

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