Reppinichen. Knapp zwanzig Strohpuppen haben Sybille Heinrich und Silvana Prawitz mit anderen Helferinnen im Laufe der letzten Jahre angefertigt.

Sie zieren den Ort regelmäßig zu den verschiedensten Veranstaltungen. Begonnen hat alles zur 600-Jahrfeier in Reppinichen. Da wurde gemeinsam überlegt, wie man das Dorf zu diesem Feiertag schöner machen kann. Die Idee kam letztendlich von Brigitte Wolf. Sie hatte irgendwo solche Puppen gesehen, fand die Idee gut und konnte damit auch die anderen überzeugen.
„Dann haben wir beratschlagt, wie wir das hinkriegen“, erzählt Sybille Heinrich. Dazu informierten sich die Frauen auch im Internet. Unterstützung gab es von den Dorfbewohnern, die Kleidung, Stroh und sogar einen alten Puppenwagen brachten. Ein Platz zum Basteln war schnell gefunden – die Scheune von Sybille Heinrich, genau gegenüber vom Festplatz. Die wurde ausgeräumt und gemeinsam gingen fünf Frauen ans Werk. Hemden und Hosen wurden zusammen genäht und dann mit Stroh ausgestopft. Anfangs waren es nur sitzende Puppen.
Zur großen Feier saßen sie überall. Die Leute fanden das klasse. Bereits am Freitagabend vor der 600-Jahrfeier wurden die Puppen verteilt. Und die meisten bekamen sogar Namen, wie Heinz und Irmchen Schmidt an der Kreuzung im Ort. Von weitem sahen sie wirklich aus wie echt. Da bremsten sogar LKW-Fahrer an der Kreuzung nach Reetz und wollten sich ausschütten vor Lachen.
Aber auch die Puppenmuttis selbst waren stellenweise irritiert. „Als ich morgens den Kuchen wegbrachte, habe ich Guten Morgen gesagt“, erinnert sich Silvana Prawitz lachend. Auch Sybille Heinrich hörte, wie Nachbars nach dem Hochziehen der Jalousie sagten:
„Wollen die jetzt schon los? Die sind ja so schick gemacht.“
Denn vor dem Nachbarhaus saß ein Strohpuppenpaar. Kurz vor Peng kam noch ein Gedanke – es fehlt eine Klofrau vor dem Toilettenwagen. Auch die wurde schnell angefertigt.
Inzwischen sind nur noch Sybille Heinrich und Silvana Prawitz vom fünfköpfigen Team übrig. Die vorhandenen Puppen werden teilweise zu den Anlässen nur umgezogen. So fand man in diesem Jahr Förster Erich unter den Puppen. Aber zum 100 jährigen Jubiläum der Feuerwehr wurden neue Puppen gefertigt. Sybille Heinrich nähte sie aus alter Bettwäsche. Alte Uniformen und Helme dienten als Bekleidung. Da wurde auch erstmals versucht, mit einem Gestell die Puppen zum Stehen zu bringen. Aber so ganz perfekt war es noch nicht, da muss noch dran gearbeitet werden.
Die Puppen lagern, jeder in ihrer eigenen Tüte, auf dem Boden. Je nach Anlass werden sie umgezogen. Demnächst muss das alte Stroh ausgetauscht werden. Aber auch für neue Puppen ist genug Material da, immerhin ist bald Weihnachten und vielleicht lassen sich die beiden Frauen auch dafür etwas einfallen.
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