Wiesenburg. Die Wiesenburger „Grundschule am Schlosspark“ feiert 50. Geburtstag. Zu einem kleinen Festakt am 7. März wurden viele ehemalige Lehrer und Angestellte eingeladen.
Viele waren der Einladung gefolgt und nutzen die Gelegenheit, um Erinnerungen auszutauschen. Die Bläserklassen hatten extra für diesen Tag ein Stück aus „Herr der Ringe“ eingeübt und bekamen für ihren Auftritt viel Beifall.

Schulleiterin Susan Lodge blickte in ihrer Festrede noch einmal auf die Schulgeschichte zurück. Denn Schulbetrieb gibt es in Wiesenburg schon lange.
Vor hundert Jahren wurden bis zu 100 Kinder in einem Raum unterrichtet. Und das von einem einzigen Lehrer, der nicht mal eine richtige Ausbildung hatte. Diesen Mehrstufenunterricht kennen noch einige der anwesenden früheren Lehrkräfte, wie Willi Siebert aus Grubo. Er war dort bis 1977 Schulleiter und erinnert sich gut daran, wie er mehrere Klassenstufen in einem Raum unterrichtet hat. Während mit dem einen Teil der Schüler gearbeitet wurde, bekamen die anderen Aufgaben. Willi Siebert hat 1974 das letzte Mal in Grubo eingeschult, 1977 kam er nach Wiesenburg, denn die kleinen Schulen auf den Dörfern wurden nach und nach aufgelöst.
Auch Wolfgang Fuhrmann erinnert sich an seine Anfangszeiten als Lehrer in Wiesenburg. Als er 1972 als Lehrer angestellt wurde, wurde noch an verschiedenen Stellen unterrichtet. Im heutigen Rathaus befand sich das Lehrerzimmer, das Direktorenzimmer war über der jetzigen Bibliothek im Turm. Dort befanden sich auch Klassenräume. Weitere Unterrichtsräume waren auf dem Gelände der heutigen WABE, andere in einer Baracke in der Ernst-Thälmann-Straße. Diese steht heute jedoch nicht mehr. „Da musste man gut zu Fuß sein“, schmunzelte Wolfgang Fuhrmann, „oder ein Fahrrad zur Verfügung haben.“ Und die Unterrichtsplanung musste perfekt abgestimmt werden, damit die Lehrer auch pünktlich an den verschiedenen Orten waren. „Es war gut, dass endlich alles zusammen gekommen war“, so Wolfgang Fuhrmann.

Viele Dinge von früher existieren heute nicht mehr, leben aber in den Erinnerungen. So gab es in der Sporthalle (heute Kunsthalle) sogar ein kleines Wasserbecken, was mit der Abwärme der damaligen Brennerei (heute Ärztehaus) beheizt wurde. Das Mittagessen nahmen die Kinder in der ehemaligen Gaststätte Riechert ein (neben der ehemaligen Fleischerei). Kurz nach der Eröffnung der neuen Schule wurde 1975 das Jugendblasorchester unter Leitung von Horst Bendyk gegründet – und das gibt es bis heute.
Anfang der 80er Jahre gehörte die Schule zu den größten des Kreises Belzig. Der Pavillon wurde gebaut, um dort die ersten Klassen zu unterrichten. Heute ist dort die IKTB untergebracht. Anfang der neunziger Jahre wurde die Schule in Grundschule und Gesamtschule geteilt. Auch der Sportunterricht wurde nicht einfacher, so dass für 7 Mio. D-Mark die neue Sporthalle gebaut wurde. Aber die Schülerzahlen sanken und so ging 2005 die Zeit der 10-klassigen Schule zu Ende. Inzwischen haben sich die Schülerzahlen stabilisiert – nächstes Jahr werden 44 ABC-Schützen eingeschult.
Viele dieser Ereignisse wurden in einer Chronik und auch bildlich festgehalten. Dazu gab es im Pavillon eine Ausstellung, organisiert und zusammengestellt unter Leitung von Ines Block. Da herrschte natürlich großes Gedränge und so dieser oder jener hat sich vielleicht auf den alten Fotos wiedererkannt. Nicht zuletzt bedankte sich Susan Lodge bei ihrem Kollegium für die tolle Organisation dieses Tages und besonders bei Beate Dikall, die für den leckeren Kuchen gesorgt hatte.
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