Bad Belzig. Die Klinke1 ist seit vielen Jahren ein Treffpunkt für die Bewohner des Stadtteils Klinkengrund in Bad Belzig.
Der Klinkengrund ist nach 1945 entstanden. Ursprünglich diente das Gebäude als Unterkunft für die beim Aufbau beschäftigten Bauarbeiter. Später gab es dort unter anderem einen Friseur und die Bad Belziger Tafel. Nun ist das Gebäude in die Jahre gekommen und muss zwingend saniert werden.
Im Klinkengrund leben etwa 20% der Bevölkerung der Stadt. Er ist ein wichtiger Wohnstandort, steht aber auch vor besonderen Herausforderungen. Es leben dort ein hoher Anteil an Empfängerinnen und Empfängern von Sozialhilfe, an Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch an Seniorinnen und Senioren. Mit der Klinke1 wurde eine Begegnungsstätte geschaffen. Die Bürgerinnen und Bürger trafen sich dort zur Freizeitgestaltung, für Angebote aus den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales, aber auch für Sport und Gesundheit. Die Klinke1 galt als Lernort für die Grundbildung Erwachsener, Deutschkurse für Menschen mit Migrationshintergrund, Veranstaltungen zu Naturwissen und für digitale Angebote für Seniorinnen und Senioren. Eng zusammengearbeitet wurde dabei mit der Kreisvolkshochschule, dem Jobcenter und auch mit der Kita Tausendfüßler. Es gibt Mal-, Bastel- und Handarbeitskurse, interkulturelle Koch- und Begegnungswochen, das Plauderstübchen für von Isolation betroffener Menschen und Beratungsangebote. Und nicht zu vergessen die Tafel, die derzeit ihr Übergangsquartier in der ehemaligen Eisbahn hat.

Für Infrastrukturminister Robert Crumbach sind solche Termine eine Herzensangelegenheit. Er sieht Bad Belzig als eine lebenswerte und zukunftsfähige Kurstadt. „Die Stadtsanierung ist gut vorangekommen. Mit den Städtebaufördermitteln konnten viele stadtbildprägende Gebäude, Straßen und Plätze bereits saniert werden“, sagte er. Mit Mitteln der Europäischen Union in Kombination mit Städtebaufördermitteln für die Klinke1 soll nun die Lebensqualität für alle Generationen im Wohngebiet weiter erhöht werden. Dafür hatte der Minister einen symbolischen Scheck über 864.368,47 € mitgebracht. Die gesamten Baukosten belaufen sich auf 1,6 Mio. Euro, davon werden 1,3 Mio. über Fördermittel gestemmt. Der Rest ist Eigenanteil der Stadt.
Ziel ist, das Gebäude energetisch zu verbessern und an die Anforderungen der verschiedenen Nutzergruppen anzupassen. Es werden Fenster und Türen erneuert, eine Dämmung angebracht und eine Photovoltaikanlage installiert. Das Gebäude wird in drei zentrale Bereiche untergliedert für einen Jugendtreff, das Quartiersmanagement und die Tafel. Letztere bekommt neue Kühl- und Lagerräume, auch die sanitären Anlagen werden barrierefrei erneuert. Bewegliche Trennwände sollen die Raumaufteilung flexibler gestalten. So können später mehrere Angebote parallel stattfinden. Ein Abriss und Neubau standen nie wirklich zur Debatte. Wenn man etwas sanieren kann, sollte man es tun, hieß es. Bei einem Rundgang konnte sich alle Anwesenden einen ersten Eindruck verschaffen.
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