Reetz und Reetzerhütten: LKW Stau vor Wienerberger

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Die Verkehrssicherheit in Reetzerhütten und Reetz ist seit geraumer Zeit auf das Schärfste beeinträchtigt. Die Anwohner können auf Grund des immer mehr wachsenden LKW- Verkehrs weder gefahrlos die Straße überqueren, von ihren Grundstücken oder mit dem Auto fahren. Von der Nutzung des Fahrrades ganz zu schweigen. Der Stau vor der Firma Wienerberger reicht oft bis weit aus dem Ort heraus. Dabei blockieren die LKWs eine Fahrspur komplett, teilweise ohne genügend Sicherheitsabstand für vorbeifahrende PKWs, damit diese bei Gegenverkehr einscheren können.

„Es endete nur noch nicht in einer Katastrophe, weil es noch die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Reetz auf Grund der Sanierung der B 246 gibt“, so Bürgermeister Marco Beckendorf auf der kurzfristig einberufenen Einwohnerversammlung zu diesem Thema in Reetzerhütten.

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Dabei war auch die Geschäftsführung der Firma Wienerberger zahlreich vertreten. Der Sprecher der Geschäftsführung, Lorenz Bieringer, äußerte sich eingehend zu dem Problem. Ihm sei die unerträgliche Lage durchaus bewusst und man habe bereits begonnen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, sagte er. Zu Zeiten, als die Firma Röben noch Eigentümer des Werkes war, lief die Logistik anders ab. Wienerberger hat diesen Part nun an die polnischen Geschäftspartner abgegeben und dieser Übergang sei eher holprig verlaufen, so Bieringer. Über die Wintermonate hatte sich der Lagerplatz gefüllt, es wurde weiter produziert und nun staut sich alles. Eine 7 Tages Produktion wird nun an 2-3 Tagen ausgeliefert. Man habe das Problem erkannt und begonnen, die Waren an andere deutsche Standorte zu überstellen, um Reetz zu entlasten. Außerdem werden Ausweichparkplätze geprüft. Um den Lagerplatz wird eine Schleife eingerichtet, um dort zweispurig LKWs stellen zu können, so Werksleiter Erhard Tauer.

Dadurch soll sich die Situation bereits in der kommenden Woche normalisieren. Auch wurden entsprechende Anweisungen an die Fahrer in Deutsch und Polnisch herausgegeben. Die Anwohner sind noch skeptisch, ob die Maßnahmen greifen. Man freue sich durchaus über die gute Produktion und Integration des Werkes, aber die Anweisungen an die Fahrer brächten nichts. Aus eigener Erfahrung wurde berichtet, dass man ausgelacht und sogar bedroht wurde, wenn man mit den Fahrern sprechen wollte. Auch sei die Umweltverschmutzung durch diese ein ernst zu nehmendes Problem. Flaschen und Verpackungen würden einfach durch die Fenster entsorgt und landen im Straßengraben, die Fahrer erleichtern sich während der Wartezeit zwischen ihren Fahrzeugen, was bei Temperaturen um 30 Grad auch nicht angenehm ist. Wienerberger habe den Absatz und die steigende Nachfrage wohl nicht richtig eingeschätzt.

Ein akzeptabler Vorschlag, den Lorenz Bieringer sofort aufgriff, kam aus den Reihen der Anwohner. Man könnte die LKWs auf Autobahnparkplätzen halten lassen. Dort finden sie auch sanitäre Anlagen vor. Dank der modernen Technik können sie von dort abgerufen werden, wenn Platz zum Verladen ist. Auch will Wienerberger, die bisherige Produktion auf höherwertige Produkte umstellen, um die Masse zu reduzieren. Man will den Standort für die nächsten 25 Jahre stabil auslasten. Man brauche aber auch noch ergänzende Maßnahmen und wolle dazu eventuell auch noch Grundstücke dazu kaufen. Wienerberger sieht sich durchaus in der Verantwortung für die schöne Gegend. Für ein neues Naturierungskonzept wurden bereits 600.000 € investiert. Außerdem möchte man sich gern finanziell in die Dorfveranstaltungen einbringen.

Die Skepsis der Anwohner bleibt vorerst. Aber man will abwarten, ob die Maßnahmen der Firma Früchte tragen. Ein gutes Miteinander ist im Sinne aller.

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