Nationenfest in Bad Belzig

Bad Belzig. Während die Medien überquellen mit Nachrichten über unschöne Begegnungen mit Asylbewerbern und Ausländern, zeigte Bad Belzig, dass es auch anders geht. Dort fand am vergangenen Samstag zum zweiten Mal das Fest der Nationen mit Gästen aus Syrien, Tschetschenien, Afghanistan, afrikanischen Ländern und natürlich Deutschland statt. Organisiert wurde es unter der Trägerschaft der AWO von Detlef Schwarz. Dafür gab es Fördermittel vom Land und vom Bund.

Für die Vorbereitung waren die fleißigen Helfer bereits Tage vorher in Aktion. Khalil Omar, Morhaf Taifour, Mohammad Mohammad, Mourad Rashid, Nawras Obid , Mohammad Moustafa und Daoud el Daoud besorgten Grillfleisch, schnippelten Salate und waren noch am Vortag bis spät abends an der Turnhalle in der Puschkinstraße, um alles vorzubereiten. Am Tag selbst standen sie hinter dem Grill und bedienten die Anwesenden. Dazu hatten sie sich extra einheitliche Schürzen, T-Shirts und Kopftücher besorgt.

Khalil Omar und Daoud el Daoud waren mit Detlef Schwarz unterwegs, um die Einladungen zu verteilen und zu dolmetschen, da doch noch nicht alle Gäste der deutschen Sprache so mächtig sind, um das Ansinnen des Festes zu verstehen. Das Fleisch selbst war mit arabischen Gewürzen eingelegt, einige hatten Kuchen zum Nachmittagskaffee gebacken. Das Küchenbuffet zierte ein großer Obstkorb.

Detlef Schwarz hatte sich verschiedene Institutionen zur Hilfe geholt, die Beschäftigungen besonders für die Kinder anboten. Zu ihnen gehörte Andreas Schmidt, Gunnar Wildemann, der CVJM, das Infocafe „Der Winkel“, die Schützengilde „Werbiger Heide“  mit dem Bogenschießen, der AAFV e.V. Kuhlowitz und die Freiwillige Feuerwehr, die Bänke und die Hopseburg zur Verfügung stellten. Letztere war kaum ausgeblasen, da tummelten sich die Kinder schon darauf, sie war immer voll besetzt. Aber sie hatten auch viele andere Möglichkeiten, sich zu betätigen. Carsten Tarrach hatte Lehm und kleine Holzrahmen mitgebracht. In diese wurde der Lehm gedrückt, anschließend mit verschiedenen Samen bestückt und noch einmal mit einer Lehmschicht bedeckt. Dann konnten die Kinder ihr Quadrat mit nach Hause nehmen und dort einbuddeln. In der Hoffnung, dass etwas Regen vom Himmel fällt, können sie dann beobachten, wie aus ihrem Lehmquadrat verschiedene Pflanzen wachsen. Eine Schlange bildete sich auch sofort beim Schminken und beim Blüten basteln. In der für das Fest gemieteten Turnhalle versuchten sich die Kinder beim Fußballspielen, ebenso konnte gekegelt werden. Viele Gäste hatten auch noch selbst Spielzeug von zu Hause mitgebracht, um die Jüngsten zu beschäftigen.

Oft wird Detlef Schwarz gefragt: Warum machst Du das? „Weil es Spaß macht und ich gern mit Menschen arbeite“, lautet dann seine einfache Antwort, „und es kommt so viel zurück.“ Durch seine Arbeit als Hausmeister im Wohnviertel Klinkengrund hat er Kontakt zu vielen Menschen der unterschiedlichsten Nationalitäten. So entstand auch die Idee eines gemeinsamen Festes. Im vergangenen Jahr hatte er 150 Leute eingeladen. Da waren es noch mehr aus dem arabischen Raum, weil einfach die Deutschkenntnisse noch nicht so weit fortgeschritten waren, um sich unterhalten zu können. In diesem Jahr sind die Gäste gemischter – und mehr. 250 Einladungen haben Detlef Schwarz und Khalil Omar verteilt, einfach so an Menschen, die ihnen über den Weg gelaufen sind. Viele haben nach dem letzten Jahr auch einfach gefragt, ob sie teilnehmen können. Und das ist nicht nur für Detlef Schwarz ein positives Zeichen, sondern auch dafür, dass Integration ganz einfach sein kann, wenn alle mitmachen.

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