Das Kreuz mit dem Kreuzkraut

Wenn Ines Perthel mit ihren beiden Hunden Abby und Ben spazieren geht, ist sie im Moment übervorsichtig. Auch beim Futter holen für ihre Pferde. Dabei hat sie stets einen Beutel. Darin werden nicht etwa Kräuter oder Pilze gesammelt, sondern das gefährliche Kreuzkraut, welches im Moment in voller Blüte steht. Was sie unterwegs findet, entfernt sie mit den Wurzeln und nimmt es mit.

Auch achtet sie darauf, dass sich die beiden Hunde nicht unbedingt im Kraut suhlen, denn die Giftstoffe können auch über die Haut aufgenommen werden. Man sollte beim Entfernen also möglichst Handschuhe tragen. Die leuchtend gelben Blüten bieten zwar einen schönen Anblick, aber das Kraut kann für Mensch und Tier gefährlich werden. Man findet es an Wegrändern, auf sandigen Böden und vorrangig auf Brachen. Auf bewirtschafteten Flächen hat es kaum eine Chance. Offensichtliche Vergiftungen sind zwar selten, die Giftstoffe aus der Gruppe der Pyrrolizidin-Alkaloide schädigen aber nachweislich die Leber. Außerdem können sie das Erbgut verändern und langfristig Krebs verursachen. Im jungen Zustand sind die darin enthaltenen Bitterstoffe noch nicht ausgeprägt, so dass auch Weidetiere die Pflanze fressen.

Noch gefährlicher ist es bei der Heuernte. In getrocknetem Zustand verlieren sich die Bitterstoffe der Pflanze, die sonst die Tiere vom Fressen abhalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sowohl Molkereiprodukte als auch Fleisch getestet. Hier war das Gift, wenn überhaupt, nur in sehr geringen Mengen nachweisbar. Aber es reichert sich an der Leber an und kann erst viel später zu Erkrankungen führen – sowohl bei Mensch als auch bei Tier.

Schlimmer ist es für die Imker. Sie können ihren Bienen nicht verbieten, die Blüten anzufliegen, so dass im Honig die Gifte auftreten können. Auch Kräutersammler sollten vorsichtig sein, ähnelt das Kreuzkraut doch verschiedenen essbaren Wildkräutern wie zum Beispiel dem Ruccola. Es bleibt also nur die Möglichkeit, die Pflanze mit den Wurzeln heraus zu reißen, ehe es Samen bildet, um sie an einer unkontrollierten Verbreitung zu hindern. Einige Kompostieranlagen nehmen das Kraut auch an und behandeln es fachgerecht, so dass keine Gefahr mehr besteht.

Mehr Informationen gibt es unter anderem auf diesem Seiten:

https://www.gartenjournal.net/kreuzkraut-giftig

https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/das-gefaehrliche-kreuzkraut-breitet-sich-aus-14986398.html

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