Raben: „Zielen, lösen, treffen!“ – Der Fläminger Bogenschützen Verein feiert sein erstes kleines Jubiläum

Raben. Pünktlich treffen sich am letzten Sonntag die Vereinsmitglieder auf der Wiese am Fläming-Parcours unterhalb der Burg Rabenstein. Mit einem kleinen Wettkampf untereinander feiern sie die ersten fünf Jahre des Bestehens ihres Fläminger Bogenschützen Vereins. Am 4. September 2015 war die Vereinsgründung notariell beglaubigt worden.

Fläminger Borgenschützen, Raben
Aufstellung zum 5jährigen

Robert Gärtner vom Vereinsvorstand hat Zeit für ein Gespräch. Er selbst ist beim Bad Belziger Altstadsommer vor sieben Jahren auf das Bogenschießen aufmerksam geworden.

Fläminger Borgenschützen, RabenNur kurz geht Gärtner auf das gegenwärtige Hauptproblem des Vereins ein. Die Nutzungsgenehmigung für das Waldgelände läuft zum Jahresende aus.

„Wir bekommen Unterstützung vom Amt Niemegk (der Fläming 3D Parcours ist ein touristischer Anziehungspunkt für die Region) und mit der Forst stehen wir im positiven Dialog, um die sportlichen Aktivitäten im Einklang mit der Natur zu ermöglichen. Auch die Gemeinde Raben befürwortet die Bogensportanlage und hat sich auf Gemeindevertretung für den Erhalt ausgesprochen.”

Mit Dietlind Tiemann (MdB, CDU), welche sich seit 2018 als Schirmherrin aktiv für das „Projekt“ Fläming 3D Parcours einsetzt, erhoffen sich die Schützen den kleinen politische Stoß, den es braucht, um alles ineinander zu fügen. Die Einrichtung des Parcours im April 2016 war nur mit einem befristeten Bauantrag möglich. Schließlich verwandeln die 3D-Ziele den Wald in eine Sportanlage.

Fläminger Borgenschützen, RabenDoch an diesem freundlichen Herbsttag geht es vor allem um das Miteinander der Schützen. Aufgeteilt in Gruppen starten sie an verschiedenen der insgesamt 26 Stationen mit ihrem Gruß: „Alle ins Kill.“, wobei Kill den „tödlichen“ Bereich an den 3-D-Tieren bezeichnet.

Fläminger Borgenschützen, Raben
Friderieke Block

Auch Friderieke Block aus Lütte legt geübt den Bogen an und schießt auf einen Dachs aus Hartgummi. Sie ist mit neun Jahren das jüngste Mitglied des Vereins. Sie kam vor einem Jahr über ihre Mutter Ines zum Bogenschießen. Für diese ist das Bogenschießen Entspannung pur:

„Ich kam bei einer Reha auf diesen Sport. Beim Bogenschießen kann ich etwas in Ruhe für mich tun. Das Bogenschießen ist mein Ausgleich. Außerdem sind tolle Leute im Verein, die mich sofort aufgenommen haben als ob ich schon immer dabei wäre.“

Für ihr Hobby bringen Mutter und Tochter viel Zeit auf. Jeden Mittwoch trainieren sie ab 17:00 Uhr. Auch am Sonntag geht es je nach Wetter und Zeit auf den Parcours.

Die Mitglieder selbst kommen vorwiegend aus der Region, aus Bad Belzig, Niemegk und Raben, aber auch aus Berlin und Wittenberg. Vereinsmitglied und Jugendwart

Fläminger Borgenschützen, Raben
Achim Löhmer

betreut das Kinder-u. Jugendtraining.

Doch der Parcours steht nicht nur Vereinsmitgliedern, dessen ältestes Mitglied übrigens 72 Jahre alt ist, offen. Im letzten Jahr fanden fast 600 Schützen den Weg nach Raben, darunter einige bis aus München. Auch während des Vereinsschießens sucht ein Mann aus dem Ruhrgebiet bereits zum wiederholten Male Entspannung beim Hantieren mit Pfeil und Bogen. Neben Einzelgästen kommen zunehmend Firmen mit ihren Mitarbeitern hier her. Diese Gäste helfen mit ihrem Entgelt dem Verein, neue 3D-Tiere als Ziele anzuschaffen. Gewöhnlich halten die gerade einmal ein Jahr lang. Das größte Tier ist ein Grizzly, der trotzdem im Schatten der Bäume kaum auszumachen ist. Aber es gibt auch Flugenten, einen Wolf, der gerade eine  Ziege angreift und einen Auerhahn. Immer wieder gibt es humorvolle Ideen wie einen Kobold oder Trostziele für danebengehende Pfeile. Diese sind laut Gärtner der schwierigste Teil des Bogenschießens:

„Die Pfeile graben sich oft tief ins niedrige Gebüsch und den Boden. Man kann viel Zeit damit verbringen, sie zu finden. Manchmal finden sie auch erst andere Schützen.“

Diese können sie dann in einen Köcher an der Infotafel ablegen.

Nach dem Wettstreit trifft sich der Verein im Gasthof Hemmerling, um das Jubiläum zu feiern. Sicher wird dabei schon über den nächsten Höhepunkt, die Fläminger 3D Jagd am 17. Oktober gesprochen. Dann heißt es wieder:

„Alle ins Kill.“

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