Pfingsten im Hohen Fläming

Obwohl Pfingsten ein kirchliches Fest ist, nutzen viele die freien Tage für Ausflüge in die Umgebung. In vielen Dörfern wurden Pfingsmaien aufgestellt. Außerdem öffneten die Mühlen der Region ihre Pforten, denn in Brandenburg war Mühlentag. Wer mit dem Rad unterwegs war, konnte obendrein die schöne Natur bewundern.

Am Jeseriger See trauten sich die ersten Badefreudigen ins Wasser. Im Moment halten sich dort auch zwei Schwäne auf, vermutlich die Jungschwäne aus dem letzten Jahr, die von Wiesenburg über Reetz jetzt in Jeserig Station machen. Rentner Ernst Neuendorf hat wieder seine selbst angefertigten Figuren aufgestellt. So kann man derzeit Pinguine, Flamingos und Störche sehen – normalerweise nicht möglich.

Jeseriger See, Ernst Neuendorf
Willst Du mit mir spielen – auf dem Jeseriger See

Dazu gibt es ein besonderes Naturschauspiel. Hundertausende kleine Frösche sind auf dem Weg in den See.

Über den Verbindungsweg fährt es sich gut mit dem Rad nach Wiesenburg. Dort fand am Pfingstsonntag das traditionelle Pfingstkonzert des Jugendblasorchesters Wiesenburg statt. Für Kaffee und Kuchen war gesorgt. Viele hatten sich Campingstühle mitgebracht und machten es sich im Schatten unter den Bäumen gemütlich. Auch sonst spendeten die großen Sonnenschirme Schatten. Das Konzert war gut besucht. Ob die beiden Angler am Teich jedoch bei dieser lauten Musik etwas gefangen haben, ließ sich nicht ermitteln.

Am Pfingstmontag machten sich viele auf den Weg zu den Mühlen der Region und durchquerten dabei die teilweise schon reifen Kornfelder. Auch Großkopfs Mühle in Niemegk hatte die Türen geöffnet. Interessiert begutachteten die Gäste die alten Maschinen. Der Mühlenverein ist dabei, die Mühle weiter zu sanieren. Irgendwann soll sie auch wieder Flügel bekommen.

Großkopfs Mühle, Niemegk, Pfarrer Daniel Geißler, Mühlenfest
Mühlengottesdienst an Großkopfs Mühle in Niemegk

Pfarrer Daniel Geißler eröffnete das Mühlenfest mit einem Gottesdienst. Ein Lied verwunderte jedoch einige Anwesende: Oh du fröhliche. Also beantwortete Pfarrer Neunmalklug mal wieder Fragen, die niemand gestellt hat. Diese Worte stammen höchstpersönlich aus seinem Mund. Irgendwann hatte jemand nämlich zu der Melodie auch Strophen für Ostern und Pfingsten dazu gedichtet. Diese gerieten allerdings in Vergessenheit. Bis Daniel Geißler darauf stieß. „So habe ich ein Lied für drei feste, deren Melodie jeder kennt“, freut er sich. Als das Lied jedoch zu ersten Mal gespielt werden sollte, hatte sich die Orgelspielerin geweigert. Sie brächte es nicht übers Herz, diese Melodie außerhalb von Weihnachten zu spielen. Nach dem Gottesdienst meinte sie jedoch: naja, vielleicht gewöhne ich mich daran. So konnten alle Anwesenden mitsingen und den Heiligen Geist auf der Erde begrüßen.

Aufrufe: 75