Kita „Zwergenland“ in Reetz: Karin Priebe in den Ruhestand verabschiedet

Reetz. Karin Priebe war die dienstälteste Erziehern einer Kita in der Gemeinde Wiesenburg – und ist stolz darauf. Jetzt geht sie in den wohlverdienten Ruhestand. Über 30 Jahre leitete sei die Kita „Zwergenland“ in Reetz, ehe sie diese Funktion vor einigen Jahren in jüngere Hände abgab. Da ließen es sich Bürgermeister Marco Beckendorf, der Ortsbeirat und ehemalige Weggefährten nicht nehmen, sie gebührend zu verabschieden.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass Sie mal krank waren“, so Beckendorf:

„Auf sie war immer Verlass.“

Aber Karin Priebe konnte auch sehr hartnäckig sein, wenn es um Belange der Kita ging.

Der Berufswunsch stand für Karin Priebe schon während der Schulzeit fest. Schon damals ging sie oft hinüber zu den Kindern, las ihnen vor und spielte mit ihnen. So reichte sie ihre Bewerbung bei der damaligen Abteilung für Volksbildung ein und wurde angenommen. Die gebürtige Reetzerin durchlief ihre Ausbildung in der Fachhochschule Luckenwalde. „Wir waren der erste Jahrgang, der über drei Jahre die Bildungsstätte besuchte“, erzählt sie. Nach erfolgreichem Abschluss bewarb sich Karin Priebe bei der Gemeinde Wiesenburg als Kindergärtnerin und wurde prompt angenommen. An ihren ersten Arbeitstag kann sie sich noch genau erinnern. Damals wurde in den Einrichtungen noch selbst gekocht und so hieß es – Bohnen schnippeln.

Sieben Jahre arbeitete sie im dortigen Kindergarten bis sie hörte, dass in Reetz eine neue Leiterin gesucht wurde. Seit dem 20. August 1984 ist Karin Priebe nun wieder in ihrem Heimatort beschäftigt. Nach der Wende mussten sich alle Mitarbeiter durch den Trägerwechsel von Volksbildung zum Schulamt erneut bewerben. Außerdem standen für sie noch einmal zahlreiche Weiterbildungen auf dem Programm, da in der neuen Kita auch Krippen- und Hortkinder betreut werden. Durch ihre spezielle Ausbildung als Leiterin vertrat Karin Priebe auch schon Kolleginnen in Reppinichen und Medewitz.

Ein Instrument hat sie auch gelernt – Karin Priebe kann Flöte spielen:

„Das mache ich aber nicht mehr, da ich ja mitsingen muss, wenn die Kinder neue Lieder lernen.“

Damit die Eltern auch zu Hause mit den Kindern üben können, erscheint regelmäßig der „Kita Bote“, in dem alle Lieder und Termine zu finden sind. Die Auftritte der Reetzer Kita-Kinder bei den Rentnern und Dorffesten kommen immer gut an, was neben ihrem auch der Verdienst ihrer Kolleginnen ist.

Neben ihrem Beruf war Karin Priebe schon immer im Dorf aktiv. Lange Jahre engagierte sie sich in der Reetzer Karnevalsgesellschaft. „Das würde ich sicher heute noch machen, wenn der Verein noch bestehen würde“, so Karin Priebe, „es war eine lustige Zeit“. Ehemals Mitglied dersFrauenchores Reetz singt Karin Priebe jetzt in der Wiesenburger Chorgemeinschaft und in der Reetzer Singegruppe. Jeden Mittwoch ist Sport angesagt, wenn sie sich mit anderen zur Gymnastik trifft. Seit zwei Jahren geht sie zum Kegeln. Außerdem ist sie Vorsteherin der Jagdgemeinschaft Reetz/Reetzerhütten, war Mitglied des Personalrates der Gemeinde Wiesenburg/Mark und arbeitet im Verein „Pro Reetz“ mit. „Da muss man schon aufpassen, dass die Familie nicht zu kurz kommt“, aber Ehemann Uwe und Sohn Heiko haben sie immer unterstützt. Sollte dann wirklich noch Zeit übrig bleiben, gibt es noch Haus, Hof und Garten. Oft sieht man sie mit ihrer Schwester unterwegs auf dem Fahrrad.

Nun ist der reguläre Abschied gekommen. Besonders die Jüngsten, die Karin Priebe in den letzten Jahren betreut hat, sind traurig. „In dem Alter bauen die Kinder noch eine ganz besondere Beziehung auf und gewöhnen sich an die Erzieherin“, sagt sie. Musste sie einmal in eine andere Gruppe, hatte sie sofort einen Rattenschwanz an Kindern hinter sich. Aber so ganz abschließend ist ihre Tätigkeit doch noch nicht. Einige Stunden im Monat will sie weiterhin für die Kinder da sein. „Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht, ich hätte mir nichts anderes vorstellen können“, so Karin Priebe. Und so freuen sich nun neben den Kindern auch ihre Kolleginnen und auch die Gemeinde, dass sie noch eine Weile mit Rat und Tat zur Seite steht.

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