Auf dem HeilOrt Bad Belzig entsteht eine Streuobstwiese

“Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren.
Die nächstbeste Zeit ist jetzt.“

Bad Belzig. Eine der vorgeschriebenen Bau-Ausgleichsmaßnahmen auf dem HeilOrt-Gelände ist die Anpflanzung und Pflege einer Streuobstwiese mit hochstämmigen, landschaftstypischen Apfel- und Birnensorten. Da uns das allerdings auch eine Herzensangelegenheit ist, haben wir nun schon in diesem Herbst die Gelegenheit genutzt und am 12. November eine Streuobstwiese angelegt. Bei schönstem Herbstwetter trafen sich ungefähr 25-30 Freund*innen und Aktive des HeilOrtes und auch fünf Freiwillige, die sich über Wikiwoods angemeldet hatten.

Wikiwoods ist eine ehrenamtliche Initiative mit dem Motto „Freiwillig weltweit Bäume pflanzen – online vernetzen – offline aktiv werden“ und wir hatten auf deren homepage (wikiwoods.org) unser Projekt erfolgreich beworben.

Claudia Schmidt und Frank Behrens vom HeilOrt hatten mit viel liebevollem Aufwand die Aktion perfekt vorbereitet, entsprechende Obstbäume ausgewählt und bestellt, die Pflanzstellen vermessen und festgelegt, Pflanzlöcher ausgebaggert, alle Materialien besorgt und morgens die Bäume geholt, die wir über die Obstbaum-Sammelbestellung der Naturparkverwaltung in Raben beziehen konnten. Danke an die Organisatorin Frau Leppek und ihr Team! Unser Dank gilt auch Eckbert, der das Gelände vorbereitend gemäht hat.

Nach einer fachmännischen Instruktion durch Claudia Schmidt haben wir insgesamt 27 Obstbäume in die Erde des HeilOrtes gepflanzt. Davon sind 20 Hochstamm-Obstbäume und zwar alte, flämingtypische Sorten: Äpfel mit so schönen Namen wie “Rheinische Schafsnase“, “Geflammter Kardinal“, “Pommerscher Krummstiel“, “Dülmener Rosenapfel“, “Himbeerapfel“… – sowie Birnen (“Pastorenbirne“, “Gute Luise“, “Petersbirne”, “Gräfin von Paris“). Dazu noch Kirschen, Zwetschgen, eine Mirabelle und eine Quitte. Claudia war es wichtig, aus den traditionellen Sorten solche auszusuchen, die noch am ehesten mit heißen Sommern und Trockenheit zurechtkommen sollten. Die Bäume stehen nun untereinander in einem Abstand von 10 Metern, so dass sie mit genügend Platz ihre jeweils typische Wuchsform entwickeln können.

Freundeskreismitglied Sabine Froese war extra mit ihrem Mann Uli aus Berlin angereist.

„Bei wunderschönstem Herbst-Sonnenwetter haben wir die ersten Obstbäume unseres Lebens gepflanzt: einmal Birne, einmal Apfel. Dieses Erlebnis in Gemeinschaft war sehr beglückend und berührend für uns, und wir sind gern wieder bei der nächsten Garten-Aktion dabei.“

„Es war eine schöne Aktion mit guter Stimmung“, resümiert auch Claudia:

„Ich habe mich sehr über die neuen Gesichter gefreut! Den Ausklang abends am Feuer unter dem Sternenhimmel habe ich genossen. Der Aufwand war für mich sehr hoch und für Frank Behrens auch – aber es hat sich gelohnt! Ich bin glücklich über die neuen Bäume; Baumpflanzen ist für mich angesichts der Weltsituation einfach immer wieder eine Hoffnungs-Tat .“

Alle Bäume incl. Material sind bereits durch Obstbaum-Spender*innen finanziert worden, deren Namen nun an den Baumpfählen zu lesen sind. Obendrein hat auch Wikiwoods die Aktion mit einer Spende unterstützt.

Claudia & Dirk aus Ragösen hatten im Flämingverteiler von der Aktion erfahren:

„.. und auf einmal stehen wir im Novembersonnenschein gemeinsam mit anderen Menschen auf einer großen Wiese in Bad Belzig. Wir sind an diesen künftigen Heilort gekommen, um zusammen Obstbäume zu pflanzen. So war es dann auch: ganz einfach, ohne viel Reden ins Tun. Nach einer knappen und verständlichen Anleitung ging ́s los und floss von der Mittagssonne bis in die Dämmerung im gemeinschaftlichen Schaffen dahin, bis wir uns am Lagerfeuer trafen. Hier sitzen wir unter Menschen, die Visionen leben. Wir sind so erfüllt von der Lebendigkeit dieses Tages, mit diesen Menschen, mit diesen Eindrücken, dass wir erst nach Hause fahren, als die abendliche Kühle am Rücken uns mehr zieht als die langsam verglimmende Glut, in die wir gucken. Für uns schon jetzt ein Heilort. Wir werden wiederkommen.“

Möge der HeilOrt wachsen, blühen und Früchte tragen!

(Birgit Finke, Öffentlichkeitsarbeit HeilOrt Bad Belzig e.V.)

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