“Was bewegt Dich?” – Interview mit Michael Hornauer aus Reetz

Reetz. Fläming 365 und Zauche 365 fragen 30 Menschen, was sie aktuell besonders bewegt. Unser Ziel ist eine Momentaufnahme des Denkens und Fühlens der Menschen in der Region, insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der in der Folge auftretenden Probleme und Konflikte. Wir wollen Leserinnen und Leser zum eigenen Nachdenken anregen.

Interviewpartner bei diesem Interview ist Michael Hornauer, Neu-Reetzer, 33 Jahre alt, Musikpädagoge, angestellt an der Musikschule Bad Belzig.

Was bewegt Sie zurzeit?

Der Krieg in der Ukraine macht mir wirklich Angst. Ich hätte sowas nicht für möglich gehalten. Da schwingt unterschwellig auch immer die Angst mit: kommt er auch noch zu uns. Und man überlegt, wie man helfen kann. Ein anderes Thema ist für mich die Belastung und Zerstörung unserer Umwelt. Wir sind ja auch für nachfolgende Generationen verantwortlich. Auf dem Land ist es auch immer noch anders als in der Stadt. Es ist schwer, als einzelner da einen Weg zu finden, deshalb habe ich mich in verschiedenen Organisationen und Initiativen organisiert. Und natürlich bewegt mich meine Familie.

Sehen Sie eine Chance, den Krieg zu beenden?

Ich hoffe auf die Kraft der Opposition in Russland. Aber das sind natürlich alles Spekulationen. Akut beschäftigt mich eher, wie man den Menschen helfen kann. Die leben ja im Moment in katastrophalen humanitären Umständen. Da muss man helfen, so gut es geht, damit die Menschen in der Ukraine erst einmal gut über den Winter kommen. Ich war selbst vor ein paar Jahren in Kiew und hab dort sogar Vitali Klitschko getroffen. Es ist kaum vorstellbar, dass dort, wo ich damals gestanden habe, jetzt Bomben einschlagen.

Wie sehen Sie die Situation im Landkreis?

Ich lebe ja noch nicht lange hier, aber ich nehme deutlich wahr, wie viele engagierte Menschen es hier gibt. Auch sehe ich viele kulturelle Angebote, auch sportliche, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Aber auch dort muss das Bewusstsein wachsen, wie wir unser Leben umweltfreundlicher gestalten können. Dazu gehört unter anderem, mehr vegetarisch zu essen, aber auch, das Auto öfter stehen zu lassen. Da sehe ich den Landkreis mit in der Verantwortung, den ÖPNV zu stärken und auszubauen. Im Moment ist man oft auf das Auto angewiesen, weil die Fahrzeiten der Busse nicht zu den Arbeitszeiten passen. Und abends ist man völlig aufgeschmissen. Vieles ist einfach noch nicht angekommen, aber wir müssen das schon aus Selbstschutz verfolgen. Der Klimaschutz ist unsere Zukunft. Wir erleben es ja jährlich in Brandenburg durch die große Trockenheit. Alle müssen da umdenken.

Wenn sie jetzt an ihr privates Leben denken …?

Im Moment beschäftigt mich noch das Ankommen hier. Es dauert schon, sich in ein neues Leben reinzufinden. Das betrifft meine Frau und mich bezüglich der neuen Arbeitsstellen. Aber natürlich auch unsere beiden Kinder. Sie besuchen eine neue Schule und eine neue Kita, müssen hier neue Freunde finden. Auch überlegen wir immer, wie wir unser eigenes Leben umweltfreundlicher gestalten können. Wir hatten zum einen Glück, ein ziemlich gut in Schuss gehaltenes Haus kaufen zu können. Aber die Ölheizung ist halt noch alt, aber die wird noch etwas warten müssen. Sonst versuchen wir uns einzubringen. Zum Beispiel habe ich schon beim Auftritt der Reetzer Singegruppe auf dem Adventsmarkt mitgemacht.

Vielen Dank für das Gespräch.

(Alle Was-bewegt-dich-Interviews auf Fläming 365 findest du HIER. Außerdem empfehlen wir dir auch die entprechenden Interviews auf Zauche 365)


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